Die historische Derbyniederlage im Hinspiel sollte für die Bamberger Brose-Basketballer Ansporn genug sein. Beim 69:72 im vergangenen November zogen sie erstmals überhaupt in eigener Halle gegen die Würzburger den Kürzeren. Am Freitag (20.30 Uhr/s.Oliver-Arena) wollen sie im Rückspiel verhindern, dass sie zum ersten Mal beide Duelle in einer Saison gegen die Unterfranken verlieren. Im Falle einer Niederlage beim punktgleichen Tabellennachbarn könnte die auf Rang 8 liegende Mannschaft von Trainer Roel Moors abermals aus den Play-off-Rängen der Bundesliga rutschen. Das 20. fränkische Duell ist also nicht nur aufgrund der geografischen, sondern auch der tabellarischen Nähe brisant.

Nach der bitteren 70:107-Abfuhr bei Alba Berlin, bei der die Bamberger vom übermächtigen Euroleague-Team demontiert wurden, geloben sie Besserung. "Wir fahren nach Würzburg, um dort zu gewinnen. Das sind wir vor allem unseren Fans schuldig, die uns immer und überall toll unterstützen. Wir müssen definitiv eine bessere Leistung zeigen als in Berlin", meinte Jungnationalspieler Louis Olinde. Aufgrund mangelnder Aggressivität in der Defensive hatte sein Team in der Hauptstadt die höchste Niederlage in dieser Saison kassiert. In einer Videoanalyse wurde diese noch einmal aufgearbeitet. "Wir müssen jetzt zeigen, dass wir es viel besser können", fordert Coach Moors.

Im Gegensatz zu seinem Team sind die Würzburger wesentlich besser aus der Länderspielpause gekommen. Nach zuvor drei Niederlagen in Folge haben sie in einem Kurztrainingslager an ihrem Spiel gefeilt und sind mit einem 95:86-Sieg in Bonn in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Center Luke Fischer verpasste dabei mit 26 Punkten, zwölf Rebounds und acht Assists ein "Triple-Double" nur knapp. Cameron Wells, mit 16,2 Zählern im Schnitt bester Werfer der Unterfranken, steuerte 23 Punkte bei.

"Nach den drei Niederlagen in Folge war es wichtig, mit dem Sieg in Bonn in die Rückrunde reinzukommen. Wir haben dort sehr erwachsen und vernünftig gespielt und das Gefühl, dass die Stimmung und die Konzentration in der Mannschaft jetzt wieder gut sind", meinte Denis Wucherer. Der Würzburger Coach erwartet, dass die Bamberger nach der Niederlage in Berlin "mit einer Portion Wut im Bauch spielen werden. Gerade in punkto Physis müssen wir von Anfang an dagegen halten."

Bei den Bambergern wird wie zuletzt in Berlin einer der ausländischen Profis seinen Platz für Neuzugang Jordan Crawford räumen müssen. Der nachverplichtete US-Guard war in der Hauptstadt mit elf Punkten zusammen mit Assem Marei auf Anhieb bester Werfer seiner Mannschaft, offenbarte aber noch konditionellen Rückstand.

Wer für Crawford weichen muss, will Moors kurzfristig entscheiden. Der Belgier stellte vor dem Frankenderby klar: "Wir müssen gewinnen, keine Frage. Wir wollen in die Play-offs, dafür ist ein Sieg unerlässlich." Sollten die Bamberger mit mehr als drei Punkten Differenz gewinnen, hätten sie den direkten Vergleich mit den Unterfranken für sich entschieden. Dieser könnte im Kampf um einen Play-off-Platz noch eine große Rolle spielen.