Als Brad Wanamaker als letzter Spieler seine Ehrenrunde beendet hatte und auf den Block der Bamberger Fanclubs zulief, wurde er nicht nur von den Anhängern jubelnd in Empfang genommen. Auch seine Teamkameraden klatschten begeistert Beifall. "Keiner von Moskau konnte ihn stoppen, egal ob groß oder klein", sagte Daniel Theis. Und Patrick Heckmann meinte: "Er hat in den letzten fünf Minuten jedes Mal die richtige Entscheidung getroffen." Die letzten 13 Punkte der Brose Baskets beim 84:79 (40:40)-Heimsieg über Khimki Moskau gingen allesamt auf das Konto des Kapitäns, der 18 seiner insgesamt 25 Zähler in den letzten fünf Minuten der Partie erzielte. Im "Mitternachtsspiel" der Basketball-Euroleague war Wanamaker am späten Donnerstagabend hellwach.


Garant für den fünften Heimsieg

Mit seiner Gala-Vorstellung im Schlussviertel sicherte der 26 Jahre alte Aufbauspieler den fünften Heimsieg in der Top-16-Runde, mit dem der deutsche Meister seine kleine Chance auf das Viertelfinale wahrte. Er hat jetzt nur noch zwei Punkte Rückstand auf den vierten Platz, der noch zum Einzug in die Play-offs berechtigt. "Ich hatte einen Lauf. Meine Teamkameraden haben mich gefüttert. Die Würfe sind gefallen, da habe ich einfach weitergemacht", freute sich Wanamaker, der oft energisch zum Korb zog und erfolgreich abschloss.
Der US-Amerikaner drehte just in dem Augenblick auf, als sein Team mit dem Rücken zur Wand zu stehen schien. Mit einem Acht-Punkte-Rückstand gingen die Bamberger ins letzte Viertel. Doch zum wiederholten Mal schafften sie es in dieser Partie, einen Rückstand in dieser Höhe wettzumachen. Großen Anteil an diesem Aufbäumen hatte auch Leon Radosevic. Der nachverpflichtete Center sorgte mit 18 Punkten, sechs Rebounds und starker Verteidigung dafür, dass sein Team immer auf Schlagdistanz blieb - bis Wanamaker übernahm.


Trinchieri beeindruckt

Beeindruckt von der Nehmer-Qualität seiner Mannschaft war auch Trainer Andrea Trinchieri. "Wir waren gegen die Mannschaft mit dem meisten Talent in der Euroleague kurz vor dem Kollaps. Aber wir haben einen Weg gefunden, das Spiel noch zu gewinnen. Was kann ich als Trainer von meiner Mannschaft mehr erwarten? Es war ein weiterer großer Sieg in einer erstaunlichen Euroleague-Saison", meinte der Italiener.


Am Sonntag kommt Ludwigsburg

Am kommenden Donnerstag wollen die Brose Baskets wieder vor eigenem Publikum gegen ZSKA Moskau ein weiteres dickes Ausrufezeichen setzen. Vor dem vierten Vergleich in dieser Saison mit dem Titelanwärter steht am Sonntag (17 Uhr) aber noch das dritte Duell mit den MHP Riesen Ludwigsburg an. Nach den klaren Erfolgen im Hinspiel (77:62) und im Pokal-Viertelfinale (71:58) genießen die Bamberger diesmal Heimrecht und peilen den 17. Bundesliga-Sieg in Folge an. Die Schwaben sind aber in guter Form: Das Team von Trainer John Patrick hat nur eines der letzten sieben Spiele verloren und ist als Tabellenvierter voll auf Play-off-Kurs.
Brose Baskets Bamberg - Khimki Moskau 84:79
(16:17, 24:23, 16:24, 28:15)
Bamberg Wanamaker (25 Punkte/1 Dreier), Radosevic (18), Zisis (16/3), Melli (7/1), Strelnieks (6), Theis (5/1), Harris (4), Heckmann (3), Miller, Nikolic, Staiger
Moskau Dragic (14/2 Dreier), Shved (14/2), Davis (10/1), Augustine (10), Rice (9/1), Koponen (9/2), Boone (8), Monia (3), Vyaltsev (2), Honeycutt
SR Belosevic (Serbien), Ryzhyk (Ukraine), Peruga (Spanien)
Zuschauer 5700
Gesamtwurfquote Bamberg 50 Prozent (29 Treffer/57 Versuche), Moskau 46 (31/67)
Dreierquote Bamberg 33 Prozent (6/18), Moskau 36 (9/25)
Freiwurfquote Bamberg 77 Prozent (20/26), Moskau 89 (8/9)
Rebounds Bamberg 35 (27 defensiv/8 offensiv), Moskau 32 (22/10)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 3/10, Moskau 4/9
Assists Bbg. 19 / Moskau 21
Fouls Bamberg 19 / Moskau 25