Ideales Laufwetter, eine Rekord-Teilnehmerzahl und eine leicht verlängerte Strecke des Willy-Heckel-Gedächtnislaufes: Die 18. Auflage des Bergsprints hinauf zur Altenburg entwickelte sich zu einem spannenden Rennen. Vor allem bei den Männern ging es an der Spitze knapp zu: Gerade einmal elf Sekunden trennten den Viertplatzierten vom Sieger.

Am Ende setzte sich Andreas Sperber von Ifa Nonstop Bamberg mit 19:02 Min. durch. Damit gewann er nicht nur den von Oberbürgermeister Andreas Starke gestifteten Siegerpokal, sondern auch den Titel des oberfränkischen Meisters im Berglauf. Bei den Frauen siegte Titelverteidigerin Carmen Schlichting-Förtsch vom SC Kemmern mit deutlichem Vorsprung. Sie wurde in 22:15 Min. oberfränkische Berglaufmeisterin.

Über 120 Starter

Etwas mehr als 120 Aktive hatten sich am Start im Bamberger Teufelsgraben eingefunden. Mit dieser Steigerung um fast 50 Prozent gegenüber dem letzten Bergsprint 2012 war das Teilnehmerlimit erreicht, denn noch mehr Läufer würde die teilweise enge und kurvige Strecke nicht vertragen. Vom Start weg setzte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe ab, die schon beim ersten langen Anstieg entlang der Altenburger Straße ein hohes Tempo vorlegte. Andreas Sperber, der nach eigener Aussage mit "dem festen Vorsatz zu siegen" an den Start gegangen war, hatte anfangs Mühe, Anschluss an das schnelle Trio von der LG Bamberg zu halten. Auf dem Rundkurs am Fuß der Altenburg holte der konditionsstarke Triathlet jedoch auf, ehe auf dem steilen Schlussanstieg zu Bambergs höchstem Punkt die Entscheidung fiel.

Sperber lief mit vier Sekunden Vorsprung vor Kevin Karrer (LG Bamberg/19:06 Min.) über die Ziellinie, die diesmal nicht auf der Brücke vor der Burg, sondern im Innenhof lag. Dritter wurde Alexander Rüb (LG Bamberg/19:12 Min.), eine Sekunde vor seinem Vereinskameraden Roland Wild, der den Titel auf seiner "Hausstrecke" diesmal nicht verteidigen konnte. Wild hatte vor zwei Jahren im strömendem Regen in 18:46 Min. souverän gewonnen; diesmal musste er sich mit Platz 4 und dem Sieg in der Altersklasse M45 trösten.

Acht Läufer unter 20 Minuten

Auch die weiteren Spitzenplätze bis Rang 10 teilten sich Sportler der LG und der Ifa Nonstop Bamberg weitgehend unter sich auf, wobei insgesamt acht Läufer unter der 20-Minuten-Marke blieben. Felix Hüttner (Ifa Nonstop) kam in 19:30 Min. auf Platz 5, gefolgt von Torben Heck (LG/19:46), Daniel Haußner (Ifa Nonstop/19:52 Min./2. M30) und Christian Schlapp (DJK LC Vorra/19:58/1. M40). Die Plätze 9 und 10 belegten Tobias Teuscher (LG/20:17/2. M40) und Edgar Loch (Ifa Nonstop/20:30/1. M35).

Zwei Nachwuchtalente machten auf sich aufmerksam: Pascal Bottler (LG) gewann die Konkurrenz der Unter-20-Jährigen und kam in 20:41 Min. als Gesamt-12. ins Ziel. Der zwölf Jahre junge Lukas Hoffmann (DJK LC Vorra) ließ mit 22:35 Min. und dem 27. Platz im Gesamtfeld aufhorchen. Gut in Form zeigten sich auch die älteren Bergsprinter: Jörg Fiedler (LG Erlangen) war in 21:11 Min. Schnellster in der M50, knapp vor Gerhard Dobmeier (TriRockets Bamberg/21:27) und Norbert Stuber (SV Bamberg/22:25 Min.).

Der Wettbewerb der Frauen war eine klare Sache für Carmen Schlichting-Förtsch. Die Athletin vom SC Kemmern hatte zwar noch mit den Folgen einer Erkältung zu kämpfen. Trotzdem hatte sie am Ende mehr als anderthalb Minuten Vorsprung auf Kerstin Lutz (Vorra/23:51/1. W40) und sogar zwei Minuten auf die drittplatzierte Carmen Stichling (Ifa Nonstop/24:19/1. W45). Schlichting-Förtsch gewann damit bereits zum dritten Mal den Bergsprint, den sie als "den schönsten Lauf, den ich kenne" bezeichnet.

Dass ihre Siegerzeit von 22:15 Min. ein bisschen schwächer ausfiel als vor zwei Jahren, lag indes an einer veränderten Wegführung durch den Wald unterhalb der Altenburg. Daher sind die Zeiten nicht mehr miteinander vergleichbar. Helmut Schötz vom SV Bamberg erklärte bei der Siegerehrung deshalb kurzerhand alle Siegerzeiten zu "neuen Streckenrekorden".

Im Zwei-Jahres-Rhythmus

Der Bergsprint, bekannt auch als Willy-Heckel-Gedächtnislauf, wird seit 2012 von der Laufgruppe des Schwimmvereins (SV Bamberg) in Kooperation mit dem Altenburgverein ausgerichtet. Er soll auch künftig alle zwei Jahre Anfang Mai ausgetragen werden, und zwar immer im Wechsel mit dem Weltkulturerbelauf. Sowohl Gerd Urbanski vom Altenburgverein als auch Stadtrat Helmut Müller (CSU) zeigten sich erfreut, dass der "Spurt zur Burg" einen festen Platz im Bamberger Sportkalender hat und sich wachsenden Zuspruchs erfreut. Als teilnehmerstärkste Mannschaft des Bergsprints wurde die DJK LC Vorra geehrt. Den Preis überreichte Robert Heckel, der Sohn des "Erfinders" des Bergsprints, des einstigen FT-Lokalredakteurs Willy Heckel.

Die Sieger nach Altersklassen

Männer-Hauptklasse: Kevin Karrer (LG Bamberg) 19:06 Min. - M12: Lukas Hoffmann (DJK LC Vorra) 22:35. - M13: Kristof Kalocsai (TSV Coburg-Scheuerfeld) 22:58. - MU20: Pascal Bottler (LGB) 20:41 Min. - M30: Andreas Sperber (Ifa Nonstop) 19:02. - M35: Edgar Loch (Ifa Nonstop) 20:30. - M40: Christian Schlapp (Vorra) 19:58. - M45: Roland Wild (LGB) 19:13 - M50: Jörg Fiedler (LG Erlangen) 21:11. - M55: Reinhard Dölfel (SC Heiligenstadt) 23:43. - M60: John Stackmann (LG Erlangen) 24:05. - M65: Alois Zenk (TSV Scheßlitz) 26:35. - M70: Kaspar Stappenbacher (Vorra) 26:41. - M75: Alfred Zach (TS Lichtenfels) 37:18.
Frauen-Hauptklasse: Arina Altvater (ohne Verein) 25:41. - W12: Annika Stichling (Ifa Nonstop) 25:51. - WU18: Theresa Musiol (TSV Staffelstein) 25:50. - WU20: Nadja Langer (TSV Scheßlitz) 28:12. - W30: Ulla Hornfeck (TSV Carlsgrün) 26:39. - W35: Carmen Schlichting-Förtsch (SC Kemmern) 22:15. - W40: Kerstin Lutz (Vorra) 23:51. - W45: Carmen Stichling (Ifa Nonstop) 24:19. - W50: Irene Rupprecht (SV Bamberg) 29:56. - W55: Carmen Fuhrmann (Team Klinikum Nürnberg) 25:55. - W60: Sylvia Wendenburg (SV Bamberg) 31:29. - W65: Elisabeth Addala (Vorra) 33:11. - W70: Sibylle Vogler (SC Kemmern) 30:33