Nach nur einem Sieg aus den vergangenen sechs Bundesliga-Partien hat Brose Bamberg am Sonntagabend gegen die Basketball-Löwen Braunschweig mit 98:84 (47:47) einen wichtigen Erfolg errungen. Der Triumph gegen den Tabellennachbarn nimmt erst einmal etwas Druck aus dem Kessel beim zuletzt aus den Play-off-Rängen gefallenen einstigen Serienmeister. Für die Niedersachsen rückt nach der sechsten Niederlage in Folge (inklusive Pokal) die Abstiegszone immer näher, allerdings sind die Löwen quarantänebedingt noch drei Spiele in Rückstand.

Die Mannschaft von Brose-Trainer Johan Roijakkers steht nach 14 Begegnungen mit 12:16 Punkten auf Rang 8. Am Mittwoch (18.30 Uhr) kommt es in der Brose-Arena zum letzten Champions-League-Vorrundenspiel gegen Bologna. Bereits am Freitag sind die Oberfranken beim Drittletzten BG Göttingen zu Gast.

Bundesliga

Brose Bamberg -

Basketball-Löwen Braunschweig 98:84

(23:29, 24:18, 27:16, 24:19) Gästetrainer Pete Strobl konnte auf den zuletzt wegen einer Handverletzung fehlenden Amerikaner James Robinson zurückgreifen. Der noch nicht ganz fitte Aufbauspieler ordnete das Spiel der Braunschweiger. Der Anfangsphase drückte allerdings Bryon Allen seinen Stempel auf, der die ersten acht Punkte (davon zwei Dreier) der Löwen erzielte. In der Folgezeit wechselte fast mit jedem Angriff die Führung. Brose-Neuzugang Alex Ruoff fütterte gleich David Kravish, Chase Fieler traf von außen.

Den ersten Zwischenspurt legten dann die Niedersachsen mit Dreiern von Luc van Slooten und Lukas Meisner zum 13:20 (8. Min.) hin. Mit einer 3:2-Zonenverteidigung wollte Strobl die Bamberger nach einer Auszeit von Roijakkers aus dem Konzept bringen, doch Offensivrebounds nutzten die Gastgeber zu zweiten Chancen, so dass der Gästetrainer diese Variante schnell wieder verwarf. Dennoch blieben die Braunschweiger gegen defensiv ohne richtige Intensität spielende Bamberger am Drücker, trafen weiter von außen und erkämpften sich einige Bälle. So leuchtete nach zehn Minuten ein 23:29 von der Anzeigetafel der leeren Brose-Arena.

Michele Vitali eröffnete das zweite Viertel mit einem Dreier, doch dann war dreieinhalb Minuten offensiv Sendepause, bis der Italiener nach der zweiten Auszeit Roijakkers' auf 29:35 verkürzte. Danach waren die Gastgeber im Spiel, zogen mit einem 19:5-Lauf auf 47:40 weg, schenkten dann aber mit überhasteten Abschlüssen diesen Vorsprung binnen 80 Sekunden wieder her (47:47). Bis dahin lebten die Gäste von ihrer überragenden Dreierquote (8 von 13 / 62 Prozent), die Bamberger hielten mit zweiten Chancen (13 Punkte) dagegen.

Trefferquote der Gäste sinkt

Die Braunschweiger witterten weiter ihre Siegchance, doch ihre Trefferquote sank, auch weil die Oberfranken nun giftiger verteidigten. "Da haben wir die richtige Intensität gezeigt", lobte Roijakkers sein Team. Nach der Pause fanden nur noch zwei von zehn Distanzwürfen der Gäste ihr Ziel. Eine Auszeit von Strobl nutzten die Bamberger zu einem Lauf. Devon Hall traf zweimal, Hundt und Fieler je einmal von der Dreierlinie. Das Viertel schloss Kravish mit einem Alley-oop-Dunking zum 74:63 ab, die erste zweistellige Führung im Spiel.

Die Gäste zogen nun mit allem, was sie hatten, zum Korb und hielten dank Karim Jallow den Rückstand zunächst konstant. Nach einem Dreier von Dominic Lockhart und fünf Hundt-Punkten war beim 89:71 viereinhalb Minuten vor Schluss die Messe gelesen.

Am Ende hatten sechs Bamberger eine zweistellige Punktausbeute. Das, zusammen mit 22 Assists bei nur neun Ballverlusten, zeugt von einer guten Teamleistung. "Nur neun Ballverluste, da muss ich im Video nochmal nachzählen", zeigte Roijakkers bezüglich der bisherigen Bamberger Achillesferse Humor.

Neuzugänge noch nicht integriert

Noch viel Arbeit bleibt dem Trainer mit Shevon Thompson, der noch ein Fremdkörper im Brose-Spiel ist. "Wir müssen sehen, ob wir ihn gebrauchen können", meinte Roijakkers zur Personalie Thompson. Ruoff setzte zwar zu Beginn Akzente, bohne Punkte, brachte sich aber mit fünf Fouls selbst aus dem Spiel.

Die Statistik

Bamberg: Hall (22 Punkte/3 Dreier), Vitali (15/3), Hundt (15/3), Kravish (14), Sengfelder (13/1), Fieler (11/3), Lockhart (8/2), Ruoff, Ogbe, Thompson, Plescher

Braunschweig: Jallow (18), Allen (17/3), Meisner (16/3), Schilling (9), Kone (8), van Slooten (6/2), Zeeb (5/1), Peterka (3/1), Robinson (2), Göttsche

Schiedsrichter: Fritz, Hack, Bohn

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Bamberg 54 Prozent (36 Treffer/67 Versuche), Braunschweig 46 (26/57)

Dreierquote: Bamberg 44 Prozent (15/34), Braunschweig 43 (10/23)

Freiwurfquote: Bamberg 92 (11/12), Braunschweig 79 (22/28)

Rebounds: Bamberg 31 (22 defensiv/9 offensiv), Braunschweig 34 (22/12)

Ballgewinne/-verluste: Bamberg 9/9, Braunschweig 4/11

Assists: Bamberg 22/Braunschweig 11

Fouls: Bamberg 22 /Braunschweig 22