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Basketball

Bamberger tanken Selbstvertrauen

Eine sehr starke erste Hälfte gegen Frankfurt reicht Brose Bamberg zum klaren 99:83-Sieg. Für den Viertelfinaleinzug können sich die Franken im letzten Gruppenspiel am Montag gegen Vechta sogar eine Niederlage erlauben.
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Aggressive Verteidigung zeichnete Retin Obasohan (rechts, hier gegen Frankfurts Len Schoormann) aus. Die müssen die Bamberger am Montag auch gegen die unangenehm spielenden Vechtaner für einen Sieg an den Tag legen.  Foto: Daniel Löb/Pool
Aggressive Verteidigung zeichnete Retin Obasohan (rechts, hier gegen Frankfurts Len Schoormann) aus. Die müssen die Bamberger am Montag auch gegen die unangenehm spielenden Vechtaner für einen Sieg an den Tag legen. Foto: Daniel Löb/Pool
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Kurz vor Schluss mussten die an den Fernsehgeräten mitfiebernden Brose-Fans noch um den ersten Sieg beim Bundesliga-Final-Turnier in München zittern, als die Bamberger nach einer 25-Punkte-Führung Frankfurt gut zwei Minuten vor dem Ende auf neun Zähler hatten herankommen lassen. Schließlich stand aber ein wichtiger 99:83 (58:36)-Sieg zu Buche.

Rechenspiele

Das 16-Punkte-Polster erlaubt den Bambergern am Montag (16.30 Uhr) im abschließenden Gruppenspiel gegen das bis dato noch sieglose Vechta sogar eine Niederlage mit neun Punkten, um in einem Dreiervergleich der dann punktgleichen Teams auf Platz 3 die Gruppe B abzuschließen. Bei einer höheren Niederlage wäre Vechta Dritter und Bamberg Vierter. Nur bei einer 29-Punkte-Schlappe würde Frankfurt noch auf Rang 4 klettern und Bamberg würde lediglich noch um Rang 9 spielen.

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Die am Montag spielfreien Hessen drücken den Bambergern also fest die Daumen, denn nur bei einem Sieg der Franken erreichen die Frankfurter das Viertelfinale.

Wenn es nach Bambergs Kraftpaket Retin Obasohan geht, dann soll es die Rechnerei gar nicht geben. "Unser einziger Fokus ist, gegen Vechta zu gewinnen. Wir denken nicht darüber nach, ob wir mit 28 oder neun Punkten verlieren dürfen. Nur der Sieg zählt." Dafür müsse sein Team konstanter spielen. "Gegen Frankfurt haben wir die Partie zu früh abgehakt", sagt der Belgier.

Dies dürfen sich die Bamberger gegen Vechta nicht erlauben. Das kampfstarke Team um Trainer Pedro Calles, das wohl auf seinen verletzten Kapitän Josh Young verzichten muss, hat in dieser Saison das Brose-Team bereits zweimal bezwungen. Vor allem die bittere 85:86-Heimniederlage nach klarer Führung dürfte noch in Erinnerung sein. "Wir haben eine kurze Rotation. Trotzdem müssen wir mehr Energie zeigen als in der ersten Hälfte gegen Berlin", fordert Calles von seinen Männern, die bei der 72:102-Niederlage gegen Alba am Samstag zur Pause mit 31:58 zurückgelegen war.

Dass die neun verbliebenen Rastaner die zweite Hälfte ausgeglichen gestalteten, sollte den Bambergern Warnung genug sein. "Für uns ist es ein Do-or-die-Spiel", sagt Michael Kessens und richtete am Sonntag eine Kampfansage an Obasohan, mit dem er drei Jahre zusammen am College in Alabama in einem Team auflief. "Wir werden Vechta-Basketball spielen und alles tun, um zu gewinnen." Obasohan konterte: "Am Montag wird unsere Freundschaft pausieren." Brose Bamberg -

Fraport Skyliners 99:83

(29:18, 29:18, 26:30, 15:17) Die Bamberger ließen am Samstag gegen die Hessen den Ball von Beginn an gut laufen. Besonders die Trefferquote von der Dreierlinie, die gegen Ludwigsburg mit 31 Prozent noch schwach war, stimmte diesmal (46 Prozent). Jordan Crawford versenkte schnell zwei Distanzwürfe, Paris Lee zum 19:11 und Kameron Taylor zum 26:13 trafen ebenfalls von draußen. Bamberg drückte aufs Tempo und hatte nach einem Drei-Punkte-Spiel von Obasohan bereits 29 Punkte nach zehn Minuten erzielt. Den Skyliners ging in ihrem vierten Spiel sichtlich die Puste aus, während die Bamberger Lust hatten, ihre schwache Leistung zwei Tage zuvor vergessen zu machen. Kameron Taylor setzte mit dem 58:36 den Schlusspunkt unter eine starke erste Hälfte (15 Assists bei nur drei Ballverlusten), in der Bamberg lediglich im Defensivrebound Schwächen zeigte.

Moors mit Hälfte 2 unzufrieden

"Wir haben in den zwei Spielen zuvor zwei verschiedene Gesichter gezeigt, diesmal haben wir die in einem Spiel gezeigt", sagte Trainer Moors nach der Partie. Das, was er in der zweiten Halbzeit von seinem Team sah, stimmte ihn nicht zufrieden. Den Lauf der Hessen im dritten Abschnitt stoppte der stark verbesserte Christian Sengfelder mit zwei Dreiern. Im Schlussviertel hielt der 21-jährige Mateo Seric dagegen. Dennoch verkürzte Joe Rahon für Frankfurt bis auf 83:92 (38.). "Das darf uns nicht passieren", sagte Elias Harris hinterher. "35 Minuten waren in Ordnung, dann gab es aber wieder fünf, in denen wir in eine nicht zu erklärende Hektik verfallen sind." Zuversichtlich für die vierte Begegnung binnen sieben Tagen stimmt bei den Bambergern, dass sieben Spieler zweistellig punkteten.

Spieler des Spiels

Der 25-Jährige Christian Sengfelder lieferte nach zwei schwachen Auftritten diesmal gegen Frankfurt eine gute Leistung ab. Mit zwölf Punkten, davon einige in der wichtigen Phase im dritten Viertel, und sechs Rebounds bei nur einem Ballverlust zeigte der Power Forward, dass er im Turnier angekommen ist.

Die Basketball-Statistik

Bamberg: K. Taylor (13 Punkte/1 Dreier), Obasohan (13), McLean (12/2), Sengfelder (12/2), Crawford (12/3), Seric (10/2), Marei (10), Harris (9), Lee (8/2), Heckel

Frankfurt: Robertson (13/3), Masiulis (11/1), Schoormann (9/1), McQuaid (9/3), Rahon (9), Vrcic (7/1), Polas Bartolo (7), Völler (6), Begue (4), Vargas (3), Kayser (3), Freudenberg (2) Schiedsrichter: Rodriguez, Madinger, Streit Gesamtwurfquote: Bamberg 54 Prozent (35/65), Frankfurt 49 (29/59) Dreierquote: Bamberg 46 Prozent (12/26) / Frankfurt 36 (9/25) Freiwurfquote: Bamberg 81 Prozent (17/21), Frankfurt 64 (16/25) Rebounds: Bamberg 32 (22 defensiv/10 offensiv), Frankfurt 34 (21/13) Ballgewinne/-verluste: Bamberg 8/11, Frankfurt 8/15

Assists: Bamberg 23 / Frankfurt 15 Fouls: Bamberg 21 / Frankfurt

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