Die Basketballer von Brose Bamberg haben den Negativtrend gestoppt und nach zuletzt drei Niederlagen in Folge wieder ein Erfolgserlebnis gefeiert. Trotz des klaren und auch in der Höhe völlig verdienten 91:53 (39:24)-Heimsieges über VEF Riga am Dienstagabend bleiben sie aber Tabellenfünfter in der Gruppe C der Champions League und damit außerhalb der Play-off-Ränge. Nur mit einem weiteren Erfolg am nächsten Dienstag bei Peristeri BC kann die Mannschaft von Trainer Roel Moors den griechischen Vertreter vom vierten Rang verdrängen und damit die Chance aufs Achtelfinale wahren. Den in den vergangenen Wochen arg gebeutelten Bambergern gibt der deutliche Sieg aber neuen Mut.

Minusrekord: Nur 4848 Fans

Nach der gegen Vechta in letzter Sekunde erlittenen Niederlage vom Sonntag war den Gastgebern zu Beginn jedoch die Verunsicherung noch anzumerken. Von den ersten zehn Würfen fanden vor nur 4848 Zuschauern in der Brose-Arena, die so schlecht besucht war wie seit vielen Jahren nicht, nur drei den Weg in den Korb. Dann schwammen sich die Gastgeber aber allmählich frei, weil sie einige Male den zum Korb abrollenden Center Assem Marei fanden. Von den biederen Gästen aus Lettland kam offensiv zunächst auch nicht viel. Lediglich Aufbauspieler Lester Madsen versprühte etwas Korbgefahr. Dennoch ging Riga kurz vor Viertelende nach einem Dreier von Blums erstmals in Führung (15:14).

Die Bamberger nahmen dann aber Fahrt auf. Dank guter Verteidigung (vier Ballgewinne) kamen sie zu Schnellangriffen und legten einen 17:2-Lauf aufs Parkett. Nach 15 Minuten führten sie mit 31:17 und diktierten auch in der Folge das Geschehen. Riga kam nur selten zu freien Würfen, und selbst von diesen vergaben die Letten einige. Mit 22:9 ging der zweite Abschnitt klar an die Bamberger, die in Korbnähe sicher abschlossen und nur von der Dreierlinie Schwächen zeigten. Nur ein Distanzwurf hatte bei sieben Versuchen in Halbzeit 1 sein Ziel gefunden. Für VEF Riga standen zwar neun Offensivrebounds zu Buche, die der Gast aber nur in fünf Punkte ummünzte. Die Trefferquote der Letten lag bei schwachen 31 Prozent (Bamberg 51).

Den 15-Punkte-Vorsprung zur Pause bauten die Hausherren gegen die schwachen Gäste bis zur 24. Minute auf 20 aus (48:28). Auch eine Auszeit von VEF-Coach Janis Gailitis fruchtete nicht. Bamberg zog weiter davon.

Je länger die einseitige Partie dauerte, desto energischer forderten die Brose-Fans auf der Südtribüne den Einsatz von Talent Mateo Seric.Der Coach erfüllte ihren Wunsch mit Beginn des letzten Viertels. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt beim Stand von 67:35 längst entschieden. Neun Ballgewinne und fünf geblockte Würfe für die Bamberger standen schon jetzt auf dem Statistikbogen, mit denen sie ihrem Gegner den Zahn gezogen hatten.

Seric und Plescher treffen Dreier

Im letzten Viertel trug sich Seric unter anderem mit zwei Dreiern in Folge in die Korbschützenliste ein. Kurze Zeit später durfte mit Moritz Plescher ein weiterer Spieler aus dem Baunacher Farmteam Champions-League-Luft schnuppern. Auch er traf kurz nach seiner Einwechslung aus der Distanz.

Spieler des Spiels

Retin Obasohan war zwar nicht der effektivste Bamberger, sorgte aber für viel Tempo und überzeugte als Spielmacher.. Der Belgier erzielte zehn Punkte, davon zwei Dreier, und kam auf eine Trefferquote von 67 Prozent. Zudem gab der Belgier sieben Assists und blockte einmal.

Die Statistik

Brose Bamberg - VEF Riga 91:53

(17:15, 22:9, 28:11, 24:18)

Bamberg Marei (13 Punkte), Atkins (13), Obasohan (10/2 Dreier), K. Taylor (10), Sengfelder (10), Seric (8/2), Olinde (8/1), Lee (7/1), McLean (6), Harris (4), Plescher (2), B. Taylor

Riga Medford (10), Madsen (10), Kurucs (8/2), Blums (6/2), Krajina (6), Thames (4), Stumbris (3), Mediss (2), Kohs (2), Freimanis (2) SR Lanzarini (Italien), Hrusa (Tschechien), Jacobs (Belgien) Zuschauer 4848 Wurfquote Bamberg 52 Prozent (37/71), Riga 35 (24/69) Dreierquote Bamberg 30 Prozent (6/20) / Riga 17 (4/23) Freiwurfquote Bamberg 85 Prozent (11/13), Riga 25 (1/4) Rebounds Bamberg 45 (34 defensiv/11 offensiv), Riga 38 (25/13) Ballgewinne/-verluste Bamberg 11/7, Riga 3/16

Assists Bamberg 22 / Riga 14 Fouls Bamberg 12 / Riga 16