Ein schwaches drittes Viertel und eine zu anfällige Defensive haben die Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg um die Chance auf wichtige Punkte im Bundesliga-Abstiegskampf gebracht. Mit 69:77 (36:38) musste sich die Mannschaft von Trainer Ulf Schabacker am Samstag beim BC Pharmaserv Marburg geschlagen geben und damit einen herben Rückschlag im Rennen um den Ligaverbleib hinnehmen, da der Zehnte aus Oberhausen zeitgleich in Herne gewann.
Der Abstand auf das rettende Ufer ist damit vier Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde wieder auf zwei Siege angewachsen. Eine Hypothek, die vermeidbar gewesen wäre, obgleich die sehr geschlossen auftretenden Marburgerinnen unbestritten als verdienter Sieger das Parkett verließen. "Das war insgesamt betrachtet schon eine enttäuschende Vorstellung und in unserer Situation in Sachen Biss und Einsatzbereitschaft zu wenig, wenn man es mit den letzten Auftritten vergleicht.
Wir waren gut vorbereitet und zur Halbzeit noch optimistisch, weil die Mannschaft bis dahin nicht das gespielt hat, was sie unter der Woche angedeutet hatte. Leider haben wir dann schnell den Faden verloren und im Gegensatz zu Marburg die entscheidenden Würfe nicht getroffen", haderte Schabacker.
Seine Schützlinge hatten nach schleppendem Beginn und früher Foulbelastung der in der Folge von Johanna Beck glänzend vertretenen Centerin Brett Benzio immer besser in die Partie gefunden und über weite Strecken des zweiten Viertels knapp in Front gelegen. Die vermeintlich gute Ausgangslage zur Pause (36:38) gaben sie nach dem Seitenwechsel aus der Hand: Nachlässigkeiten in der Verteidigung und eine zu statische Offensive spielten den heimstarken Hessinnen in die Karten. Nach einem Dreier von Tonisha Baker setzten diese sich in der 25. Minute erstmals zweistellig ab (41:51). "Auch wenn man es nie ganz verhindern kann, dass sich der Gegner einen offenen Wurf erspielt, waren wir oft einfach zu langsam oder standen viel zu weit weg von den Schützinnnen wie Skuballa oder Schaake. Das hat uns ebenso weh getan wie die 14 oder 16 Fastbreak-Punkte, die wir kassiert haben", monierte Schabacker individuelle Schwächen in der Defensive.
Letztere führten nicht nur dazu, dass der Rückstand vor dem Schlussviertel zwölf Zähler betrug, sondern auch, dass die Aufholjagd der Bambergerinnen - siebeneinhalb Minuten vor dem Ende hieß es nur noch 55:63 - ein jähes Ende fand. Zwei Dreier der herausragenden Margret Skuballa sowie leichte Marburger Punkte aus dem Schnellangriff verdoppelten die Differenz.
"Man sieht an den Ergebnissen, dass Vieles möglich ist. Und so lange wir eine Chance haben, werden wir alles geben. Aber unser Heimspiel nächste Woche gegen Herne müssen wir jetzt unbedingt gewinnen, das ist klar. Nichtsdestotrotz sind wir jetzt natürlich auch abhängig von der Konkurrenz", stellt Schabacker sich der Realität. Zwei Siege mehr als die punktgleich auf den Rängen 9 und 10 liegenden Teams aus Freiburg und Oberhausen benötigt man nun, um das Klassenziel noch zu erreichen. Am kommenden Samstag (17 Uhr) empfängt die DJK Brose den Herner TC in der Graf-Stauffenberg-Halle, anschließend geht es nach Chemnitz sowie am 15. März im letzten Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten aus Oberhausen, ehe die letzte Auswärtsfahrt nach Saarlouis führt.
BC Pharmaserv Marburg: Skuballa (25), Zackery (17), Baker (15), Schaake (12), Smith (6), Masek (2), Degbeon / DJK Brose Bamberg: Mayberry (17), Bachvarova (14), Hartmann (9), Vogel (9), Benzio (6), Miller (6), Beck (4), Sokman (3), Münder, T. Lohneiß