Kurz nach 13 Uhr trieb es am Alten Rathaus vorbei heraus in Richtung Klein-Venedig - das tote Tier, das Christopher Kropf und Stefan Sengenberger zunächst für einen Müllsack hielten.

Die jungen Bamberger waren vor dem Haus der Schiffer- und Fischerzunft in Klein-Venedig mit Sandkirchweih-Vorbereitungen beschäftigt, als ihnen das unförmige Treibgut auffiel. Weil ihm ein Müllsack in weißer Farbe seltsam vorkam, riskierte Kropf dann noch einen genaueren Blick: "Bei näherem Hinsehen entpuppte es sich als Schwein!"

Auch die herbei gerufene Wasserschutzpolizei (WSP) ging Stunden lang davon aus, dass es sich bei dem aufgedunsenen Tier um eine Sau handelte.

WSP-Leiter Heinz Römmelt wunderte sich auch nicht wirklich über das tierische Treibgut: Nach seiner Erfahrung kommt es immer wieder vor, dass sich Landwirte von einem toten Schwein entledigen würden, indem sie es in den nächsten Fluss oder Kanal werfen. Die wollten sich Zeit und Arbeit sparen, mutmaßt der Beamte. Eine korrekte Entsorgung müsste in der Tierkörperbeseitigungsanstalt in Walsdorf erfolgen.

Versuche der Wasserschutzpolizei, den Kadaver mitten in der Altstadt zu bergen, schlugen fehl. Er hatte sich an einem der Boote verfangen, die vor Klein-Venedig lagen. Weil es einfacher erschien, das Tier Richtung Flussmitte los zu bekommen, entschloss man sich, es kontrolliert weiter bis zum Erba-Wehr in Gaustadt treiben zu lassen.

Mehrere Männer übernahmen die unangenehme Aufgabe, den stinkenden Körper von einem Boot aus zu begleiten und sicher zu stellen, dass er sich nicht wieder irgendwo verfing. Das klappte auch.

Am Erba-Rechen stellte sich schließlich heraus, dass es sich nicht um ein Schwein sondern um einen größeren Hund mit hellem Fell handelte.

Was dem Vierbeiner und wo zum Verhängnis geworden ist, ist eine von mehreren noch ungeklärten Fragen. Anders als Schweine sind Hunde recht gute Schwimmer, die eine Zeit lang auch mit einer kräftigen Strömung, wie sie die Regnitz aufweist, klar kommen müssten.

Rätselhaft ist auch, wie der Tierkörper anscheinend unbemerkt und ungehindert die Oberen und Unteren Mühlen mit ihren Wasserkraftwerken und Wehren passieren konnte.

Auch den Fährleuten, die am Mittwoch zwischen 10.30 und 16 Uhr auf der Fußgängerfähre bei der Schleuse 100 tätig waren, ist das tierische Treibgut nicht aufgefallen. Zum Glück sei ihnen diese Begegnung erspart geblieben, gaben sie der Lokalredaktion auf Anfrage zu verstehen.

Möglicherweise lag der Hund ja auch schon mehrere Tage im Fluss, ehe er jetzt mitten in der Bamberger Altstadt auftauchte. Der Zustand des Kadavers lässt laut Römmelt darauf schließen.