"Wir wissen, dass wir in Bad Aibling nicht gut gespielt haben. Das ärgert uns selbst am meisten. Damit es mannschaftlich besser läuft, müssen wir die individuellen Fehler abstellen. Das ist das erste Ziel", sagt Kathrin Gut vor dem Heimauftritt der DJK Brose Bamberg am Samstag um 16.30 Uhr in der 2. Basketball-Liga Süd der Damen gegen die Elangeni Falcons Bad Homburg. Der Meister der Regionalliga Süd-West aus der vergangenen Saison kommt als bis dato ungeschlagener Aufsteiger in die Graf-Stauffenberg-Halle, gewann allerdings nur zwei seiner drei Partien aus eigener Kraft.


Homburg tanzt aus der Reihe

Weil der TSV Speyer-Schifferstadt aufgrund des Einsatzes einer nicht teilnahmeberechtigten Spielerin seitens der Liga aber mit einer Ordnungsstrafe belegt wurde, ging auch die ursprünglich verlorene Partie des zweiten Spieltages mit 20:0 an die Mannschaft aus dem Hochtaunuskreis.
Erfolge über Würzburg und Mitaufsteiger Karlsruhe machten den gelungenen Einstand der Falcons perfekt, den auch die öffentliche Schelte der 2. Damen-Basketball-Bundesliga ob des Verstoßes gegen das sogenannte "Gentlemen's Agreement" offenbar nicht trüben konnte. Mit dieser "Übereinkunft unter Ehrenmännern" verständigten sich die Zweitliga-Vereine mehrheitlich darauf, nach dem Wegfall der "Deutschenquote" und bis zur Installation einer EU-rechtskonformen Lösung auch weiterhin stets mit drei deutschen Spielerinnen auf dem Feld zu agieren. Die Homburger argumentierten derweil in einer Stellungnahme, sich nicht an den Wortlaut des "Gentlemen's Agreement" halten zu können, "da wir die Spielerinnen (die keine Profispielerinnen sind!), die bei uns leben, hier arbeiten, Steuern zahlen, nebenbei Basketball spielen und zum Aufstieg beigetragen haben als integralen Teil unserer Gesellschaft, unseres Vereins und unserer Mannschaft sehen". Eine längst überfällige bindende Regelung, deren Nicht-Einhaltung entsprechende Strafen nach sich zieht, gibt es in der laufenden Spielzeit nicht. Eine solche wollen Vertreter von Liga, Vereinen und dem Deutschen Basketball Bund erst für die Spielzeit 2016/2017 präsentieren.
Schaltzentralen beim Aufsteiger sind neben der Polin Joanna Semerda (15,5 Punkte pro Partie) in erster Linie die US-Amerikanerinnen Chelsea Meeks und Elizabeth Horton. Das Duo markierte im Schnitt bislang fast 35 Zähler pro Begegnung und sammelt rund 13 Rebounds ein. Weitere sechs respektive vier Punkte steuern die Türkin Mariem Ouertani und die Tschechin Lucie Straib bei.


Einsatz von Cantrell fraglich

"Die strahlen alle Gefahr aus, insbesondere die beiden Amerikanerinnen", weiß Ulf Schabacker. "Wichtig wird daher für uns sein, dass wir intensiv und gut eingestellt ins Spiel gehen, gut verteidigen, gut den Ball bewegen und schnell spielen. Das ist ein richtungweisendes Heimspiel für uns." In die Verlegenheit, seinerseits das Agreement unbeabsichtigt außer Acht zu lassen - in Bad Aibling standen für wenige Sekunden Liisi Sokman, Ieva Jansone und Miranda Cantrell zeitgleich auf dem Feld -, könnte der DJK-Headcoach diesmal unter Umständen gar nicht erst kommen. Denn der Einsatz von US-Centerin Cantrell ist fraglich.
"Sollte sie nicht spielen können, müssen wir als Team zusammenrücken. Wir haben talentierte und engagierte junge Spielerinnen, die dann ihre Chance bekommen werden", so Schabacker, der auf die guten Ansätze, die selbst bei der Niederlage in Bad Aibling zu erkennen waren, aufbauen will. red