Nach Bennet Hundt, Dominic Lockhart und Joanic Grüttner Bacoul geht künftig ein weiterer Spieler mit Göttinger Vergangenheit für Brose Bamberg auf Korbjagd. Der Bundesliga-Neunte hat am Mittwoch Alex Ruoff mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet.

Zuletzt war der 34-jährige, 1,98 Meter große und 90 Kilogramm schwere US-Amerikaner, der auf den Positionen 2 und 3 spielen kann, für Nishinomiya Storks aktiv. Für den japanischen Klub stand er in 20 Spielen durchschnittlich 21:53 Minuten auf dem Parkett und kam auf 6,2 Punkte, vier Rebounds und 4,4 Assists. In der vergangenen Saison stand Ruoff zeitweise bei der BG Göttingen unter Vertrag und kam in 13 Spielen auf 11,1 Punkte, 4,5 Rebounds und 5,6 Assists im Schnitt. Insgesamt weist Ruoff bereits dreieinhalb Jahre Bundesliga-Erfahrung auf. Für Göttingen unter dem damaligen BG-Coach Roijakkers und die MHP Riesen Ludwigsburg absolvierte er insgesamt 69 Spiele in der deutschen Eliteliga.

"In Japan zu spielen, hat mir gezeigt, wie sehr ich die Bundesliga vermisst habe. Daher musste ich nicht lange überlegen, als das Angebot von Bamberg kam. Brose ist eine tolle Organisation, dazu kenne ich den Coach. Ich hoffe, dass ich dem Team schnell weiterhelfen kann. Ich bringe viel Erfahrung mit, Härte in der Verteidigung und die Fähigkeit, für andere Würfe zu kreieren", wird Ruoff in einer Mitteilung von Brose Bamberg zitiert.

Stoschek macht es möglich

Wie der Verein mitteilte, wurde die Verpflichtung Ruoffs "dank der privaten Unterstützung des Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Stoschek ermöglicht". Ob für den Neuzugang eine Ablösefällig wurde oder dieser eine Ausstiegsklausel in seinem Kontrakt nutzte, teilte der Verein trotz Nachfrage nicht mit. Aufgrund des längerfristigen Ausfalls von Tyler Larson, der sich nach einer überstandenen Achillessehnenverletzung nun einer Kniearthroskopie unterziehen musste, waren die Bamberger auf der Suche nach einem neuen Aufbauspieler. Diese gestaltete sich aber schwierig. "Nachdem wir keinen geeigneten Point Guard gefunden haben, haben wir uns umorientiert und einen Spieler gesucht, der gut zu uns passt", erklärte Trainer Roijakkers. "Zudem ist es wichtig, dass er nicht viel Eingewöhnungszeit benötigt und uns sofort helfen kann. Das alles trifft auf Alex zu. Er hat zudem Spielmacherfähigkeiten und weiß exakt, was auf beiden Seiten des Feldes zu tun ist." Um den Spielaufbau werden sich beim neunfachen deutschen Meister wie bisher Hundt, Lockhart und Devon Hall kümmern. Dies klappte aber bislang nicht reibungslos.

Dabei ist der Spielermarkt derzeit wieder etwas größer geworden. Denn 18 von 28 NBA-Farmteams verzichten auf eine Teilnahme an der neuen Saison in der G-League. Diese wird in einer "Blase" in Orlando ausgetragen.

Ruoff ist nach 22-stündigem Anreise am Dienstagabend in Bamberg angekommen. Weil Japan nicht zu einem Corona-Risikogebiet zählt, musste er sich nicht in Quarantäne begeben. Da er aufgrund der BBL-Regularien zwei negative Coronatests vorweisen kann, bevor er ins Training einsteigen darf, gehen die Bamberger davon aus, dass Rouff frühestens am Freitag erstmals mit seinen künftigen Mannschaftskollegen trainieren wird. Ein Einsatz im Bundesligaspiel am Samstag in Ludwigsburg ist daher unwahrscheinlich.

Nach seiner Collegezeit absolvierte Ruoff seine erste Profistation in Lüttich. Es folgte ein weiteres Engagement in Belgien, ehe er zurück in die USA in die G-League ging. In der Saison 2013/14 kam der Flügelspieler erstmals nach Deutschland und verhalf der BG Göttingen zum Aufstieg in die Bundesliga. Nach einem weiteren Jahr in Niedersachsen wechselte er zu Bilbao Basket. 2016 heuerte er zunächst in Ludwigsburg an, ging im Dezember jedoch zurück zur BG Göttingen.

Dort landete er nach Zwischenstationen in Badalona und Helsinki auch Mitte der vergangenen Saison und überzeugte unter anderem beim Finalturnier in München mit 10,5 Punkten und 7,3 Assists im Schnitt. Zuletzt holte ihn der deutsche Trainer Mathias Fischer nach Japan.ps