Ein wichtiger Schritt zum Erreichen der Bundesliga-Play-offs, in denen die Bamberger seit 2002 immer mit von der Partie waren, ist den Brose-Basketballern am Freitagabend im Frankenderby beim Tabellennachbarn in Würzburg gelungen. Die Ober- verdrängten die heimstarken Unterfranken mit dem 95:77 (45:51)-Erfolg" vom siebten Platz, rückten die Verhältnisse nach der 69:72-Heimniederlage gegen die Wucherer-Truppe wieder zurecht und sicherten sich den direkten Vergleich.

Bundesliga

s.Oliver Würzburg - Brose Bamberg 95:77

(24:21, 27:24, 16:18, 10:32)

Für Ex-NBA-Profi Jordan Crawford, der seit zwei Wochen die siebte Ausländer-Position im Brose-Kader inne hat, musste wie schon in Berlin Darius Atkins zuschauen. Und Crawford wurde im ersten Viertel seiner Rolle als Werfer gerecht: Acht Punkte, bei zwei Dreiern, legte er auf. Trotzdem erwischten die Hausherren, die im Gegensatz zu den Bambergern den Ball sehr gut bewegten, den besseren Start (8:3). Vor allem Luke Fisher bekamen die Oberfranken, die in der Verteidigung erneut große Lücken aufwiesen, nicht in den Griff. Der Energie von Elias Harris und der Treffsicherheit von Kameron Taylor war es dann zu verdanken, dass der Gast eine 16:15-Führung erkämpfte. Nach den ersten zehn Minuten führten die Würzburger aber mit 24:21.

Gleich nach der kurzen Pause folgte die bis dahin beste Phase des Brose-Teams: Basierend auf einer aggressiven Verteidigung lief es auch in der Offensive: Taylor (5) und Harris (3) sorgten mit einem 8:0-Lauf für das 29:24. Nach einem unsportlichen Foul von Retin Obasohan, der einen Schnellangriff regelwidrig gestoppt hatte, liefen die Unterfranken schnell wieder heiß: Neben Fischer, der immer wieder unter dem Korb perfekt angespielt wurde, überzeugte Skyler Bowlin mit seinen Dreiern. Den Bambergern gelangen jetzt keine Stopps mehr, so dass die Hausherren mit einer 51:45-Führung in die Kabine gingen. "Mit der Defensive bin ich überhaupt nicht zufrieden. 51 Punkte zu kassieren, das ist nicht akzeptabel", kritisierte Geschäftsführer Arne Dirks die Vorstellung in der Abwehr.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte erwischten Fischer und Wells den besseren Start und sicherten den Würzburgern erstmals eine zweistellige Führung (55:45). Die starken Kam Taylor und Elias Harris brachten die Oberfranken zwar schnell wieder auf 53:59 heran, doch danach kamen die Hausherren immer wieder zu einfachen Körben und setzten sich erneut ab (67:61). Die gute Nachricht war allerdings, dass beim 63:67-Zwischenstand noch alles für die Moors-Truppe drin war.

Und die wussten um die Bedeutung dieser Partie: Obasohan und Crawford sorgten für die Punkte beim 10:0-Lauf zur 73:69-Führung. Jetzt generierten die Bamberger endlich die Stopps in der Verteidigung - und in der Offensive fielen die Dreier von Tré McLean (2) und Crawford: Viereinhalb Minuten vor dem Ende lag der Gast mit 86:73 in Front. Die Hausherren kamen auf Grund ihrer zahlreichen Ballverluste jetzt kaum mehr zum Abschluss, während auf der Gegenseite Obasohan und Crawford sicher vollstreckten.

Spieler des Spiels

Kameron Taylor glänzte an alter Wirkungsstätte. In nur gut 18 Minuten verbuchte der Flügelspieler 21 Punkte. Aus dem Zwei-Punkte-Bereich blieb er bei vier Versuchen ohne Fehlwurf. Aus der Distanz netzte er bei sieben Würfen viermal ein. Außerdem steuerte er vier Rebounds, zwei Assists und zwei Steals zum Sieg bei.

Die Statistik

Würzburg: Fischer (20 Punkte), Wells (16/1 Dreier), Bowlin (12/2), Koch (7/1), Obiesie (5/1), Etou (4), Hulls (4/1), Chapman (4), Haßfurther (3/1), Hoffmann (2), Weitzel Bamberg: Crawford (23/5), K. Taylor (21/4), Obasohan (16/2), Marei (13), Harris (11), McLean (8/2), Lee (3/1), Olinde, Seric, Sengfelder Schiedsrichter: Panther, Groll, Lauprecht Zuschauer: 3140 (ausverk.)

Gesamtwurfquote: Würzburg 54 Prozent (33 Treffer/61 Versuche), Bamberg 49 (32/66) Dreierquote: Würzburg 47 Prozent (7/15) / Bamberg 41 (14/34) Freiwurfquote: Würzburg 80 Prozent (4/5), Bamberg 77 (17/22) Rebounds: Würzburg 32 (21 defensiv/11 offensiv), Bamberg 31 (17/14) Ballgewinne/-verluste: Würzburg 1/16, Bamberg 8/6

Assists: Würzburg 23 / Bamberg 14 Fouls: Würzburg 22/ Bamberg 18