Leicht "angefressen" war Andrea Trinchieri, Trainer der Brose Baskets, nach der Niederlage in Ludwigsburg, die am vergangenen Wochenende die 16 Spiele dauernde Siegesserie des Bundesliga-Tabellenführers beendete. Richtiggehend wütend auf seine Spieler war dagegen Igor Perovic, Coach der Walter Tigers Tübingen, auf seine Spieler, die zuletzt bei der blamablen 69:92-Heimniederlage gegen Phoenix Hagen von den eigenen Fans ausgepfiffen wurden. Zwei Teams, die Wiedergutmachung betreiben wollen, stehen sich daher am Ostersonntag in der Bamberger Brose Arena gegenüber.

Nach dem Punkteabzug gegen die TBB Trier hatte sich die Lage der Tübinger im Abstiegskampf als Tabellen-16. mit damals sechs Zählern Vorsprung auf Crailsheim und Trier spürbar verbessert. Doch beim desolaten Auftritt gegen die Hagener präsentierten sie sich so, als ob sie das rettende Ufer schon erreicht hätten - und brachten damit ihren Coach auf die Palme: "Niemand will sein Team zu Hause so verlieren sehen. Wir haben es verdient, dass wir ausgebuht worden sind", sagte Perovic dem "Reutlinger General-Anzeiger".

Am Ostersonntag erwartet er eine Reaktion seines Teams. Und nach den Worten von Aleksandar Nadjfeji soll es die auch geben: "Wir fahren nach Bamberg, um dort alles zu geben und guten Basketball zu spielen. Das ist unser Ziel und unsere Pflicht, das müssen wir schaffen", meinte der 38 Jahre alte Routinier, der bereits seine 13. Bundesliga-Saison bestreitet. Gegen die Brose Baskets gab es aber in der jüngeren Vergangenheit nichts zu holen. Die letzten elf Vergleiche entschieden die Franken für sich.

Trinchieri: harte, aber gute Trainingswoche

Für die Bamberger ist der zwölfte Sieg in Folge über Tübingen Pflicht, um nach dem Patzer in Ludwigsburg die Tabellenführung zu verteidigen. "Ich will meine Mannschaft nie wieder so weich und egoistisch sehen", sagte Trinchieri und forderte nach einer "harten, aber guten Trainingswoche" einen "Reset". Sein Team müsse das Spiel sehr sorgfältig angehen, denn das sei der einzige Weg, wieder in die Spur zu kommen.

Leistungsträger im Team der Tigers sind Aufbauspieler Branislav Ratkovica, mit 7,2 Vorlagen im Schnitt bester Assistgeber der Liga, und Jimmy McKinney (15,1 Punkte im Schnitt). Neben dem Ex-Frankfurter punkten auch Augustine Rubit (13,7), Ratkovica (10,7) und der zuletzt wegen einer Augenverletzung fehlende Michael Cuffee (10,4) zweistellig. Währen die Schwaben durchaus Offensivpotenziel besitzen, liegen ihre Defizite eindeutig in der Defensive. Mit 87,9 kassierten Punkten im Schnitt sind sie das abwehrschwächste Team der Liga.

Die Bamberger (68,5) führen das Feld dagegen in dieser Hinsicht an und stehen auch deshalb an der Tabellenspitze. Und daran soll sich am Sonntag auch nichts ändern. Welcher von den acht Spielern ohne deutschen Pass gegen Tübingen nicht zum Einsatz kommt, will Trinchieri erst nach dem Abschlusstraining entscheiden.