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Bamberger Team zerfällt: Olinde, Obasohan und Crawford sind weg

Die Mannschaft des Basketball-Bundesligisten Brose Bamberg zerfällt gut eine Woche nach dem Aus im Viertelfinale des Endturniers in München weiter.
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Louis Olinde zieht es nach vier Jahren in Bamberg weiter. Das deutsche Toptalent sucht nach einer neuen Herausforderung.
Louis Olinde zieht es nach vier Jahren in Bamberg weiter. Das deutsche Toptalent sucht nach einer neuen Herausforderung.
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Nachdem am vergangenen Dienstag Cheftrainer Roel Moors trotz eines laufenden Vertrages zusammen mit seinem Assistenten Thomas Crab für die kommende Saison freigestellt worden war, folgten am gestrigen Montag drei weitere Abgänge.

So werden Louis Olinde, Retin Obasohan und Jordan Crawford dem Brose-Kader 2020/21 nicht mehr angehören. Bei dem Trio liefen die Verträge zum 30. Juni aus.

Verein wollte Olinde halten

Vor allem das deutsche Toptalent Olinde hätten die Bamberger gerne weiterverpflichtet. "Es ist sehr schade, dass Louis uns verlassen wird. Wir hätten ihn gerne weiter bei uns gesehen. Er hätte das Gesicht Brose Bambergs werden können", sagte Sportdirektor Leo De Rycke. Der 2,05 Meter große Flügelspieler trug seit 2016 das Brose-Trikot und entwickelte sich zu einem Leistungsträger im Bamberger Team, auch wenn die Leistungen des 22-Jährigen zum Teil stark schwankten - spiegelbildlich zu den achterbahnähnlichen Vorstellungen der gesamten Mannschaft in der vergangenen Spielzeit. Olinde fehlte dem Team aufgrund einer Operation an der Bizepssehne beim Bundesliga-Finalturnier in München vor allem als reboundstarker und athletischer Spieler.

"Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, da mich sehr viel mit dem Verein, der Stadt und den Menschen hier verbindet. Ich denke aber, dass es für mich an der Zeit ist, den nächsten Schritt in meiner Karriere zu gehen und mich einer neuen Herausforderung zu stellen", sagte Olinde zu seinem Abschied und dankte vor allem Individualtrainer Stefan Weissenböck, von dem er in den vier Jahren unglaublich viel gelernt habe.

Zweimal Pokalsieger und einmal Meister

Insgesamt trug Olinde 100 Mal das Brose-Trikot auf nationaler Ebene und wurde in der Doublesaison 2016/17 bereits zwölfmal in der Bundesliga eingesetzt. Beim Pokalsieg 2019 war er bereits Stammkraft. 45 Mal stand er in internationalen Spielen für Bamberg auf dem Parkett. Wohin es den gebürtigen Hamburger zieht, teilten weder der Verein noch Olinde mit. Ob sich der Nationalspieler (2 Herren-Länderspiele) in diesem Jahr nach zwei Rückziehern in den Vorjahren für den NBA-Draft anmeldet, bleibt offen.

Obasohan und Crawford

Während mit Olinde ein langjähriger Akteur die Brose-Bühne verlässt, waren Retin Obasohan und Jordan Crawford nur Teilzeitkräfte in Oberfranken, deren auslaufende Verträge nicht verlängert wurden. Der Belgier Obasohan kam im Oktober 2019 nach Bamberg und sollte auf der Aufbauposition Akzente setzen. Das nächste Woche 27 Jahre alt werdende Kraftpaket begeisterte mit seiner Athletik und seinem Einsatz, konnte jedoch das Spiel nicht wie gewünscht in geordnete Bahnen lenken, zumal er aus der Distanz zu wenig Gefährlichkeit ausstrahlte.

Dies kann man vom US-Amerikaner Crawford nicht behaupten. Der 31-jährige NBA-Veteran schoss in seinen insgesamt acht Partien (davon zwei vor der Corona-Pause) aus allen Rohren und erfüllte als Scorer über weite Strecken die Erwartungen. Im Finalturnier war in den Viertelfinalpartien gegen Oldenburg der Akku des Flügelspielers allerdings leer.

Trainernachfolge noch offen

Die weiteren Kaderplanungen in Bamberg hängen nun von der Trainerentscheidung ab. Fünf Bewerber stehen derzeit zur Debatte. Darunter gilt Johan Roijakkers von der BG Göttingen wohl als aussichtsreicher Kandidat. Der neue Trainer hat derzeit noch acht Spieler für die kommende Saison unter Vertrag. Christian Sengfelder und Mateo Seric bis 2022, Bryce Taylor, Nelson Weidemann, Paris Lee, Tré McLean, Assem Marei und Kameron Taylor jeweils noch eine Saison. Was mit den Talenten Moritz Plescher (19), Marvin Heckel und Daniel Keppeler (beide 23) nach dem Rückzug des Farmteams Baunach aus der dritten Liga ProB passiert, ist derzeit ebenso offen, wie die Zukunft von Kapitän Elias Harris, dessen Vertrag heute endet.