Vor wenigen Jahren hatte Michael Stoschek, das Gesicht des Hauptsponsors Brose und Aufsichtsratsvorsitzender der Bamberger Basketball GmbH, langfristige Bindungen von Spielern an den Verein gefordert, als nach und nach die bei NBA- oder Top-Euroleague-Klubs gelandeten Brad Wanamaker, Darius Miller, Nicolo Melli, Daniel Theis oder Janis Strelnieks Bamberg verließen. Zum Ende der Ära von Trainer Andrea Trinchieri (und dessen Sportdirektor Daniele Baiesi) blieben die Erfolge aus, die Fluktuation auf den entscheidenden Posten wurde höher und die nun langfristig abgeschlossenen Verträge vieler gekündigter Spieler, Trainer und Sportdirektoren belasteten den Etat der Bamberger Basketball GmbH.

Dies geht nun mit Ex-Coach Roel Moors und dessen Assistenten Thomas Crab weiter, die bei laufenden Verträgen freigestellt wurden. Ob das viel zitierte Resetknopf-Drücken auch 2021 weitergeht? Mit dem neuen Trainer Johan Roijakkers kommt ein Coach, der die Bundesliga seit sechs Jahren kennt und in Göttingen aus einem kleinen Etat sehr viel herausgeholt hat. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte unter der Regie des Niederländers.

In den vergangenen drei Jahren geriet dies in Bamberg zunehmend in starke Schieflage. Roijakkers ist es zuzutrauen, die Waage wieder ins Lot zu bringen. Dass man auch in verhältnismäßig jungen Jahren - Roijakkers ist 39 - Erfolg haben kann, zeigte Chris Fleming, der als 38-Jähriger Coach nach Bamberg kam. Der Amerikaner stand 2008 nach wenigen Monaten vor dem Rausschmiss. Damals schenkte der Verein dem Trainer das Vertrauen, hielt an ihm fest und wurde für diese Geduld in den Jahren 2010 bis 2013 mit vier Meisterschaften und drei Pokalsiegen belohnt. Kontinuität zahlt sich aus. u.schilling@infranken.de