Sandkerwa 2017 in Bamberg ist endgültig abgesagt

Plötzlich ist sie da, die eiligst in Auftrag gegebene Untersuchung. Vom 18. bis zum 22. Mai haben Mitarbeiter des "Bamberger Centrums für Empirische Studien" (BACES) herumtelefoniert und Fragen gestellt, nun liegen die Ergebnisse des an die Uni angegliederten wissenschaftlichen Dienstleisters druckfrisch auf dem Tisch.

"Uns war daran gelegen, zur Versachlichung des Themas beizutragen", sagt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar, "wir wollten eine repräsentative Datengrundlage." Diesem Auftrag ist BACES mit der Auswertung von 302 "realisierten Interviews" gefolgt. Zielgruppe war die volljährige Bevölkerung in der Stadt Bamberg. Deren Antworten zum Thema Sandkerwa hat BACES-Leiter Zoltán J. Juhász ausgewertet und in einer 13-seitigen Präsentation dargestellt.

Aus all den Balken- und Tortendiagrammen, Tabellen sowie Stichpunkten lässt sich herauslesen, was die Studienteilnehmer denken. Hier eine Auswahl:

Ja zur Sandkerwa Die Frage "Soll die Sandkerwa in Bamberg weiterhin stattfinden?" beantworteten 85 Prozent der Umfrageteilnehmer mit "ja". Von denjenigen, die keinen Besuch planen, ist immer noch knapp ein Viertel für die Austragung. Die Zustimmung ist altersunabhängig.

Eintrittsgeld und dessen Höhe Extrem eng liegen die Ergebnisse bei der Frage nach Eintrittsgeldern beieinander. 50 Prozent wollen auf keinen Fall zahlen, um das Großereignis mitzufinanzieren. 49 Prozent dagegen können sich das vorstellen, ein Prozent der Befragten ist unentschlossen. Anders formuliert: So gut wie jeder zweite Bamberger würde den Geldbeutel öffnen.
An die Gruppe der Befürworter wurde eine weitere Frage gerichtet: "Wie viel Euro dürfte eine solche Eintrittskarte pro Tag/gesamt kosten?" Die akzeptable Höhe des Eintrittsgeldes liegt im Durchschnitt bei etwa 4 Euro, ein Viertel der Umfrageteilnehmer ist jedoch für einen niedrigeren Betrag. Aber: Fast jeder zweite kann sich auch ein Eintrittsgeld von 5 Euro oder mehr pro Tag vorstellen. Eine Dauerkarte könnte laut Untersuchungsergebnis durchschnittlich 12,50 Euro kosten. Wieder sind etwa ein Viertel für einen niedrigen Betrag, nämlich maximal 5 Euro, allerdings wäre für jeden Zweiten, der mit Eintrittsgeldern einverstanden ist, auch ein Betrag von mehr als 10 Euro vorstellbar.

Beteiligung der Stadt 55 Prozent der befragten Bamberger sagen: "Die Stadt ist in der Pflicht, für den Fortbestand der Sandkerwa zu sorgen." 59 Prozent fordern, dass die Kommune in diesem Jahr einmalig finanziell einspringen soll, damit die Kirchweih 2017 stattfindet. Noch stärker wird dieser Wunsch mit Blick auf die Zukunft. Die Frage "Sind Sie dafür, dass sich die Stadt langfristig stärker an der Organisation und Finanzierung beteiligt?" beantworteten 72 Prozent mit "ja".

Sponsoren 44 Prozent der Befragten glauben, dass die Einbindung von Sponsoren den Charakter des Festes nicht verändert. Der Anteil derjenigen, die positive oder negative Auswirkungen erwarten, ist mit 28 Prozent gleich groß. Von den Gegnern würden 41 Prozent im Interesse der Kerwa trotzdem ein Sponsoring hinnehmen, 59 Prozent würden dies nicht.

Positive Aussagen zur Kerwa "Die Sandkerwa gehört zu Bamberg" (87 Prozent); "Die Sandkerwa ist für die Bamberger Bevölkerung" (77 Prozent); "Man trifft Freunde auf der Sandkerwa" (85 Prozent).

Negative Aussagen zur Kerwa "Die Sandkerwa ist zu groß geworden" (63 Prozent); "Eine Aussetzung der Sandkerwa würde der lokalen Wirtschaft schaden" (58 Prozent); "Es gibt zu viele Betrunkene und Wildpinkler" (56 Prozent).

Bürgerverein Die Mehrheit der Befragten - 64 Prozent - sagt: "Die Absage des Bürgervereins ist zu akzeptieren." Nur eine Minderheit glaubt, dass eine einmalige Aussetzung der Kerwa nachhaltig schaden könnte.

Mehr zum Thema lesen Sie in den kommenden Tagen.

Vollsitzung des Stadtrates am 24. Mai 2017 - worum es geht

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Umfrage Die repräsentative Umfrage des "Bamberger Centrums für Empirische Studien" (BACES) wird vor dem Stadtrat erläutert.

Stand der Dinge Wo stehen die Verhandlungen zwischen der Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH, dem Vorstand des Bürgervereins 4. Distrikt und der Stadt Bamberg? Ein Sachstandsbericht.

Konkretes Angebot Öffentlich werden soll in der Vollsitzung auch, welchen konkreten Vorschlag die Stadt Bamberg dem Veranstalter gemacht hat, um die Kirchweih auch in Zukunft durchführen zu können. Die Parteien hatten sich Montagabend zu einem vertraulichen Gespräch getroffen.