Bereits bei der Eröffnung am Samstag strömten die Besucher in den einstigen Fischer-Hof. Interessant, was es alles zu sehen, zu riechen und zu kosten gab und woher die Besucher kamen. Cornelia Stahl beispielsweise stammt "aus der Dresdner Ecke", lebt aber heute in Franken.

Ihr hat es ganz besonders das typisch fränkische Gebäck angetan. Daher nimmt sie gleich das von Kerstin Rentsch geschriebene Koch- und Backbuch zur Hand. Es führe kulinarisch durchs Jahr und man könne ganz viel über Traditionen erfahren, erzählt die Autorin.

Die Oberfränkin aus Tettau im Frankenwald bietet "g'schnitta Hosn" (so heißt das Schmalzgebäck in der Gegend von Frensdorf) an. Der Name der fränkischen Spezialität habe mit Hasen rein gar nichts zu tun, erklärt Rentsch. Er sei vielmehr von den Flicken oder Lappen, die früher auf eine zerrissene Hose genäht wurden, abgeleitet.

Ältestes oberfänkisches Rezept
Von Rentsch erfahren die Kunden auch, dass die "Ur-Rädle" nach dem ältesten oberfränkischen Rezept gebacken sind. Und dass die ausgezogenen Krapfen oder Küchla bei ihr daheim "Sträuble" genannt werden und es - je nach Gegend - evangelische und katholische gibt. Der Oma von der kleinen Leni ist die Konfession der Krapfen egal: "Die Küchla g'hören uns gleich und der Bärlauchquark auch", lässt sich die Oma hören.

Überhaupt, die Köstlichkeiten: Schon am Eingang liegt ein verführerisch süßer Duft in der Luft - Zimt und Vanille wie in einem orientalischen Basar. Unweigerlich zieht er die Besucher an. Die süßen Versuchungen aus Mandeln und feinen Zutaten sind zwar nicht ganz fränkisch, aber selbst gemacht.

Im Garten hinter der Museumsscheune kann der Genießer so recht schlemmen. Natürlich gibt es echt fränkische Bratwürste. Aber auch Trendiges: Frozen Yogurt zum Beispiel ist nach den Worten des Verkäufers aus reinem Naturjogurt und soll für Naschkatzen sehr viel gesünder sein als Eis. Wer Hochprozentiges liebt, wird im Saal der Museumsgaststätte fündig. Zwei Damen aus der Nähe von Kulmbach lassen sich gerne "einen Willi" (Birnenbrand) einschenken.

Stoffe und Schmuck für's Auge
Bei so viel Gutem für Magen und Nase kommt das Auge nicht zu kurz. Stoffe in prächtigen Farben, dazu alles was die Tracht erst typisch macht: Bänder und Borten, Schnallen und Schließen, Knöpfe und Glitter. Überall wird gestrickt, gehäkelt und gestickt. Anschauungsunterricht gibt es kostenlos.

"Da ist nix made in China", sagt eine Ausstellerin und nestelt weiter an einem Perlenband. 3000 Perlen und rund 15 Stunden würde sie für eine gehäkelte Halskette brauchen. Der Preis ist stattlich, aber dafür ist jedes Schmuckstück ein Unikat.



Auch Susanne Hofmann-Koch aus Pommersfelden strickt mit Perlen und stellt daraus wunderschöne Dinge her. Sie wird diese Fertigkeit im Oktober im Bauernmuseum in einem Perlenstrickkurs weitergeben.

Ein Verkaufsstand ist ständig von Damen jeglichen Alters umringt. Ein Herr in fränkischer Tracht sorgt dafür, dass jeder Topf auch den richtigen Deckel bekommt. Er weiß genau, was zur Tracht passt, denn er kommt aus der Nähe von Bad Kissingen.