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Brose Bamberg ist von der Rolle

Die Bamberger kassieren beim Bundesliga-Finalturnier in München gegen die MHP-Riesen Ludwigsburg eine happige 74:103-Niederlage.
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Enttäuschte Bamberger um Trainer Roel Moors (Mitte) nach der Niederlage gegen Ludwigsburg. Fotos: Daniel Löb
Enttäuschte Bamberger um Trainer Roel Moors (Mitte) nach der Niederlage gegen Ludwigsburg. Fotos: Daniel Löb
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Vom starken Eindruck, den die Basketballer von Brose Bamberg gegen Alba Berlin hinterlassen hatten, war im zweiten Spiel beim Bundesliga-Finalturnier in München nichts mehr zu sehen. Die Mannschaft von Trainer Roel Moors zeigte beim 74:103 (17:25, 19:26, 20:25, 18:27) gegen die MHP Riesen Ludwigsburg eine ganz schwache Leistung und kassierte im zweiten Spiel der Gruppe B die zweite Niederlage. Am Samstag (16.30 Uhr) müssen sich die Oberfranken gegen die Skyliners Frankfurt gewaltig steigern, wenn sie den ersten Erfolg einfahren und ein "Endspiel" um den letzten Platz zum Einzug ins Viertelfinale am Montag gegen Vechta vermeiden wollen. Die Hessen hatten am Donnerstagnachmittag das ebenfalls noch sieglose Vechta mit 63:59 bezwungen.

"Die Ludwigsburger haben mit viel mehr Energie gespielt als wir. Sie haben gemacht, was sie wollten. Im nächsten Spiel müssen wir eine Antwort geben", meinte Brose-Nationalspieler Christian Sengfelder nach dem ernüchternden Auftritt seines Teams bei magentasport.de. Wer gedacht hatte, die gute Leistung gegen die Albatrosse würde den Bambergern Selbstvertrauen für ihren zweiten Auftritt im Audi-Dome geben, wurde schnell eines Besseren belehrt. Zwar hielten die Oberfranken bis zum 11:11 in der 6. Minute mit, doch dann zogen die MHP Riesen mit einem 8:0-Lauf davon. Dieser Vorsprung hatte bis zum Viertelende Bestand, weil die Bamberger aufgrund von fünf Ballverlusten in den ersten zehn Minuten offensiv nicht in den Rhythmus kamen.

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Auch in der Defensive waren Schwächen zu erkennen, die die Schwaben im zweiten Abschnitt schonungslos aufdeckten. Immer wieder attackierten sie in Person von Thomas Wimbush - mit 20 Punkten bester Werfer der Partie - und Jaleen Smith erfolgreich den Korb und waren auch aus der Distanz erfolgreich. Die MHP Riesen zeigten ein variables Spiel, was man von ihrem Gegner nicht behaupten konnte. Die Bamberger bewegten den Ball schlecht und kamen daher selten zu guten Wurfgelegenheiten. Jordan Crawford, mit 20 Punkten gegen Berlin noch Topscorer bei Brose, kam in der ersten Halbzeit nur auf vier Zähler. Obwohl Paris Lee für ihn mit elf Punkten in Halbzeit 1 - davon drei Dreier - in die Bresche sprang, wuchs der Rückstand stetig an. Kurz vor der Sirene betrug er 18 Zähler, ehe Elias Harris mit einem Dreier für den 36:51-Pausenstand sorgte. Der Ex-Nationalspieler stand lange auf dem Feld, weil sein Centerkollege Assem Marei früh foulbelastet war und 16 Minuten auf der Bank saß.

Nach gut zweieinhalb Minuten im dritten Abschnitt sah sich Brose-Coach Moors bereits zu einer Auszeit gezwungen. Er hatte mit ansehen müssen, wie Ludwigsburg fast nach Belieben traf und auf 61:38 davonzog. Crawford stemmte sich nun gegen die drohende Niederlage und traf drei Dreier binnen weniger Minuten. Der 9:0-Lauf, mit dem die Bamberger den Rückstand auf zwölf Punkte verkürzten (56:68), war aber nur ein kurzes Strohfeuer, weil Crawford offensiv keinerlei Unterstützung von seinen Mitspielern erhielt und das Brose-Team defensiv weiterhin große Defizite aufwies, weil kaum jemand dem anderen half.

Es passte ins Bild, dass sich Marei, der ohne Korberfolg blieb, schon vor Beginn des letzten Abschieds mit seinem fünften Foul verabschiedete. Er war nicht der einzige Bamberger an diesem Abend, der neben sich stand. Auch von Retin Obasohan (3) und Kameron Taylor (4) war kaum etwas zu sehen. So wurde die Partie letztlich zu einem Debakel für den neunfachen deutschen Meister, der sich vor allem in der Abwehr erheblich steigern muss.

MHP Riesen Ludwigsburg: Wimbush (20 Punkte/3 Dreier), Weiler-Babb (16/2), Knight (14), Wohlfarth-Bottermann (13), Smith (11/2), Hukporti (10), Brase (8/2), Nixon (6), Jacob Patrick (3/1), Herzog (2), von Fintel

Brose Bamberg: Harris (16), Crawford (15/3), McLean (13/2), Lee (11/3), Sengfelder (4), Heckel (4), K. Taylor (4), Obasohan (3/1), Seric (2), Plescher (2), Weidemann, Marei

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