Die SpVgg Rattelsdorf will es wissen

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Eine schwere Aufgabe wartet: Markus Beiersdorfer (links) und die SpVgg Rattelsdorf empfangen am Sonntag um 15 Uhr den Spitzenreiter aus Buttenheim.sportpress
Eine schwere Aufgabe wartet: Markus Beiersdorfer (links) und die SpVgg Rattelsdorf empfangen am Sonntag um 15 Uhr den Spitzenreiter aus Buttenheim.sportpress

Der FSV Buttenheim ist in der Kreisliga nicht unverwundbar, das möchte die SpVgg für sich ausnutzen. Trainer Tommy Grünert bewertet den 22. Spieltag.

Nach einem starken vierten Platz in der vergangenen Saison scheint die SpVgg Rattelsdorf ihre gute Rolle in der Bamberger Kreisliga auch in diesem Jahr bestätigen zu können: Neun Spieltage vor Saisonende belegt das Team um Spielertrainer Tommy Grünert erneut den vierten Rang. "Wir haben vor zwei Jahren noch gegen den Abstieg gespielt, treten mittlerweile aber sehr gefestigt auf und können aktuell zufrieden sein", sagt der 29-Jährige, der die Sportvereinigung im August 2017 übernahm. Als eingeschworene Truppe bezeichnete der Dörfleinser Trainer Mario Herrmannsdörfer die Blau-Weißen unlängst, eine Stärke, die Grünert vor allem auf die hohe Identifikation seiner Akteure mit dem Verein zurückführt: "Unsere Vorgabe ist es, mit einheimischen Spielern zu wachsen und die nächsten Schritte zu gehen. Das klappt derzeit gut. Viele ehemalige Rattelsdorfer sind mittlerweile zurückgekommen, die Kreisliga ist für uns ohne externe Neuzugänge daher eine gute Grundlage." Auch beim Spielertrainer selbst ist die Verbundenheit zur SpVgg Rattelsdorf stark ausgeprägt, wie er bekundet: "Ich bin auch aufgrund meiner familiären Verhältnisse emotional stark an den Verein gebunden. Abgesehen von einer Spielzeit in Ebensfeld war ich immer hier, als aktiver Spieler kann ich mir woanders auch kein Engagement vorstellen", ist sich der Mittelfeldmann bezüglich seiner Spielerkarriere sicher. Derlei Garantien kann Tommy Grünert für seine Trainerlaufbahn nicht aussprechen, eine Entscheidung über seinen Verbleib bei der SpVgg als Übungsleiter über den Sommer hinaus steht noch aus.

Die Partien des 22. Spieltags

Überraschende Resultate brachte der erste Spieltag in der Kreisliga Bamberg nach der Winterpause mit sich, erst in der Schlussphase brachte Jeffry Stade den 3:2-Erfolg der SpVgg Rattelsdorf (4.) gegen den abstiegsgefährdeten SV O-/Unterharnsbach unter Dach und Fach. "Der Gegner hat uns alles abverlangt, es war ein enges Spiel", blickt Tommy Grünert zurück.

Mit nur einem Zähler kehrte derweil der FSV Buttenheim (1.) vom Auswärtsspiel beim Kellerkind SC Heiligenstadt zurück. Durch die Nullnummer bei den Schnecken ist der Vorsprung zum zweitplatzierten TSV Burgebrach auf einen Punkt geschmolzen. Nun geht es für den Spitzenreiter nach Rattelsdorf. SpVgg-Coach Grünert will "den Schwung mitnehmen und das Spiel positiv gestalten. Die letzten Duelle mit Buttenheim waren immer sehr umkämpft, Punkte fuhren wir allerdings nur selten ein. Das wollen wir diesmal besser machen."

Als klarer Favorit geht der TSV Burgebrach (2.) ins Heimspiel gegen den auswärtsschwachen SC Reichmannsdorf (9.). Das Nachbarschaftsduell birgt dennoch gewisse Tücken für den Aufstiegsaspiranten. "Es ist quasi ein Derby, Reichmannsdorf besitzt viel Qualität. Den SCR darf man nie unterschätzen. Dennoch gehe ich von einem Heimsieg aus", sagt Grünert.

Sassanfahrt ist gefordert

Auf Augenhöhe sieht das Rattelsdorfer Eigengewächs die Partie zwischen dem SV Zapfendorf (5.) und dem ASV Sassanfahrt (3.). Am vergangenen Spieltag überzeugten die Gäste vor allem nach der Pause gegen die SpVgg Stegaurach, nun bietet sich die Chance, in Zapfendorf Revanche für die bittere 0:2-Heimpleite aus der Hinrunde zu nehmen. "Die Zapfendorfer haben gerade gegen die Teams von oben viele Punkte geholt, das ist kein Zufall. Manfred Distler verfügt über eine gute Mannschaft, die jedem Gegner gefährlich werden kann. Sassanfahrt spielt natürlich eine sehr gute Saison, sie haben starke Einzelspieler, die eine Partie immer entscheiden können. Ich würde auf Unentschieden tippen", sagt Grünert.

Bereits am Samstag erwartet die SpVgg Stegaurach (8.) mit der SG Schlüsselfeld/Aschbach (14.) ein Kellerkind und will dabei ihre imposante Heimserie fortsetzen. Seit rund sechs Monaten hat die Mannschaft von Ismail Yilmaz vor heimischer Kulisse nicht mehr verloren und wird diesen Lauf nach Ansicht von Tommy Grünert auch fortsetzen: "Ich tippe auf einen Heimsieg. Schlüsselfeld braucht im Abstiegskampf zwar jeden Punkt, aber die offensiven Qualitäten Stegaurachs werden sich durchsetzen."

Letzte Chance für Gaustadt

Im Heimspiel gegen den formschwachen Aufsteiger SV Pettstadt (6.) ist die DJK Gaustadt (16.) angesichts von zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz fast schon zum Erfolg verdammt. Das sieht auch der Rattelsdorfer Übungsleiter so: "Gaustadt muss gewinnen, sonst ist der Rückstand bald nicht mehr aufzuholen. Pettstadt hat nach starkem Beginn etwas nachgelassen, besitzt aber noch ein dickes Polster nach hinten und hat bislang eine gute Saison gespielt. Ich kann mir ein Unentschieden gut vorstellen." Eine knifflige Aufgabe steht auch der DJK Tütschengereuth (13.) bevor, im Heimspiel gegen den TSV Hirschaid (7.) haben die Staabeißer aber gute Chancen, ihren fulminanten 5:0-Auftaktsieg beim SV Hallstadt zu bestätigen. "Tütschengereuth ist sehr heimstark und hat im Winter gute Transfers getätigt. Mit ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit werden sie einen knappen Heimsieg einfahren", sagt der 29-Jährige.

Direkte Duelle im Tabellenkeller

Abgerundet wird der 22. Spieltag von zwei Aufeinandertreffen direkter Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Der Verlierer der Begegnung zwischen dem SV O-/Unterharnsbach (12.) und dem SV Hallstadt (11.) rutscht ganz tief hinein, dem Sieger winkt zumindest kurzfristige Entspannung. "Harnsbach hat sich gegen uns sehr gut präsentiert, bei Hallstadt sah das ganz anders aus. Daher glaube ich an den Heimsieg", hält es Grünert mit den Gastgebern.

Diese Einschätzung teilt der Coach auch mit Blick auf die Partie zwischen dem SV Dörfleins (10.) und dem SC Heiligenstadt (15.): Die Schnecken reisen nach dem Remis gegen den Tabellenführer mit Selbstvertrauen nach Dörfleins, der Bezirksliga-Absteiger musste dagegen in Schlüsselfeld eine späte 0:1-Niederlage einstecken. "Ähnlich wie Gaustadt muss Heiligenstadt punkten, Dörfleins kann sich allerdings auch keine Niederlage erlauben. Mario Herrmannsdörfers Team wird sich durchsetzen und sich Luft verschaffen, zu Hause tritt der SVD sehr konstant auf."