14 Dreier, dazu noch gefühlt ein gutes Dutzend Dunkings - die Brose Baskets fegten über die hilflosen Walter Tigers Tübingen hinweg wie das Orkantief "Niklas" in der vergangenen Woche über Deutschland. Mit dem deutlichen 100:59 (51:22) haben sich die Bamberger am Ostersonntag für die überraschende Pleite in Ludwigsburg eindrucksvoll rehabilitiert, die Tabellenführung in der Bundesliga verteidigt, den Heimnimbus in der Brose Arena mit dem 15. Sieg im 15. Bundesliga-Spiel vor eigenem Publikum behauptet und viel Selbstvertrauen für das Pokal-Top-Four-Turnier am Wochenende in Oldenburg getankt.

"Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich nach dem ersten Viertel jemals so hoch geführt habe", sagte Josh Duncan, der zusammen mit Darius Miller (beide je 21 Punkte) bester Bamberger Werfer war, über den herausragenden ersten Spielabschnitt. Während auf der Anzeigetafel die Ziffer 2 beim Tübinger Punktestand minutenlang wie eingebrannt stehen blieb, wuchs die Zahl auf Bamberger Seite ständig. Mit einem 18:0-Lauf zogen die Gastgeber schnell auf und davon. Mit ihrer aggressiven Verteidigung erzwangen sie etliche Tübinger Ballverluste, schlossen Schnellangriffe sicher ab und ließen ihren völlig überforderten Gegner hilflos aussehen.

Als Duncan nach sechs Minuten vom Feld ging, hatter er bereits zehn Punkte erzielt. Die gleiche Ausbeute hatte Ryan Thompson am Ende des Viertels zu Buche stehen. Überschaubar waren dagegen die erfolgreich abgeschlossenen Angriffe der Tübinger: Ein Korbleger von Branislav Ratkovica, ein Tip-in von Aleksandar und drei Freiwurfpunkte von Antoine Rubit ergaben in Summe sieben Punkte, Bamberg hatte dagegen bereits 33 erzielt. Die Geschichte des Spiels ist damit eigentlich schon erzählt.

"Wir haben nach der Niederlage in Ludwigsburg die richtige Antwort gegeben. Wir waren defensiv besser und haben versucht physischer zu spielen", meinte Andrea Trinchieri. Der Trainer der Brose Baskets verzichtete gegen den Tabellen-16. aufgrund der Ausländerbeschränkung auf Dawan Robinson und schonte Elias Harris, den eine Muskelverhärtung im Nacken plagt.

Nach der Pause zogen die Bamberger auf über 40 Punkte Vorsprung davon, weil die Umstellung der Tigers-Verteidigung von Mann- auf Zonenabwehr nicht fruchtete. Mit dem 14. Dreier machte Miller am Ende auch noch den "Hunderter" perfekt. Doch vom Kantersieg ließ sich Trinchieri nicht blenden: "Alles, was wir heute gezeigt haben, wird am Samstag nicht reichen", mahnte der Italiener vor dem Pokal-Hit gegen Alba Berlin eine weitere Leistungssteigerung an.

Die Statistik

Brose Baskets Bamberg - Walter Tigers Tübingen 100:59
(33:7, 18:15, 28:16, 21:21)
Bamberg Miller (21 Punkte/4 Dreier), Duncan (21/3), Thompson (13/1), Strelnieks (12/4), Wanamaker (8), Obst (7/1), Mbakwe (6), Tadda (5/1), Theis (5), Schmidt (2)
Tübingen Rubit (13/1), Mihailovic (10/1), Nadjfeji (8), Radosavljevic (6), Ratkovica (5/1), Agva (5), Wallace (4), Jönke (3), McKinney (3), Kashirov (2), Hiller
SR Simonov, Kovacevic, Frölich
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 55 Prozent (32 Treffer/58 Versuche), Tübingen 29 (15/51)
Dreierquote Bamberg 48 Prozent (14/29), Tübingen 16 (3/19)
Freiwurfquote Bamberg 71 Prozent (22/31), Tübingen 81 (26/32)
Rebounds Bamberg 38 (29 defensiv/9 offensiv), Tübingen 29 (19/10)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 9/13, Tübingen 5/22
Assists Bamberg 28/Tübingen 12
Fouls Bamberg 31 /Tübingen 29