Im letzten Gruppenspiel der Basketball-Champions-League stehen sich am Dienstag (18.30 Uhr) in der Brose-Arena zwei Final-Four-Teilnehmer des Vorjahres gegenüber. Während Iberostar Teneriffa auch in dieser Saison seiner Favoritenrolle gerecht wird und die Gruppe C erwartungsgemäß anführt, ist für die Bamberger der internationale Wettbewerb nach dem 14. Spieltag bereits zu Ende. Die Niederlage in Peristeri in der vergangenen Woche hat das enttäuschende Vorrunden-Aus des Bundesliga-Achten besiegelt.

Obwohl es für sein Team um nichts mehr geht, kündigte Nationalspieler Christian Sengfelder nach dem 87:76-Heimerfolg gegen die Frankfurt Skyliners am Sonntag an: "Wir wollen uns ordentlich aus der Champions League verabschieden. Das sind wir unseren Fans schuldig." Trainer Roel Moors erklärte ebenso: "Wir nehmen das Spiel definitiv ernst." Andererseits merkte der Belgier auch an: "Wir werden auch einiges ausprobieren. Neue Dinge, die ich testen möchte."

Mit einem Sieg würde der Tabellenfünfte die Gruppe C zumindest mit einer ausgeglichenen Bilanz beenden. Der Gast aus Teneriffa will mit einem Sieg in Bamberg Platz 1 gegen den punktgleichen Rivalen ERA Nymburk verteidigen. Denn die Gruppensieger haben sowohl im Achtel- als auch im Viertelfinale in einem möglichen dritten Spiel der Play-off-Serie den Heimvorteil auf ihrer Seite.

Beim Team von der kanarischen Insel war der personelle Umbruch im vergangenen Sommer noch krasser als bei den Bambergern. Nur der Pole Tomasz Gielo ist aus dem Kader des Vorjahres übrig geblieben. Trainer Txus Vidorreta ist es aber gelungen, aus dem knappen Dutzend Neuzugängen schnell eine schlagkräftige Einheit zu formen.

In der Champions League verlor Iberostar nur zweimal (72:75 in Nowgorod und 84:89 zu Hause gegen Nymburk), und auch in der spanischen Liga spielt die Mannschaft eine gute Rolle. Mit zehn Siegen und sieben Niederlagen nimmt sie den vierten Platz ein. Nach zuvor vier Siegen in Folge musste sich Teneriffa am Sonntagabend dem Tabellenführer FC Barcelona knapp mit 83:87 geschlagen geben. Dabei hätte Iberostar die Partie gegen den Euroleague-Teilnehmer nach einem 15-Punkte-Rückstand fast noch gedreht.

Mit Center Giorgi Shermadini und Aufbauspieler Marcelinho Huertas verfügen die Spanier über ein brandgefährliches Duo. Der 2,17 Meter große georgische Nationalspieler führt das Team mit 14,8 Punkten und 5,6 Rebounds im Schnitt an, der brasilianische Routinier Huertas (36) kommt auf 11,6 Zähler und 8,7 Assists pro Spiel. Beide haben in den vergangenen Jahren bei verschiedenen Euroleague-Teams auf höchstem Niveau gespielt. Mit Aaron White nahm Teneriffa vor drei Wochen einen weiteren früheren Euroleague-Spieler unter Vertrag. Der 27 Jahre alte Ex-Bonner wurde bis Saisonende von Olimpia Mailand ausgeliehen und kommt auf zwölf Zähler im Schnitt.

Gäste-Check: Iberostar Teneriffa

Der Verein von der größten der sieben kanarischen Inseln heißt Club Cantera Base 1939 Canarias, nennt sich aber auf Wunsch des Namenssponsors - eine Unternehmensgruppe in der Reisebranche - Iberostar Teneriffa. In der spanischen Liga erreichte der Klub 2018 und 2019 das Halbfinale. Die Kanaren sind Träger eines historischen Titels: Sie gewannen 2016/17 die Premierensaison der Champions League (63:59-Sieg im Endspiel gegen Banvit Bandirma). Im Vorjahr erreichten sie abermals das Finale, das sie in Antwerpen mit 61:73 gegen Virtus Bologna verloren. Die Mannschaft Nach dem Verpassen der Play-offs 2019 in der spanischen Liga stellten sich die Spanier völlig neu auf. Aus dem Team der Vorsaison ist nur Tomasz Gielo übrig geblieben. Der Pole ist einer von acht Ausländern aus vorrangig europäischen Ländern. Einziger US-Amerikaner im Team von Iberostar Teneriffa ist Aaron White. Die übrigen Importspieler kommen aus Georgien (Giorgi Shermadini), Brasilien (Marcelinho Huertas/besitzt auch italienischen Pass), Finnland (Sasu Salin), Griechenland (Georgios Bogris), Frankreich (Lahaou Konate) und Dänemark (Gabriel Lundberg). Der Trainer Txus Vidorreta war bislang ausnahmslos in Spanien beschäftigt. Der 53-Jährige stieg mit Bilbao Basket im Jahr 2004 in die erste Liga auf und war anschließend noch für Alicante und Estudiantes Madrid tätig, 2015 wechselte er zu Iberostar Teneriffa, 2017 übernahm er den spanischen Meister Valencia Basket. Beim Euroleague-Teilnehmer wurde Vidorretta bereits nach einem Jahr entlassen und kehrte nach Teneriffa zurück.