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Bamberg
Basketball

Halle wird zur Hygiene-Festung

Ohne Sprühnebel-Desinfektion und Fiebermessung kommt keiner in den Audi-Dome - so sieht es dieser Tage beim Basketball-Bundesliga-Final-Turnier aus.
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Bevor der Bamberger Individualtrainer Stefan Weissenböck in den Audi-Dome darf, muss er durch die Desinfektionsschleuse gehen. Foto: Daniel Löb
Bevor der Bamberger Individualtrainer Stefan Weissenböck in den Audi-Dome darf, muss er durch die Desinfektionsschleuse gehen. Foto: Daniel Löb
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Auf dem Parkett des Münchner Audi-Domes prangen im Mittelkreis und um die beiden Freiwurflinien herum die Logos von zwei der wichtigsten Sponsoren von Brose Bamberg. Auch auf den LED-Werbebanden um das Spielfeld präsentieren sich Geldgeber des neunfachen deutschen Meisters in Werbeeinspielungen. Auf diese Weise wird den ausgesperrten Bamberger Basketballfans zumindest vor dem Fernsehschirm etwas Heimspielatmosphäre vorgegaukelt. Schließlich ist Brose Bamberg am Samstagnachmittag beim Duell mit den Frankfurt Skyliners erstmals beim Quarantäne-Turnier in München die "Heimmannschaft" - und darf daher den Audi-Dome für lokale Werbezwecke nutzen.

Gedämpfte Musik

Und doch ist natürlich alles ganz anders als bei einem Heimspiel in der Brose-Arena. Als die Spieler wie üblich 30 Minuten vor dem Sprungball zum Aufwärmen in die fast menschenleere Halle einlaufen, werden sie nicht mit Applaus begrüßt. Das Mikrofon des Hallensprechers bleibt stumm, aus den Lautsprechern schallt gedämpfte Musik. Nur das Quietschen der Schuhsohlen auf dem Parkett in der spärlich erleuchteten Arena, deren Zuschauertribüne abgedunkelt ist, zeugt davon, dass hier in Kürze ein Basketballspiel stattfinden wird. "Das ist schon ein krasses Gefühl, wenn man beim Aufwärmen sieht, dass die Halle leer ist", sagt Brose-Aufbauspieler Marvin Heckel.

Sprühnebel aus Desinfektionsmittel

Alles andere als normal ist diese Bundesliga-Partie in Corona-Zeiten auch für den Reporter. Bevor er den Audi-Dome überhaupt betreten darf, muss er samt Laptoptasche durch ein Zelt laufen, in dem ihn eine Sprühnebelwand aus Desinfektionsmittel erwartet. Anschließend müssen die Hände gewaschen werden. Dafür steht ein mobiles Waschbecken aus der Gastronomie bereit. Nach dem Betreten des Hallenfoyers wird nochmals darum gebeten, sich die Hände zu desinfizieren. So steht es auf dem Schild neben dem entsprechenden Spender. Und bevor der Halleninnenraum betreten werden darf, misst ein Ordner mit einem Stirnthermometer Fieber: 36,7 Grad, Zutritt erlaubt!

Passiv- und Aktivzone

Der Reporter ist jetzt Teil des sogenannten Passivteams, das strikt von den in Quarantäne befindlichen Aktiven - Spieler, Trainer und Schiedsrichter - getrennt wird. Die Passivzone bilden neben den Medienvertretern auch das Hallenpersonal, Techniker, Sanitäter und vier Personen, die die beiden Vereine des jeweiligen Spiels frei benennen dürfen. Gegen die Frankfurt Skyliners saßen für Brose Bamberg Individualcoach Stefan Weissenböck, der an der Schulter operierte Louis Olinde und die beiden Marketingmitarbeiter Jonas Reinfelder und Martin Schmitt auf der mit 30 Personen spärlich besetzten Zuschauer-/Pressetribüne. Die Hälfte davon stellte die mit "voller Kapelle" anwesende Truppe von Magentasport.de, die jedes der 35 Spiele beim Münchner Geisterturnier live überträgt.

Umbau für jedes "Heimspiel"

Als die Partie Nr. 15 mit dem Bamberger Sieg über die Hessen beendet ist, geht alles blitzschnell. Fünf Minuten nach der Schlusssirene sind die Spieler beider Teams schon auf dem Weg zu den Mannschaftsbussen, die sie ins Quarantänehotel am Olympiapark zurückfahren. Erst dort wird geduscht - im Audi-Dome ist das aufgrund der Hygienevorschriften untersagt.

Kaum haben die Akteure das Parkett verlassen, rücken zehn fleißige Helfer an, lösen die Bamberger Sponsorenlogos vom Hallenboden und bringen ebensolche von Rasta Vechta - dem "Heimteam" der folgenden Partie - an.

Spätestens 45 Minuten nach Spielende muss die Passivzone geräumt sein. Draußen wird mittlerweile die Sprühnebelanlage befüllt. Damit das Coronavirus auch beim Abendspiel zwischen Vechta und Berlin keine Chance hat.

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