Es seien gesundheitliche Gründe, die sie zum Aufhören bewogen haben. Nichts anderes. Das antwortet Ursula Ernst auf die Frage nach den Gründen für den Räumungsverkauf bei Schreibwaren Metzner in der Hauptwachstraße.

2004 war die Familie Ernst aus Schweinfurt nach Bamberg gekommen und hatte einen Laden übernommen, in dem Generationen von Bambergern ihren Bedarf an Schreibwaren deckten: 170 Jahre gab es den Metzner damals schon. Nach dem Tod des letzten Inhabers Matthäus Metzner Senior im Jahr 1998 und einem Gastspiel eines Filialisten schien kurz nach der Jahrtausendwende das endgültige Aus für das Fachgeschäft besiegelt. Dann kamen Maximilian und Ursula Ernst mit ihren beiden Söhnen ins Spiel und setzten die Tradition fort. 13 Jahre sollten es werden.


Schwere Entscheidung

Im Gespräch mit der Lokalredaktion machen Ursula und Sebastian Ernst deutlich, dass sie lieber weitergemacht hätten. Sie hätten sich in Bamberg von den Kunden akzeptiert und angenommen gefühlt, und die Kunden seien ihnen sehr wichtig. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", versichert die Seniorchefin. Die Neuen knüpften vor 13 Jahren an den altbekannten Namen an: Seitdem firmierte man als "der neue Metzner". Die Bamberger mussten sich also nicht umstellen und kauften weiterhin "beim Metzner" ein. Damit ist voraussichtlich Ende Januar für immer Schluss.


Ratlose Kunden

Welches Geschäft, welche Branche nachfolgen wird, weiß die Kauffrau nicht - auch wenn anscheinend nicht wenige Kunden erwarten, dass sie ihnen Auskunft geben kann. Man sei Mieter, nicht Hausbesitzer.
Auch auf eine andere Frage, die ihr in diesen Wochen wohl sehr oft gestellt wird, weiß Ursula Ernst keine rechte Antwort: "Die Leute fragen mich: ,Wo sollen wir denn jetzt hingehen?'" Es gibt in der Stadt kein zweites Schreibwaren-Geschäft, das ähnlich umfassend sortiert ist. Sie schicke die Kunden, sagt sie, nun halt zu einem Mitbewerber am anderen Ende der Fußgängerzone.