Die Scouts von neun NBA-Klubs waren am Donnerstagabend in der Brose Arena, um Maccabis Supertalent Dragan Bender unter die Lupe zu nehmen. Der 2,11-Meter-Mann aus Kroatien wird Mitte des Monats 18 Jahre alt und gilt als sicherer Kandidat für die amerikanische Profiliga. Während Bender in seinen knapp sechs Minuten Spielzeit aber nichts Spektakuläres zeigte, glänzte auf Bamberger Seite Daniel Theis - der bekanntlich auch von einem Engagement in der NBA träumt. Der athletische 23-Jährige ließ es vor allem im letzten Viertel einige Male richtig krachen und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Brose Baskets dank eines fulminanten Schlussviertels einen 77:66-Erfolg gegen den Euroleague-Sieger von 2014 aus Tel Aviv feiern durften.

"Ich bin glücklich, dass ich meiner Mannschaft helfen konnte, dieses Heimspiel zu gewinnen. Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, aber das dritte Viertel war nicht gut. Dabei hatte uns der Coach in der Halbzeit noch gesagt, dass Macabbi sehr stark aus der Pause kommen würde. Uns sind in dieser Phase keine guten Würfe gelungen. Aber im Schlussabschnitt war alles anders. Wir gingen in der Verteidigung aggressiv zu Werke und bekamen dadurch die Chance zu einfachen Punkten aus dem Schnellangriff", analysierte Theis.

Neun seiner 16 Punkte erzielte der nur 2,03 m große Center in den letzten zehn Minuten - und profitierte dabei von den herausragenden Anspielen von Nicolo Melli, der mit zehn Assists einen Karriere-Bestwert in der Euroleague verzeichnete. Aber auch Nikos Zisis (2 Dreier), Janis Strelnieks (1), Darius Miller und der unermüdlich rackernde Brad Wanamaker sorgten mit einer kämpferischen Glanzleistung in der Verteidigung dafür, dass die Star-Truppe aus Tel Aviv nervös wurde und den Schlussabschnitt mit 9:26 verlor.

"Das ist ein großer Sieg für uns. Maccabi hat die Euroleague gerade einmal vor 15 Monaten gewonnen. Wir sind neu, wir sind naiv, wir sind Anfänger. Maccabi hat unsere Offensive drei Viertel komplett aus dem Tritt gebracht. Aber es gibt Tage, da musst du als Trainer einen Schritt zurücktreten. Und daher geht heute all mein Respekt, all mein Dank an meine Spieler. Sie haben im letzten Viertel einen sensationellen Job gemacht. Die Jungs spielten mit großem Herz und Leidenschaft. Heute Abend waren sie besser als ich", lobte Bambergs Coach Andrea Trinchieri seine Jungs.


Strelnieks lobt die Fans

Für Janis Strelnieks waren letztlich die gute Vorbereitung und die Unterstützung von den Rängen die Schlüssel zum Erfolg: "Wir haben kaum einfache Würfe zugelassen und sie nicht in ihren Rhythmus kommen lassen. Im dritten Viertel verloren wir unsere Konzentration. Der Coach sagte uns, wir sollen wieder die Dinge machen, wie wir sie aus dem Training kennen. Das setzten wir im letzten Viertel gut um und brachten das Spiel auch dank der fantastischen Unterstützung unserer Fans wieder auf unsere Seite."

Während Freak City ausgelassen den Sieg über den fünfmaligen Euroleague-Champion feierte, verließ mit Trevor Mbakwe ein Ex-Bamberger, der von den Freaks mit viel Applaus begrüßt worden war, enttäuscht die Arena. "Das war schon hart für mich. Wir wollten die Partie unbedingt gewinnen, aber die Bamberger spielten im vierten Viertel großartig. Es war für mich sehr aufregend, nach Bamberg zurückzukehren. Es hat großen Spaß gemacht, vor diesen Fans in einer großartigen Atmosphäre zu spielen. Freak City war so, wie ich es gewohnt war."
Jetzt gilt es für die Bamberger, möglichst schnell aus dem Euroleague-Modus zurück in den Bundesliga-Alltag umzuschalten. Am Sonntag (17 Uhr) steht im Tübinger "Tigerkäfig" beim Tabellen-13. (zwei Siege, vier Niederlagen) eine nicht zu unterschätzende Hürde auf dem Programm. Am Dienstag (20 Uhr) erwartet der Meister den Mitteldeutschen BC in der Brose Arena, bevor am Freitagabend in Sassari der erste Auswärtssieg in der Euroleague gelingen soll. Zeit zum Ausspannen ist also weiterhin Mangelware.