Das 13. Bundesliga-Spiel der laufenden Saison brachte Brose Bamberg kein Glück: das Team von Trainer Johan Roijakkers unterlag beim Tabellenführer MHP Riesen Ludwigsburg am Samstagabend 75:83 (39:49). Die 22 Ballverluste auf Bamberger Seite gegen die gewohnt aggressiv verteidigenden Ludwigsburger waren am Samstagabend rekordverdächtig. Da nutzte es auch nichts, dass Bamberg das Reboundduell (36:21) klar für sich entschied.

Während es für die Schwaben der zehnte Erfolg in Serie auf nationalem Parkett war, haben die Bamberger vier der letzten fünf Partien verloren. Mit nun fünf Siegen und acht Niederlagen sind die Play-off-Plätze für das Brose-Team nun schon ein gutes Stück entfernt.

Ihren BBL-Einstand bei den Oberfranken gaben in der Ludwigsburger MHP-Arena Alex Ruoff (2 Assists, 1 Rebound in 5 Minuten) und Shevon Thompson (2 Punkte, 2 Rebounds, 5 Fouls in 7 Minuten). Eine große Hilfe war das Duo für seinen neuen Klub aber noch nicht. Bester Bamberger Werfer war Bennet Hundt mit 16 Punkten.

Bundesliga

MHP Riesen Ludwigsburg -

Brose Bamberg 83:75

(26:20, 23:19, 17:16, 17:20)

Thompson stand bei seinem BBL-Debüt neben dem deutschen Quartett Christian Sengfelder, Kenneth Ogbe, Dominic Lockhart und Bennet Hundt in der Startformation. Der Jamaikaner gab seinem neuen Team in der Anfangsphase Impulse: nach 70 Sekunden holte er seinen ersten Offensiv-Rebound und vollendete mit einem linken Hakenwurf. Auffällig: Die Bamberger Guards suchten den neuen Center in der Zone, "Durchstecker" von Hundt und Ogbe waren aber zu vorhersehbar und endeten in Ballverlusten.

Trotzdem machte Bamberg offensiv zunächst einen guten Job, löste auch die Ganzfeldverteidigung der Ludwigsburger recht souverän. Mit der richtigen Balance aus Distanzwürfen und Aktionen unter dem Korb ging Brose nach fünfeinhalb Minuten durch David Kravish erstmals in Führung (14:15).

Nachdem Jonas Wohlfarth-Bottermann früh sein zweites Foul kassierte, war Kravish neben Sengfelder in der Folge Bambergs Zielspieler. Doch die körperlich unterlegenen Schwaben hielten im Kollektiv in der Zone gut dagegen und stibitzten Ball um Ball. In der Defensive bekamen Hundt & Co. Scharfschütze Jordan Hulls nicht unter Kontrolle. Mit seinem vierten erfolgreichen Dreier (18 Punkte in Hälfte 1) brachte der US-Amerikaner sein Team mit 24:17 in Front. Seine Qualitäten als Passgeber unterstrich Bambergs zweiter Neuzugang, Alex Ruoff, erstmals zu Beginn des zweiten Viertels, als er im Pick-and-Roll Kravish schön bediente (28:22, 11.). Die Ballstafetten konnten sich sehen lassen, nur egal ob Chase Fieler, Vitali oder Ruoff - die gut herausgespielten Dreier fielen nicht.

Bei den Schwaben dagegen schon: nach schwacher Bamberger Rückwärtsbewegung brachte der Deutsch-Kubaner Yorman Polas Bartolo den Tabellenführer erstmals zweistellig in Führung (36:24, 13.). Ein Bereich, in dem sich der Rückstand für das Brose-Team bis zur Halbzeitpause einpendeln sollte. In dieser Phase waren es nicht die Distanzwürfe von Hulls, sondern die aggressiven Attacken zum Korb der beiden anderen US-Guards, Barry Brown und Jaleen Smith, die Bamberg nicht stoppen konnte.

Immerhin verabschiedeten sich die Oberfranken mit einem guten Gefühl in die Kabine: Devon Hall traf mit der Sirene einen Dreier im Nachhintenfallen und verkürzte auf 39:49. Es war gerade einmal der dritte Treffer im 17. Versuch von der 6,75-Meter-Linie. Ludwigsburg netzte in den ersten 20 Minuten sieben von 13 Versuchen ein.

Das vermeintliche Momentum vor der Pause konnten die Bamberger aber nicht im Ansatz nutzen. Thompson kassierte innerhalb von zwei Minuten drei Fouls. Nach gerade einmal sieben Minuten Einsatzzeit war das Spiel für den 27-jährigen Center mit fünf Fouls vorbei. Ludwigsburg dachte noch lange nicht ans Aufhören und fing an zu zaubern. Hulls bediente mit einem No-Look-Pass den einfliegenden 39-jährigen Tremmell Darden (56:39).

Symptomatisch aus Bamberger Sicht: Ein freier Dreierversuch des ansonsten ordentlich auftretenden Sengfelder aus der Ecke, der nicht einmal den Ring berührte. Die Ludwigsburger gewährten den Gästen die Distanzwürfe (insgesamt 30 Versuche) und waren in erster Linie darauf bedacht, die Zone dichtzumachen. Und das gelang den schnellen Schwaben gegen die deutlich größeren Bamberger über weite Phasen exzellent.

Bei zwischenzeitlich 19 Punkten Rückstand (61:42) schien die Partie bereits fast entschieden, doch Brose gelang es zumindest wieder, das Viertel ordentlich zu beenden. Mit einem 13:5-Lauf, den Hundt mit acht Zählern initiierte, blieb Bamberg vor den letzten zehn Minuten einigermaßen auf Tuchfühlung (66:55).

Hundt war aktiv und bemüht, hatte aber einmal mehr bei der Ballkontrolle Probleme (7 Turnovers). Ein viel zu lässig gespielter Bodenpass zu Kravish war leichte Beute für Brown, der im Fastbreak den Vorsprung der Heimmannschaft wieder auf 15 Punkte schraubte (74:59, 33.). Bamberg erlaubte sich zu dem Zeitpunkt bereits 18 Ballverluste - viel zu viel, um eine Siegchance bei einem Topteam der Bundesliga zu besitzen.

Zumindest ließ sich das Brose-Team in den Schlussminuten nicht hängen. Michele Vitali verkürzte den Rückstand mit zwei erfolgreichen Dreiern nach langer Zeit mal wieder auf unter zehn Punkte (80:71, 38.). Doch der mögliche dritte Streich des Italieners verfehlte sein Ziel klar - die achte Bamberger BBL-Niederlage im 13. Spiel war perfekt.

Die Basketball-Statistik

Ludwigsburg: Hulls (26 Punkte/6 Dreier), Smith (18/2), Brown (15/1), Wohlfarth-Bottermann (9), Polas Bartolo (7/2), Darden (6), Rodriguez (2), Radebaugh, Herzog, Ja. Patrick

Bamberg: Hundt (16/2), Vitali (13/3), Kravish (10), Fieler (9/1), Sengfelder (8), Lockhart (8/2), Hall (5/1), Ogbe (4), Thompson (2), Grüttner Bacoul, Ruoff

Schiedsrichter: Panther, Mutapcic, Gutting

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Ludwigsburg 52 Prozent (29 Treffer/56 Versuche), Bamberg 46 (27/59)

Dreierquote: Ludwigsburg 46 (11/24), Bamberg 30 (9/30)

Freiwurfquote: Ludwigsburg 88 (14/16), Bamberg 86 (12/14)

Rebounds: Ludwigsburg 22 (19 defensiv/3 offensiv), Bamberg 36 (23/13)

Ballgewinne/-verluste: Ludwigsburg 13/12, Bamberg 5/22

Assists: Ludwigsburg 12 / Bamberg 14

Fouls: Ludwigsburg 18 / Bamberg 24