Lange gab es viel Streit in der Stadt um die Unteren Mühlen. Alle Versuche scheiterten kläglich, dem Schandfleck im Herzen Bambergs ein neues Gesicht zu geben. Auch ein Architekturwettbewerb 2006 brachte nur Unruhe, aber keine Lösung für das historische Gelände an der Regnitz.

Jetzt soll alles anders werden, seitdem der Münchner Johannes Kraus seinen Hut in den Ring geworfen hat. Der Investor betreibt bereits das Wasserkraftwerk auf der Erba-Insel. Er fühle sich nun verpflichtet, etwas der Stadt Bamberg zurückzugeben, sagte er über seine ambitionierten Pläne.

Kraus war selbst in dieser Woche im Bau- und Werksenat der Stadt, er bekräftigte dort noch einmal sein Vorhaben, die Unteren Mühlen wiederbeleben zu wollen. Mit Vernunft, wie es scheint. Dass er dafür den Bamberger Architekten Heinz Rosenberg beauftragt hat, begrüßten die Stadträte.
Sie zeigten sich begeistert vom ersten Entwurf.

"Das Gebäude erfordert sehr viel Ruhe", betonte Heinz Rosenberg gegenüber dem Senat. Geplant ist, im südlichen Bereich der ehemaligen Kaufmanns- und der ehemaligen Sterzersmühle einen zweigeschossigen Bau mit ausgebautem Dachgeschoss zu errichten. Die Fassade soll eine zurückhaltende Formensprache haben - mit Sandstein und Glas-Elementen. Das Dach dagegen bekommt eine traditionelle Form. Die Denkmalbehörden haben bereits signalisiert, dass sich aus ihrer Sicht, das Ensemble grundsätzlich gut in den Bereich des historischen Rathauses einfügt.


Ein Ensemble für alle Bürger

Am Standort Untere Mühlen soll so in den kommenden Jahren ein Welterbe-Besucherzentrum der Stadt entstehen. Verknüpft mit einer Gastronomie und einer Freischankfläche an der nördlichen Seite in Blickrichtung Altes Rathaus. Unter der Freischankfläche soll auch der Zulauf der geplanten Wasserkraftturbine versteckt sein. Für diese könnte es bis Mai 2016 wasserrechtlich grünes Licht geben. Das Ensemble soll rundum erlebbar sein: "Es braucht einen Umlauf", sagte Rosenberg.

"Das wird ein toller Magnet", lobte Ursula Sowa (GAL).An der Fassadengestaltung feilen die Planer um Rosenberg noch. Norbert Tscherner (BBB) betonte: "Fast 70 Jahre liegt die Ruine da, man muss jetzt dankbar sein!" Herbert Lauer (Freie Wähler) forderte: Die Stadtwerke, denen das Gelände gehört, müssten beim Verkaufspreis "flexibel" sein.

Tempo ist gefragt: Beim Finanzreferat sollen Mittel zur Miete eines Welterbezentrums angemeldet werden. Investor Kraus machte deutlich, dass für ihn nicht entscheidend sei, ob es mit dem Zentrum klappt: "Mai/Juni nächstes Jahr will ich bauen", betonte er. Voraussetzung dafür ist, dass alle baurechtlichen Vorgaben bis dahin erfüllt sind.