Alle sind gespannt: Dieser Tage soll ein Termin stattfinden, bei dem eine externe Fachfirma ein professionelles Sicherheitskonzept für die Sandkerwa vorstellt. Auftraggeber: die Sandkerwa Veranstaltungs GmbH. Deren Geschäftsführerin, Ulrike Heucken, stellt klar: "Ohne Sicherheitskonzept kriegen wir keine Genehmigung." Nun hänge alles davon ab, ob die Stadt das vorgelegte Sicherheitskonzept akzeptiert, und, was die Kerwa letztendlich kosten wird.

Vergangenes Jahr war wenige Monate vor dem Kirchweih-Termin im August noch unklar gewesen, ob die 65. Sandkirchweih überhaupt durchgeführt werden kann. Ein Kompromiss aus mehreren Punkten hatte schließlich den Durchbruch gebracht - von zusätzlichen Sicherheitskräften auf der nächtlichen Kerwa, dem Entschärfen neuralgischer Punkte - etwa keine Stände am Grünhundsbrunnen - bis zur Lautsprecheranlage. Diese hatte die Stadt schließlich von der Polizei gemietet.


Warnanlage als Standard

Mit Blick auf die Zukunft des Festes wagt Christine Feldbauer, Leiterin des Ordnungsamtes, die Prognose: "Die Warnanlage auf der Sandkerwa wird zum Standard werden." Feldbauer ist sich sicher, dass "die Stadt in den nächsten Monaten längerfristig eine Lösung finden wird".

Die Ordnungsamts-Leiterin ist froh über die Lautsprecheranlage als "notwendiges Instrument, um im Notfall Informationen an die Besucher zu bringen." Doch wer soll das bezahlen? Ulrike Heucken spricht "von der großen Frage", die sich die Veranstaltungsgesellschaft des Bürgervereins Sand nicht erst seit gestern stellt.

Vom städtischen Ordnungsreferenten Ralf Haupt ist da Positives zu hören: Für die Miete der Lautsprecher habe man im Zuge der städtischen Haushaltsberatungen vor Weihnachten "vorsichtshalber 30 000 Euro eingestellt". Die Warnanlage ist zwar rein finanziell betrachtet ein großer, aber nicht der einzige Teil eines Sicherheitskonzeptes. In den vergangenen Monaten waren diverse Vorschläge in den Raum geworfen worden, wie die Veranstalter - ein größtenteils ehrenamtlich organisiertes Organisationsteam - an das nötige Geld für die Sandkirchweih kommen.


Eintritt, Biersteuer, Sponsoring

Eintritt für die Kirchweih, diese Option fegte Ordnungsreferent Haupt erneut vom Tisch. "Absperrungen und Kassenhäusla" seien nicht realistisch.
Einer "Biersteuer" oder "Schankerlaubnisgebühr" hatte Haupt aus juristischen Gründen ebenfalls bereits vor rund zwei Monaten eine Absage erteilt. Im November 2015 war die Kirchweih im Stadtrat behandelt worden.
Auf ein mögliches "diskretes Sponsoring" angesprochen, macht Ulrike Heucken von Veranstalterseite ihren Standpunkt klar: "Sponsoring ist kein Thema, denn die Kerwa ist bereits voll!" Allerdings müsse man eventuell über eine Erhöhung der Standgebühren nachdenken, wobei Heucken anmerkt: "Es kann nicht sein, dass 80 bis 90 Standbetreiber ein Fest bezahlen, auf das die ganze Stadt geht."

Zumal die Stände zahlenmäßig ja immer mehr abnehmen würden. 2015 waren die Treffpunkte am Grünhundsbrunnen und an der Markusbrücke bereits dem Sicherheitskonzept zum Opfer gefallen. Die Standbetreiber werden laut Heucken aber erst kontaktiert, wenn das neue Sicherheitskonzept - an dem derzeit mit Hochdruck gearbeitet werde - durchgewunken sei.

Und dann gibt es da auch noch das Thema Festabzeichen: "Die werden wohl auf drei Euro hochgesetzt", merkt Heucken an. Sie lässt auch durchblicken, dass im Bürgerverein Sand mittlerweile ein gewisser Unmut herrscht. Bereits vor 20 Jahren habe man schon über Absperrungen und ähnliches debattiert. "Unsere Leute nehmen sich extra Urlaub", würden sich engagiert zeigen, "und doch wird ein Erfolgsmodell mit Füßen getreten". Der wirkliche Wert der Sandkirchweih werde manchem wohl erst klar, wenn es sie nicht mehr gebe. Dieses Jahr scheint die Prognose jedoch vorerst positiv zu sein: "Die Kerwa findet schon statt, die Frage ist allerdings, wie", so Heucken.

Christine Feldbauer aus dem Ordnungsamt zeigt jedenfalls ein Stück weit Verständnis. Ihre Behörde ist diejenige, die das neue Sicherheitskonzept akzeptiert, bemängelt oder um Ergänzungen bittet. "Für die Sandkerwa Veranstaltungs GmbH ist das natürlich ein Kraftakt. Jetzt sind wir aber soweit, dass wir ein Konzept als Gesamtschau machen können."

Wird das von einer externen Firma ausgearbeitete Papier akzeptiert, steht als nächstes die Frage nach der endgültigen Finanzierung für die Bamberger Traditionsveranstaltung an. Der Termin für die 66. Kerwa jedenfalls ist schon mal angepeilt: 25. bis 29. August 2016.