Mit Darussafaka Dogus Istanbul treffen die Brose Baskets am Freitag (20 Uhr) auf einen Euroleague-Neuling, der sich im Sommer mit zahlreichen namhaften Akteuren des europäischen Basketballs verstärkt hat und nicht nur in der Türkei, sondern auch in der Königsklasse nach Höherem strebt. Möglich macht diese Perspektiven ein finanzkräftiger Sponsor, die Dogus Group - ein Mischkonzern, der zunächst Straßen, Krankenhäuser und Häfen in der Türkei gebaut hat, aber inzwischen auch im Tourismus, im Finanzwesen und im Immobiliengeschäft aktiv ist. Die Dogus Group ist in dieser Saison auch neuer Hauptsponsor der Euro-league, für die der aufstrebende Stadtteil-Klub aus dem Norden Istanbuls eine Wildcard erhielt.

"Das wird eine extrem schwierige Begegnung. Aber es macht so viel Spaß, diese Partie zu spielen. Die Euroleague ist zurück in Bamberg. Wir treten gegen eines der reichsten Teams in Europa an. Die Mannschaft ist extrem groß, es fühlt sich so an, als würden unsere Spieler in ihre Körper hinein passen. Der Aufbauspieler ist groß, der Zweier ist sehr groß, der Dreier misst 2,10 m, der Power Forward 2,11 m und der Center ist 2,15 m groß", charakterisiert Bambergs Trainer Andrea Trinchieri das Team von Darussafaka.

Doch die neu zusammengestellte Mannschaft von Trainer Oktay Mahmuti ist noch nicht eingespielt, sucht vor allem offensiv nach ihrer Form. Der 83:74-Erfolg nach Verlängerung vor einer Woche gegen Dinamo Sassari war nur möglich, weil vor allem der Ex-Berliner Reggie Redding (6) und Center Semih Erden (4) sehr aggressiv zum Offensiv-Rebound gingen und nach den vielen Fehlwürfen zweite und dritte Chancen sicherten. 22 Offensiv-Rebounds sammelten die Türken ein und waren mit insgesamt 57 Abprallern in der Reboundstatistik klar besser als der italienische Meister (31).

Auf der anderen Seite kosteten 17 Offensiv-Rebounds von Unicaja Malaga die Brose Baskets vor einer Woche in Andalusien (71:76-Niederlage) den Sieg. "Wir müssen definitiv bei den Rebounds besser arbeiten. Und wir brauchen die richtige Stimmung in der Halle. Die Fans müssen uns helfen, damit wir über unsere Grenzen gehen. Wenn wir das nicht schaffen, wird es kein schönes Spiel für uns", setzt Trinchieri auch auf die "Rote Wand" gegen den übermächtigen Gegner, der zuletzt mit dem 65:70 gegen den Stadtrivalen Fenerbahce die erste Saisonniederlage kassierte.

Bereits 45 Stunden nach diesem Kraftakt sind die Brose Baskets am Sonntag (17 Uhr) erneut vor heimischer Kulisse in der Bundesliga gegen die EWE Baskets Oldenburg gefordert. Der Pokalsieger, der beim Champions Cup in Bamberg klar mit 66:87 unterlag, präsentierte sich zuletzt deutlich verbessert und gewann in der Liga drei Mal in Folge. Im Eurocup gab es allerdings zwei Niederlagen in Bonn (77:88) und am Mittwoch in
Trient (69:80).


Einschätzungen vor der Euroleague-Partie

Oktay Mahmuti (Trainer von Darussafaka Istanbul): "Wir spielen gegen den deutschen Meister der letzten Saison. Es wartet ein schwieriges Spiel auf uns. Das erste Auswärtsspiel in der Euroleague ist immer wichtig. Wir wissen, wie wertvoll ein Sieg in fremder Halle ist. Deswegen werden wir dieses Spiel sehr ernst nehmen. Wir treffen auf ein enthusiastisches Heimpublikum. Doch Spieler auf Euroleague-Niveau sollten vertraut mit dieser Art von Atmosphäre sein."

Elias Harris (Bambergs Power Forward): "Sie sind neu in der Euroleague, aber das Team ist extrem stark. Die Spieler haben große Namen im europäischen Basketball. Es wird definitiv kein einfaches Spiel für uns. Aber wir setzen uns nicht unter Druck. Wir sind nicht Moskau, Madrid oder Barcelona. Wir spielen, um Spaß zu haben. Wenn wir unser Bestes geben, ist alles möglich."

Nikos Zisis (Routinier der Brose Baskets): "Wir freuen uns auf unserer erstes Heimspiel in der Euroleague. Istanbul ist ein Power-House in Europa mit einem unglaublichen Budget und einem Management, das von sehr hohen Zielen träumt. Wir haben unsere Chance, allerdings verfügen sie über zwei sehr große Center und sind auch auf allen anderen Positionen mit großen Leuten besetzt. Wir sind aber gut vorbereitet, wollen unsere Schwächen verbergen und unsere Stärken, die wir gegen sie haben, zum Tragen bringen. Wir müssen 40 Minuten hart und mit großem Herz spielen, dürfen uns in den Phasen, in denen sich die Istanbuler stärker fühlen, nicht runterziehen lassen. Und - warum sollen wir nicht gewinnen?"