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Brose Bamberg: drei heiße Trainerkandidaten

Bei Brose Bamberg läuft die Suche nach einem Nachfolger von Roel Moors auf Hochtouren. Pedro Calles wird es nicht, aber noch ist ein Trio im Gespräch, vom dem einer das Rennen machen dürfte.
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Der Kroate Igor Milicic stand in den vergangenen fünf Jahren bei Anwil Wloclawek in Polen unter Vertrag. Foto: imago
Der Kroate Igor Milicic stand in den vergangenen fünf Jahren bei Anwil Wloclawek in Polen unter Vertrag. Foto: imago
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Der erste potenzielle Kandidat ist schon wieder weg vom Trainermarkt. Pedro Calles, schon vor einem Jahr als möglicher Coach von Brose Bamberg gehandelt, wird beim oberfränkischen Basketball-Bundesligisten nicht Nachfolger von Roel Moors, der nach einer enttäuschenden Saison am Dienstag freigestellt wurde. Calles wechselt nach fünf Jahren bei Rasta Vechta zu den Hamburg Towers.

Bei den Hanseaten erhält der 36 Jahre alte Spanier einen Zweijahresvertrag und ersetzt Mike Taylor, dessen Kontrakt nicht verlängert wurde. Taylor wäre nun wiederum frei für die Bamberger. Doch beim neunfachen deutschen Meister ist der US-Amerikaner, der aufgrund seiner achtjährigen Tätigkeit in Ulm von 2003 bis 2011 viel Bundesliga-Erfahrung aufweist, offenbar nicht ganz oben auf der Wunschliste. Drei Kandidaten können sich bessere Chancen ausrechnen, Chefcoach bei den Bambergern zu werden. Zu dem seit einigen Tagen gehandelten gegenwärtigen Würzburger Trainer Denis Wucherer gesellten sich nun auch die Namen von Johan Roijakkers, Coach der BG Göttingen, und eines in Deutschland weitgehend unbeschriebenen Blattes: Igor Milicic.

Zweimal Meister in Polen

Der am 9. Juni 44 Jahre alt gewordene Kroate Milicic stand in den vergangenen fünf Jahren für den polnischen Spitzenklub Anwil Wloclawek an der Seitenlinie. In dieser Zeit führte Milicic das Team zweimal in Folge zur polnischen Meisterschaft (2018 und 2019), gewann 2017 und 2019 den Superpokal und in diesem Jahr den Pokalwettbewerb. Beim coronabedingten Saisonabbruch im März belegte Anwil mit 17 Siegen und fünf Niederlagen den dritten Tabellenplatz. Milicic, der als Spieler 2002 für wenige Wochen in Ludwigsburg unter Vertrag stand und 2017 zum "Trainer des Jahres" in Polen gewählt wurde, hat seinen auslaufenden Vertrag in Wloclawek nicht verlängert und befindet sich nach Informationen des Internet-Portals "Sportando" in Gesprächen mit Brose Bamberg.

Roijakkers vertraglich gebunden

Im Gegensatz zu Milicic ist der Göttinger Coach Roijakkers nicht vertragslos, sondern noch ein Jahr an den Verein gebunden. Der 39 Jahre alte Niederländer sagte aber kurz vor dem Ausscheiden seines Teams im Viertelfinale des Finalturniers in München bei Magentasport: "Ich bin jetzt bereit für den nächsten Schritt. Ich habe meine Verträge bis jetzt immer erfüllt, aber ich habe mit Frank (Meinertshagen, BG-Geschäftsführer, Anm. d. Red.) schon seit zwei Jahren die Absprache, dass ich weg kann, wenn ein anderer Verein mich will." Allerdings betonte er auch, dass er sich vorstellen könne, noch "zwei, drei vier Jahre" bei der BG zu bleiben.

Roijakkers ist seit 2012 Chefcoach in Göttingen und führte die Niedersachsen 2014 zurück in die Bundesliga, in der sie sich seitdem etabliert haben. Die Teilnahme am Finalturnier in München ist für die Göttinger, die zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung im März Tabellenneunter waren, der größte Erfolg seit dem Wiederaufstieg.

Zu Beginn seiner Trainerlaufbahn war der 39-jährige Niederländer für einige Jahre als Nachwuchscoach in Belgien tätig und 2007 Co-Trainer beim Erstligisten Dexia Mons-Hainault. Bambergs belgischer Sportdirektor Leo De Rycke dürfte Roijakkers daher bestens kennen.

Ob die Bamberger künftig ein Trainer mit Bundesliga-Erfahrung oder wie zuletzt Moors ein Neuling in Deutschland trainieren wird, bleibt abzuwarten. Welches Anforderungsprofil der Verein bei der Trainerfindung stellt, war nicht in Erfahrung zu bringen. Eine entsprechende Anfrage blieb bis Freitagabend ebenso unbeantwortet wie die Frage, ob Calles auf der Kandidatenliste stand.