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Auf den Leserbriefseiten der Zeitung Fränkischer Tag dominierte zuletzt herbe Kritik: Nicht wenige Bamberger haben ihrer ablehnenden Meinung über die Planung für die Unteren Mühlen Ausdruck verliehen.

Ein ganz anderes Bild ergab eine nicht repräsentative Umfrage auf infranken.de. Dort haben deutlich über 60 Prozent der Nutzer dem Entwurf des Bamberger Architekten Heinz Rosenberg gewissermaßen die Absolution erteilt. Sie wünschen, dass der Schandfleck im Altstadtbild möglichst bald verschwindet. Die aktuelle Planung findet ihre Zustimmung.

Wie sich diese Diskrepanz erklärt, darüber hat Helmut Müller eine eigene Theorie. Der Chef der CSU-Fraktion glaubt, dass sich die Kritik an den vorliegenden Plänen im Wesentlichen aus dem speist, was in Fachkreisen geurteilt wird. Dort sei es das erklärte Ziel, die Unteren Mühlen zu einem architektonischen Glanzpunkt der Stadt zu machen. Ganz im Gegensatz dazu sei es eine Aufgabe der Politik, "eine pragmatische Lösung zu finden".


Investor gefunden

Glaubt man Müller, ist dies nun so weit. Die CSU sei stolz darauf, dass mit dem Investor Kraus und dem Architekten Rosenberger nun realistische Aussicht bestehe, "das Trauerspiel zu beenden", das es seit Jahrzehnten um die erfolglose Neubebauung einer Kriegslücke gegeben habe. Mit ihrem Ja zum Bauantrag will die CSU den Weg dafür frei machen, dass mit dem Neubau bereits im Herbst begonnen werden kann.

Ganz anders die Bamberger Grünen. Sie haben sich an die Spitze derer gesetzt, die dem Entwurf eine zu wenig mutige und teils auch verbesserungsbedürftige Handschrift unterstellen. Sogar für jene gibt es Sympathien, die ganz auf den Ausbau verzichten und die Insel zu einem Gedenkort machen wollen.

Dennoch wird sich die GAL- Forderung nach einem zweiten Durchgang durch den Stadtgestaltungsbeirat wohl nicht durchsetzen. Denn hört man Klaus Stieringer, ist auch die Bamberger SPD entschlossen, die Planung zu billigen. "Uns gefällt der Entwurf. 70 Jahre Ruine sind lange genug", sagt Stieringer. Er spricht von sensiblem Umgang mit der historischen Bausubstanz und zweifelt daran, dass man in Bamberg jemals ein Bauvorhaben im Konsens aller würde an dieser Stelle verwirklichen können. Positiver Nebeneffek: Die Energieerzeugung schone das Stadtsäckel, das Welterbezentrum soll sich durch Besuchereinnahmen rechnen.


Keine Konkurrenz zum Rathaus

Mit Spannung erwartet wird auch, wie das Baureferat mit der Kritik umgeht. Hier nur so viel: Aus Sicht des Baureferenten erfüllt der Bauantrag die Anforderungen, die vor allem auch darin bestehen, dass sich das Vorhaben ins Ensemble einfügt. Der Sitzungsvortrag lobt unter anderem die Ausformung eines ruhigen Baukörpers, der darauf verzichte mit dem Alten Rathaus in Konkurrenz zu treten.