• Partygänger in Bamberg sorgen immer wieder für Ärger
  • Stadt will Treiben eindämmen: Bei Unterer Brücke wird "Störbeleuchtung" eingesetzt
  • Konsum von Alkohol und To-Go-Verbot in der Innenstadt werden um vier Wochen verlängert (bis zum 19. Juli 2021)

Die Stadt Bamberg verlängert die bereits beschlossenen Verbotsmaßnahmen zur "Eindämmung der Auswüchse nächtlicher Partygänger", insbesondere an den Wochenenden. Zusätzlich folgen "flankierende Maßnahmen". Das berichtet Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) in der Vollsitzung des Stadtrates am 23. Juni. Vorausgegangen waren intensive Gespräche mit den Gastronomen, dem Bürgerverein IV. Distrikt und der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt. 

Bamberger OB sieht Problem bei Partygängern

"Die Polizei bestätigt, dass sich die Gastronomie an das To-Go-Verkaufsverbot gehalten hat. Die aktuellen Probleme gehen also nicht von der Gastronomie aus, sondern durch das oft missbräuchliche Verhalten auf der Straße", so OB Starke im Stadtrat. Der Oberbürgermeister lobte die Kooperation der Gastronomie und dankte für die Bereitschaft, gemeinsame Lösung zu finden.

Parallel zu den Verbotsmaßnahmen müssten aber weitere Maßnahmen getroffen werden. Im Bereich der Unteren Brücke soll eine "Störbeleuchtung" eingesetzt werden. "Damit wollen wir diesen besonders problematischen Bereich temporär ausleuchten, um so die Anziehungskraft zu mindern und dunkle Räume zu vermeiden", erläuterte der Oberbürgermeister. Die Beleuchtung wird ab Montag (28. Juni 2021) installiert. Es handele sich um eine zeitlich begrenzte Maßnahme.

Wie in anderen Städte auch, beschäftigen die nächtlichen Auswüchse von Partygängern, vor allem an den Wochenenden, mit Lärm, Verunreinigungen und Störungen der Sicherheit und Ordnung die Bamberger Bürger. Die Situation in Teilen der Innenstadt, vor allem in den Bereichen Untere Brücke und Sandstraße, führt besonders nach 23 Uhr zu erheblichen Konflikten. Die Stadt Bamberg hat daher bereits am 10. Juni eine Allgemeinverfügung mit einem Alkoholkonsumverbot sowie einem Verbot des To-Go-Verkaufs alkoholischer Getränke an Freitagen und Samstagen, jeweils in der Zeit von 22 bis 6 Uhr, für weite Teile der Innenstadt erlassen, welche in Abstimmung mit den Vertretern der Gastronomie zunächst bis zum 19. Juli verlängert wird. 

Wildpinkler: Zusätzliche öffentliche Toiletten in Bamberg

Als Gegenmaßnahme zum "Wildpinkeln" hat die Gastronomie ihre Toilettenanlagen auch noch bis zu einer halben Stunde nach der eigentlichen Lokalschließung geöffnet. Außerdem wurden bei den öffentlichen WC-Anlagen die Öffnungszeiten deutlich auf 24 Uhr verlängert (Promenade, Untere Brücke, ERBA).

Ebenso wurde eine höhere Frequenz bei der Leerung der öffentlichen Abfalleimer am Wochenende sowie die Aufstellung zusätzlicher großvolumiger Abfalleimer an den bekannten Hotspots durchgeführt.

Die Bamberger Servicebetriebe sind beauftragt, ähnlich wie zur Sandkerwa, für zunächst zwei Standorte WC-Container bzw. Toilettenwägen zu organisieren. Die Vorbereitungen hierzu liefen bereits. Die konkreten Standorte sind an der Schranne und in der Elisabethenstraße.

Starke verteidigt Polizei und spricht seinen Dank aus

Oberbürgermeister Andreas Starke nimmt die Polizei in Schutz. "Die Polizeikräfte sind durch andere Aufgaben stark gebunden. Angesichts dieser Herausforderungen macht unsere Polizei eine ganz hervorragende Arbeit!", so Starke. Dies gelte im Besonderen auch für den Umgang mit dem derzeitigen Feierverhalten.

Starke weiter: "Wenn es in Bamberg noch nicht zu solchen Szenen, wie beispielsweise jüngst in Augsburg mit massivem Polizeieinsatz und zahlreichen verletzten Einsatzkräften gekommen ist, dann ist das ausschließlich dem ruhigen und besonnen Verhalten der Polizeibeamtinnen und -beamten vor Ort und in der Einsatzzentrale zu verdanken. Daher danke ich an dieser Stelle ausdrücklich der Leitung der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt und allen Polizeibeamtinnen und Beamten für ihren Einsatz zum Wohle der Stadt Bamberg!"

Am 19. Juli wird es ein weiteres Treffen mit den Gastronomen und der Polizei geben, um weitere Maßnahmen für das Sandgebiet und die Innenstadt zu besprechen.