Anadolu Efes Istanbul ist das Team der Stunde in der Euroleague. Mit zuletzt fünf Erfolgen aus sechs Partien kletterten die Türken bis auf den siebten Tabellenplatz und dürfen sich mit 13:11 Siegen berechtigte Hoffnungen auf das Erreichen der Play-offs machen. Genau in die gegensätzliche Richtung lief es bei Brose Bamberg: Nach nur einem Sieg aus den letzten acht Partien sind die Chancen auf Rang 8 in den verbleibenden sechs Partien tatsächlich nur noch theoretischer Natur. Verliert der deutsche Meister am Freitag (19 Uhr) in der Istanbuler Abdi Ipekci Arena und Baskonia Vitoria verbucht gleichzeitig einen Sieg bei Fenerbahce Istanbul, sind die Rechenspiele endgültig beendet.
"Es hat sich nur am großen Bild etwas verändert. Ansonsten steht ein Auswärtsspiel bei einem sehr starken Gegner auf dem Programm. Dieser Ausgangslage werden wir uns stellen. Das war auch schon in Belgrad so, sonst wären wir am Ende nicht von minus 25 auf minus sechs herangekommen. Wir haben weiter das Verlangen, uns zu verbessern und mitzuhalten", betont Bambergs Trainer Andrea Trinchieri.
"Aus basketballspezifischer Sicht ist es wichtig, dass wir uns mit unserer ganzen Physis wehren, denn das ist vielleicht das Team in der Euroleague, das über die größte Athletik verfügt. Wir müssen gut auf den Ball aufpassen, denn sie werden versuchen, uns mit ihrer Physis aus der Bahn zu werfen", rechnet der Italiener mit einem harten Kampf und ergänzt: "Honeycutt, Brown und Dunston sind unglaublich physisch auf den Positionen drei bis fünf - alle drei können weit über Ringniveau agieren. Efes braucht einen Sieg und wird versuchen, uns wie einen Appetitanreger aufzuessen."
Im Blickpunkt dieser Partie stehen zwei Franzosen: Fabien Causeur bot im Hinspiel auf dem Parkett der Nürnberger Arena beim 91:83-Sieg über Anadolu Efes mit 28 Punkten und einem Effektivitätswert von 35 eine Galavorstellung und war auch von seinem Landsmann Thomas Heurtel (13 Zähler) nicht zu stoppen. Letzterer lief aber im Februar zur Glanzform auf und sicherte sich den Titel des wertvollsten Euroleague-Spielers des Monats. Im Schnitt kommt er auf 13,8 Punkte und 6,1 Assists.
In der türkischen Liga rangiert Anadolu Efes punktgleich mit Spitzenreiter Fenerbahce Istanbul (jeweils 18:2 Siege) auf Rang 2. Das Pokalfinale verlor die Mannschaft von Trainer Velimir Perasovic gegen Banvit Bandirma mit 66:75.


Am Sonntag in Oldenburg

Und genau dieser türkische Pokalsieger hat am Dienstag die Oldenburger, bei denen Brose Bamberg am Sonntag (18 Uhr) in der Bundesliga antreten muss, im Achtelfinale der Champions League rausgeworfen. Der Bundesliga-Siebte stieß dabei einmal mehr in dieser Saison an seine Grenzen und musste die Überlegenheit einer starken Mannschaft anerkennen. Gegen die ersten vier der nationalen Liga (Ulm, Bamberg, München und Bayreuth) gab es in dieser Saison noch keinen Sieg. Der Mannschaft von Trainer Mladen Drijencic fehlt es an der Ausgeglichenheit. Einen schlechten Tag der Leistungsträger Chris Kramer oder Brian Qvale kann das Team nicht verkraften, obwohl Routinier Ricky Paulding weiterhin auf höchstem Niveau agiert. Jetzt sollen aber die lange verletzten Maxime De Zeeuw und Vaughn Duggins ins Team zurückkehren. Auf jeden Fall müssen sich die Bamberger auch auf Grund der Reisestrapazen - sie fliegen am Samstag von Istanbul direkt nach Bremen - vorsehen, um Spitzenreiter Ulm auf den Fersen zu bleiben.