Trotz einer couragierten Vorstellung blieb den Basketballern von Brose Bamberg ein Überraschungserfolg in der heimischen Arena verwehrt. Der deutsche Meister FC Bayern München gewann am Montagabend auch sein 13. Bundesligaspiel in dieser Saison und geht damit als ungeschlagener Spitzenreiter ins neue Jahr. Die Oberfranken rutschten dagegen nach der 76:82 (39:43)-Heimniederlage auf Rang 6 ab.

6150 Zuschauer in der in dieser Spielzeit erstmals ausverkauften Brose-Arena sorgten bereits vor dem Sprungball für eine tolle Stimmung. Den besseren Start im Duell zwischen dem Pokalsieger, der mit dem Heimerfolg gegen die zweitplatzierten Ludwigsburger drei Tage zuvor viel Selbstvertrauen getankt hatte, und dem Meister erwischten die Bamberger, die nach drei Minuten mit 5:0 führten. Die Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt schon einen Rückschlag zu verkraften, denn Danilo Barthel verletzte sich bereits im ersten Angriff und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Kurz später gab es auch bei den Hausherren eine Schrecksekunde, als Paris Lee vom Feld humpelte, jedoch kurze Zeit später wieder aufs Feld kam. Nach dem ersten Viertel führten die Münchner mit 21:17, weil sie drei Dreier getroffen hatten, während die Bamberger aus der Distanz noch nicht erfolgreich waren und Retin Obasohan zwei Korbleger kurz hintereinander daneben gesetzt hatte.

Greg Monroe nicht zu stoppen

Mit einem 11:2-Lauf zogen die Gäste zu Beginn des zweiten Viertels davon. Als ständiger Unruheherd, der nicht unter Kontrolle zu bringen war, entpuppte sich dabei Greg Monroe. Der ehemalige NBA-Center hatte zur Pause bereits 18 Punkte auf seinem Konto. Nach einem 13-Punkte-Rückstand (23:36, 14. Minute) verteidigten die Bamberger wesentlich aggressiver und gingen auch offensiv wieder entschlossener zu Werke. Nun gelang ihnen ein 11:2-Lauf, zu dem Lee sieben Punkte beisteuerte. Mit dem ersten Dreier für die Oberfranken verkürzte Lee auf 37:39, doch das Spiel drehen konnten die Bamberger bis zur Halbzeit nicht. Bis auf die Dreierquote - Bamberg traf nur einmal bei sieben Versuchen, München viermal bei acht Würfen - waren die statistischen Werte beider Teams annähernd gleich.

Kurze Schwächephase

Wie zu Spielbeginn waren die Bamberger auch zum Start in die zweite Halbzeit hellwach. Als Lee mit seinem zweiten Dreier sein Team mit 44:43 in Führung brachte, riss es die Zuschauer von den Sitzen. Nur zwei Punkte gestattete der Pokalsieger seinem Gegner in den ersten fünf Minuten dieses Abschnitts. Doch als Lee und Marei beim Stand von 52:47 vom Feld gingen, riss bei den Brose-Basketballern der Faden. Die Bayern nutzten diese kurze Schwächephase eiskalt aus und erzielten zehn Punkte in Folge. Dank dieses Laufs gingen sie mit einer knappen 64:61-Führung in den Schlussabschnitt. Ihr Vorsprung hätte sogar noch höher ausfallen können, doch Lee und Bryce Taylor sorgten mit zwei Dreiern kurz vor Viertelende für Schadensbegrenzung.

Block und Dunking von Olinde

Die ohne den Ex-Bamberger Leon Radosevic (Magen-Darm-Virus) angetretenen Münchner waren jetzt aber drauf und dran, das Spiel endgültig an sich zu reißen, da den Bambergern in der Offensive einige Fehler unterliefen. Doch nach einem Tip-in von Elias Harris nach Offensivrebound und einem Dunking von Louis Olinde, nachdem er kurz zuvor Maodo Lo beim Korbleger geblockt hatte, waren die Hausherren wieder im Geschäft (68:70, 34. Minute). Doch dann war der Münchner Korb wie vernagelt. Nur drei Punkte gelangen den Bambergern in den folgenden fünfeinhalb Minuten. Der Dreier von Christian Sengfelder 33 Sekunden vor Spielende zum 74:78 kam zu spät, um das Spiel noch einmal zu drehen. Die abgezockteren Bayern brachten den Sieg an der Freiwurflinie nach Hause.

Spieler des Spiels

Paris Lee knickte zwar bereits nach wenigen Minuten nach einem Korbleger um, doch trotz Schmerzen im Fuß drehte der Bamberger Aufbauspieler mächtig auf. Mit 23 Punkten, davon 4 Dreier, war er der beste Korbschütze seines Teams. Neun von 14 Würfen aus dem Feld brachte er im Korb unter, zudem verteilte er acht Assists und holte drei Rebounds.

Die Statistik

Brose Bamberg - FC Bayern München 76:82

(17:21, 22:22, 22:21, 15:18) Bamberg Lee (23 Punkte/4 Dreier), Marei (15), Sengfelder (12/1), Harris (8), K. Taylor (6), Olinde (5), B. Taylor (5/1), McLean (2), Obasohan, Atkins München Monroe (20), Lucic (18/1), Djedovic (14/2), Zipser (12/2), Koponen (9/2), Lo (5), Lessort (3), Huestis (1), King, Nelson, Barthel SR Lottermoser, Cici, Tamer Zuschauer 6150 (ausverkauft) Gesamtwurfquote Bamberg 47 Prozent (28 Treffer /60 Versuche), München 48 (22/46)

Dreierquote Bamberg 23 Prozent (6/26), München 41 (7/17) Freiwurfquote Bamberg 61 Prozent (14/23), München 84 (31/37) Rebounds Bamberg 34(19 defensiv/15 offensiv), München 23 (18/5) Ballgewinne/-verluste Bamberg 7/20, München 9/16

Assists Bamberg 13 / München 12 Fouls Bamberg 27/ München 24