Plakate hängen am Eingang des Bamberger Standorts in der Gutenbergstraße. 150 Beschäftigte bangen seit der vergangenen Woche um ihren Job, nachdem Unternehmensboss Adel Al-Saleh die massiven Sparpläne angekündigt hatte. "Das war wie eine Bombe", berichtet Klaus Grasser vom Betriebsrat. Am Dienstag streikten Teile der Belegschaft. Am Donnerstag dann der große ganztägige Streik: Rund 50 Arbeitnehmer mit Tarifverträgen ließen die Arbeit ruhen.
Offiziell ging es bei der Aktion darum, die Tarifverhandlungen anzukurbeln, die in der dritten Runde ins Stocken geraten waren. Nachdem der Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt habe, habe die Gewerkschaft Ver.di die Verhandlungen vorerst abgebrochen, berichtet Grasser. Nun wolle man Druck machen, dass es weitergehen muss. "Wir wollen zeigen: Hier stehen die Leute auf."
Aber es ist kein Geheimnis, was den Beschäftigten noch viel mehr auf der Seele brennt: Die drohende Welle der Schließungen erfüllt viele der IT-Spezialisten mit Sorge. Die Unsicherheit ist groß, zumal aus der Firmenzentrale bisher keine konkreten Aussagen zu den einzelnen Standorten getroffen wurden. Was wird aus Bamberg? Was aus Nürnberg? Was aus Würzburg? "Ich will mich nicht an einer Kaffeesatzleserei beteiligen", sagt Grasser. szs