Es war wohl der wichtigste der insgesamt drei Blocks von Louis Olinde. Als die Bamberger Brose-Basketballer wieder einmal drauf und dran waren, einen Vorsprung im letzten Viertel zu verspielen, verweigerte der 21-Jährige mit viel Entschlossenheit und Sprungkraft Marcos Knight zwei Korblegerpunkte, die die Ludwigsburger vier Minuten vor Spielende auf fünf Punkte herangebracht hätten. Im Gegenzug traf Kameron Taylor einen Halbdistanzwurf zum 66:57. Diesen Vorsprung ließen sich die Oberfranken am Freitagabend nicht mehr nehmen und festigten mit dem 75:68-Heimerfolg im Spitzenspiel den vierten Tabellenplatz in der Bundesliga.

"So ein Block kann das ganze Team pushen. Ich versuche damit, nochmal Energie in die Mannschaft reinzubringen. Ich bin glücklich, dass mir das heute gelungen ist", sagte Olinde nach seiner starken Verteidigungsaktion, die sinnbildlich dafür stand, mit wieviel Intensität in der Verteidigung die Bamberger zu Werke gegangen waren. Sie hielten die offensivstarken Schwaben 20 Punkte unter ihrem bisherigen Saisonschnitt. Im ersten und zweiten Viertel gestatteten sie ihrem Gegner jeweils nur zwölf Zähler. "Die Bamberger haben uns in der ersten Halbzeit dominiert", gab Gästecoach John Patrick unumwunden zu. Sein Team wurde von den Oberfranken, die wohl ihre beste Defensivleistung in dieser Spielzeit zeigten, mit den eigenen Waffen geschlagen. Eine knallharte und gallige Verteidigung ist ansonsten das Markenzeichen der Schwaben.

Lee und Marei harmonieren

Auffälligste Akteure neben Olinde, der mit 14 Punkten, sieben Rebounds und drei geblockten Würfen der effektivste Spieler der Partie war, waren beim Sieger noch Paris Lee und Assem Marei. Der Aufbauspieler und der Center setzten vor allem in der ersten Halbzeit, als bei den Brose-Basketballern auch offensiv vieles funktionierte, mit ihrem Pick-and-Roll die Akzente. Lee kam daher neben zehn Punkten auch auf acht Assists (einer mehr als die gesamte Ludwigsburger Mannschaft), Center Marei steuerte 16 Punkte zum ersten Bundesligaerfolg der Bamberger im Monat Dezember bei.

"Es war ein wichtiger Sieg gegen ein sehr starkes Team. Wir haben den Grundstein in der ersten Halbzeit gelegt, in der wir exzellent verteidigt und im Angriff den Ball gut bewegt haben. Die zweite Hälfte war gar nicht so schlecht, aber die Ludwigsburger haben den Rebound kontrolliert. Sie haben uns außerdem in der Ganzfeldpresse zu leicht im Eins-gegen-eins geschlagen und dadurch viele Punkte erzielt. Aber wenn du ein so offensivstarkes Team auf 68 Punkte hältst, spricht das für die Verteidigung", resümierte Brose-Coach Roel Moors.

Zwar kamen die Ludwigsburger dank ihrer Topscorer Khadeen Carrington (21 Zähler) und Marcos Knight (18) nach dem deutlichen 24:43-Pausenrückstand immer näher an die Gastgeber heran. Den Sieg ließen sich die Bamberger, die nie in Rückstand gerieten, diesmal aber nicht mehr nehmen.ps