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Basketball

Halbfinale ist noch in Reichweite

Brose Bamberg unterliegt im Viertelfinal-Hinspiel den EWE Baskets Oldenburg mit 81:86. Am Samstag steigt das Rückspiel beim Bundesliga-Finalturnier.
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Der gebürtige Bamberger im Oldenburger Trikot, Karsten Tadda (rechts), verteidigt gegen Jordan Crawford, der auf 15 Punkte kam, aber nur sechs seiner 14 Würfe traf. Foto: Daniel Löb / Pool via Frank Hoermann / SVEN SIMON
Der gebürtige Bamberger im Oldenburger Trikot, Karsten Tadda (rechts), verteidigt gegen Jordan Crawford, der auf 15 Punkte kam, aber nur sechs seiner 14 Würfe traf. Foto: Daniel Löb / Pool via Frank Hoermann / SVEN SIMON
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Für Brose Bamberg ist beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga der Einzug ins Halbfinale noch in Reichweite. Die Mannschaft von Trainer Roel Moors verlor zwar am späten Donnerstagabend das Viertelfinal-Hinspiel im Münchner Audi-Dome mit 81:86, muss im Rückspiel am Samstag (16.30 Uhr) aber nur einen Fünf-Punkte-Rückstand wettmachen, um noch in die Runde der besten vier Teams einzuziehen. Gegner im Halbfinale wäre vermutlich Alba Berlin, das am Donnerstag die BG Göttingen mit 93:68 deklassiert hat.

Die Bamberger lagen zwischenzeitlich mit 17 Punkten zurück, kamen aber dank eines starken letzten Viertels noch einmal in Schlagdistanz zum Gegner. "Das hätte schlimmer enden können. Ich bin stolz darauf, wie sich die Mannschaft zurückgekämpft und uns die Chance gegeben hat, das Ding im Rückspiel noch zu drehen", meinte der mit 24 Punkten überragende Brose-Teamkapitän Elias Harris. Der Center lieferte sich mit seinem Pendant auf Oldenburger Seite, Rasid Mahalbasic, ein packendes Duell. Der Österreicher erzielte mit 19 Zählern und zehn Rebounds ein Double-Double.

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Bundesliga

Brose Bamberg - EWE Baskets Oldenburg 81:86

(15:24, 18:21, 21:20, 27:21) Die Bamberger fanden lange nicht zu ihrem Spiel. Sie trafen zu Beginn nur einen der ersten sieben Würfe, was zu Verunsicherung führte. Einzelaktionen, meist von Jordan Crawford und Harris - der zuletzt angeschlagene Center war ebenso wie Tré McLean einsatzfähig - , waren die Folge. Im ersten Viertel stand kein Assist zu Buche, auch bei den Dreiern stand im Statistikbogen die Null: kein Treffer bei sechs Versuchen. Die Oldenburger zeigten das bessere Teamplay und führten nach dem ersten Drittel mit 25:14.

Sie hatten in Center Rasid Mahalbasic einen Spieler in ihren Reihen, den die Oberfranken nie in den Griff bekamen. Auch deshalb, weil sie darauf verzichteten, gegen den Österreicher mit zwei Spielern zu verteidigen. Mahalbasic hatte zur Pause bereits elf Punkte erzielt. Bei den Bambergern hielt Harris offensiv dagegen. Der Ex-Nationalspieler erzielte acht seiner elf Zähler im zweiten Viertel.

Seric: Wir müssen mutiger spielen

Die Bamberger kamen zwischenzeitlich bis auf drei Zähler heran (28:31), doch schafften sie es nicht, bis zur Pause zu ihrem Gegner aufzuschließen. Mit drei Ballverlusten kurz hintereinander luden die Oberfranken die EWE Baskets zu Schnellangriffen ein. Ein Zwölf-Punkte-Rückstand zur Halbzeit war die Folge. "Uns fehlt die Konsequenz im Abschluss und beim Rebound. Wir müssen mutiger spielen", meinte Brose-Forward Mateo Seric vor dem Gang in die Kabine.

Auch zu Beginn des dritten Abschnitts war im Spiel der Bamberger aber zunächst noch der Wurm drin. Center Assem Marei hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und vergab den dritten Korbleger in dieser Partie. Auf der Gegenseite knüpfte "Oldie" Rickey Paulding an seine starke Vorstellung aus der ersten Halbzeit an und brachte die EWE Baskets mit 54:37 in Front (23.). Dem Moors-Team schienen früh die Felle davonzuschwimmen. Oldenburg nutzte die Chance, das Spiel frühzeitig zu entscheiden, aber nicht. Als Moors eine kleinere Aufstellung wählte und mit Nelson Weidemann, Kameron Taylor und Retin Obasohan drei Guards aufs Feld schickte, nahm das Bamberger Spiel etwas an Fahrt auf. Obasohan brachte seine Farben mit einem Dreier und einem Drei-Punkte-Spiel wieder heran (54:61, 28. Minute), doch bis zum Ende des dritten Viertels kam kein weiterer Zähler mehr dazu. Die Norddeutschen gingen daher mit einer zweistelligen Führung in den letzten Abschnitt (65:54).

Im Schlussdurchgang steigerten sich die Brose-Basketballer aber gewaltig. Ihr Spiel hatte auf einmal wesentlich mehr Struktur, außerdem fielen die Würfe von außen. Nach Dreiern von Kameron Taylor (2) und Crawford waren die Bamberger plötzlich auf 73:74 dran (37.).

Sie schafften es aber nicht, die Partie zu drehen. Im letzten Angriff hatten sie beim Stand von 81:86 die Chance, den Rückstand auf zwei Punkte zu verkürzen, doch vertändelten sie ein weiteres Mal den Ball und müssen nun im Rückspiel am Samstag mit sechs Punkten Vorsprung gewinnen, um das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft zu erreichen.

Spieler des Spiels

Elias Harris sprang für seinen indisponierten Center-Kollegen Assem Marei in die Bresche und hielt die Bamberger fast im Alleingang im Spiel. Mit 24 Punkten bei einer Trefferquote von 61 Prozent aus dem Feld war er der effektivste Brose-Akteur. Zudem standen für den 30-Jährigen fünf Rebounds und zwei Assists zu Buche.

Die Statistik

Bamberg Harris (24 Punkte), Crawford (15/1 Dreier), Obasohan (10/1), K. Taylor (8/2), Lee (7/1), Sengfelder (5/1), Weidemann (3/1), McLean (3/1), Seric (3/1), Marei (3), Heckel Oldenburg Paulding (20/2), Mahalbasic (19/1), Boothe (15/2), Hummer (11), Larson (8), Hobbs (7/1), Tadda (3/1), Amaize (2), Hollatz (1), Stanic SR Rodriguez, Bittner, Cici Gesamtwurfquote Bamberg 45 Prozent (32 Treffer/71 Versuche), Oldenburg 48 (32/67)

Dreierquote Bamberg 36 Prozent (9/25), Oldenburg 29 (7/24) Freiwurfquote Bamberg 73 Prozent (8/11), Oldenburg 71 (15/21) Rebounds Bamberg 37 (25 defensiv/12 offensiv), Oldenburg 36 (28/8) Ballgewinne/-verluste Bamberg 1/10, Oldenburg 3/8

Assists Bbg. 16 / Oldenburg 19 Fouls Bamberg 19 / Oldenburg 17