Brose-Chef Michael Stoschek darf an einem Tag der Sandkirchweih für eine begrenzte Zeit mit seinem historischen Schwimmwagen, VW Typ 166, auf der Regnitz herumschippern. Die Stadt hat ihm dafür eine Sondergenehmigung erteilt und zahlreiche Auflagen gemacht. Wir haben Stoschek zu seinem bevorstehenden Ausflug befragt.



Ist der Montag Ihr Wunschtag, an dem Sie die Fahrt unternehmen möchten?
Meine Begleiter und ich wollen - wie in den Vorjahren - am Montagabend die Regnitz befahren. Wir fahren zum Steg der Villa Geyerswörth, um dort zu Abend zu essen. Danach fahren wir flussabwärts und besuchen wie in den Vorjahren die reizende Familie Pielenhofer, um mit ihr zusammen das Feuerwerk anzusehen.

Sie haben ja nunmehr mit einem altgedienten Wasserwachtler einen "prominenten" Passagier an Bord. Ist dies in Ihrem Sinne?
Ich freue mich, wenn ein Vertreter der Wasserwacht die Gelegenheit erhält, in einem mehr als 70 Jahre alten, extrem seltenen VW Schwimmwagen mitzufahren. Das wird ihm vermutlich genauso viel Freude bereiten wie den zahlreichen Besuchern der Sandkerwa, die uns jedes Jahr zuwinken. Übrigens trauen sich die meisten Besitzer eines Schwimmwagens überhaupt nicht, ins Wasser zu fahren.
 
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Freuen Sie sich schon auf die Fahrt? Und wen werden Sie zur Ausfahrt noch mitnehmen?
Natürlich freue ich mich, diesmal mit einer Ausnahmegenehmigung, wieder teilzunehmen.

Welche Hürden mussten Sie im Vorfeld unternehmen, um die Ausnahmegenehmigung zu bekommen?
Die Ausnahmegenehmigung, die ich erhalten habe, ist sieben Seiten lang. Das zeigt, wie umfangreich die Auflagen gewesen sind, die ich zu erfüllen hatte. U.a. musste ein Sachverständiger bestätigen, dass keine Umweltgefährdung von dem Fahrzeug ausgeht. Nach allem, was ich seit vielen Jahren persönlich für die Bürger Bambergs auf den Gebieten Sport, Kultur und Soziales leiste, habe ich schon ein wenig Entgegenkommen erwarten dürfen.

Wie zufrieden sind Sie mit der gefundenen Lösung? Oder was hätten Sie sich vielmehr gerne gewünscht?
Ich habe Schwierigkeiten, den großen Aufwand und das unglaubliche Medieninteresse an der Sache nachzuvollziehen. Im vergangenen Jahr haben sie sich daran gestört, dass ich ohne Genehmigung gefahren bin und in diesem Jahr stören sich einige Journalisten daran, dass ich mit einer Ausnahmegenehmigung fahre.


Es gibt ja auch noch etliche kritische Stimmen, wie gehen Sie damit um?
Die einzige Kritik kommt vom Vorstand der Fischer- und Schifferzunft, Josef Kropf, der selbst Inhaber einer Ausnahmegenehmigung für drei große Passagierschiffe ist. Weshalb der geschäftliche Erfolg der Familie Kropf ein besonderes öffentliches Interesse darstellen soll, ist für mich nicht nachvollziehbar. Es ist allgemein bekannt, dass die Familie Kropf vor allem ihre eigenen Interessen vertritt und nicht die der zahlreichen Anlieger und Bootsbesitzer in Klein Venedig. Diese dürfen ihre kleinen Boote nicht einmal mit einem Elektromotor ausrüsten, der weder Geräusch noch Abgas verursacht, ganz im Gegensatz zu der Schifffahrt der Familie Kropf.

Die Fragen stellte
Harald Rieger.