Allen Unkenrufen über den vermeintlichen Niedergang der Kirche zum Trotz blüht das Ehrenamt. Allein im Erzbistum Bamberg sind weit über 20 000 Jugendliche, Männer und Frauen ohne Gehalt aktiv. "Pioniere und Ecksteine" nannte Erzbischof Ludwig Schick die Ehrenamtlichen, die "Freude schenken, die Hand reichen und helfen, dass die Kirche Zukunft hat". In einer Feierstunde im Bistumshaus St. Otto zeichnete der Erzbischof stellvertretend 18 Gruppen aus Pfarreien und Verbänden aus. Sie bekamen einen festen bischöflichen Händedruck, ein "Vergelt's Gott" und einen Scheck über eine Geldsumme, mit der sie sich "einmal selbst etwas Gutes tun sollen".

Seit 2001 ehrt die vom damaligen Erzbischof Karl Braun ins Leben gerufene "Stiftung zur Förderung des Ehrenamtes" Gruppen - keine Einzelpersonen. "Damit wird gezeigt, dass Glaube Gemeinschaft braucht", erklärte Anne Kurlemann, Geschäftsführerin der Stiftung. Jährlich gebe es viele Eingaben für die Ehrung. Immer wieder neue Initiativen würden zeigen, dass nach wie vor "Zeit, Ideen, Kraft und Fantasie für den Aufbau des Reiches Gottes zum Einsatz kommen".

Der Stiftungsrat - Alfons Galster, Elisabeth Schillab und Sonja Salzhuber - moderierte die Stunden im Festsaal des Bistumshauses. Das Engagement jeder Gruppe dokumentierten Fotos und Wortbeiträge. Zu den gewürdigten Gruppen zählte etwa das Kirchenputzteam aus St. Leonhard Zeyern, das eigentlich in Anlehnung an diverse Orden "einen Goldenen Eimer am Band" verdient hätte, wie Schillab launig bemerkte. Denn die Männer und Frauen "pflegen, putzen und schmücken die Kirche eher im Verborgenen zu Zeiten, wo niemand da ist". Aber jeder genieße die saubere Kirche als "Frucht unsichtbarer Arbeit".


Schecks bereiten Freude

Vorbereitungsteams für Seniorenkreise nahmen die Auszeichnung entgegen, Familienkreise oder ein ehrenamtliches Mesnerteam, ein Team aus fünf Frauen, das Familien auf die Taufe eines Kindes vorbereitet. Der Arbeitskreis Senegal der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) im Erzbistum Bamberg erhielt den Ehrenamtspreis für seine seit 1982 laufende Arbeit, aus der die Diözesanpartnerschaft mit dem Bistum Thiès erwachsen ist.

"Die ganze Gruppe freut sich!", strahlte Wolfgang Burgis von der Kolpingsfamilie Bamberg, als ihm Erzbischof Schick als Dank für die seit 1994 organisierten "Vater-Kind-Zeltlager" den Scheck überreichte. "Kinder genießen es, ihren Papa einmal ganz für sich zu haben", hatte Alfons Galster die Kolpingsmänner eingeführt. Auch umgekehrt würden Väter die Zeit genießen, die sie intensiv mit ihren Kindern verbringen dürften. Jedes Jahr im Juni oder Juli zelten etwa 25 bis 30 Teilnehmer ein Wochenende lang auf dem Jura bei Poxdorf, erleben freie Natur, Lagerfeuer und gemeinsames Kochen.


Kirchenband geehrt

Was wäre ein Gottesdienst ohne Musik? Neben der Orgel tragen Musikgruppen die Liturgie. So zum Beispiel seit 20 Jahren die Kirchenband "kreuz und quer" der Bamberger Pfarrgemeinde Maria Hilf/St. Wolfgang. Auch sie erhielt die Auszeichnung. Und schließlich auch der Kinder- und Jugendchor der Pfarrei St. Jakobus Thurndorf, der zudem die Feierstunde stimmkräftig begleitete. Die sechs- bis 17-Jährigen - unterstützt von zwei Müttern mit Gitarren - bezauberten: "Du bist ein Ton in Gottes Melodie, ein schöner Ton in seiner Sinfonie ..." hieß es in einer Liedzeile - wie gemünzt auf die tatkräftigen Ehrenamtlichen. Die kleinen Chormitglieder Johannes (7) und Lea (8) bekamen von Erzbischof Schick den Umschlag mit dem Scheck anvertraut.