Jedes Jahr findet der "Senegal-Sonntag" in einem anderen Ort des Erzbistums Bamberg statt. Heuer war St. Josef (Hain) Schauplatz afrikanischer Lebensfreude, spiritueller Impulse und eines fröhlichen Gemeindefestes.
Selbst der alte Herr im Rollstuhl klatschte begeistert den flotten Rhythmus mit. Alexis Madokpon schlug meisterhaft die Trommel, sein Chor Mambolo - alles Frauen aus Stadt und Landkreis Bamberg - wiederholte immer wieder mehrstimmig Jesu Verheißung "Mowo lo timbalo M'kpadawa" - "Ich verspreche euch, wieder zu kommen!"
Gemeindefest
Die Kirche St. Josef im Hain bebte im Trommelwirbel. "Senegal-Sonntag" war angesagt. Und Besucher aus Nah und Fern strömten herbei, um die Partnerschaft zwischen dem Erzbistum Bamberg und dem senegalesischen Bistum Thiès zu feiern. Zunächst im Gottesdienst, anschließend im fröhlichen Gemeindefest rund um die Kirche.
Dass die Brücke zwischen Bamberg und Thiès, zwischen Europa und Afrika trägt, stellten gleich mehrere Senegalesen unter Beweis. Von der Jugendburg Feuerstein und aus Vierzehnheiligen waren die drei jungen Westafrikaner William, Marie und Marie-Hélène nach Bamberg gekommen. Sie verbringen im Rahmen des "weltwärts-Programms" ein Jahr in Franken. Selbstbewusst und andächtig zugleich trugen die Drei auch Fürbitten im Gottesdienst vor: "Jugendliche aus unseren beiden Bistümern pflegen einen intensiven Kontakt. Stärke und fördere ihre Bemühungen und ihr Engagement für Gerechtigkeit und solidarisches Miteinander", lautete etwa eine solche Fürbitte.
Die beiden Priester aus Thiès, Abbé Patrice Mor Faye und Abbé Richard Tine zelebrierten mit Generalvikar Georg Kestel und Pfarrer Anton Heinz. In tadellosem Deutsch berichtete Abbé Richard, der seit einem Jahr in der Pfarrei St. Martin/St. Josef in der Seelsorge mithilft, über seine Erfahrungen in Bamberg: "Kirche ist hier eine Familie, ist nicht nur Bischof und Priester. Es herrscht hier Respekt gegenüber der Freiheit des Menschen", konstatierte er.
Generalvikar Kestel schloss in seiner Predigt die Klammer um Bamberg und Thiès: "Wir sind Schwestern und Brüder im Glauben", betonte er. In allen Erdteilen sei die Basis, dass "wir Kinder Gottes sind, das ist auch die Basis unserer Partnerschaft als Lern-, Gebets- und Solidargemeinschaft". Kestel nannte den "Senegal-Sonntag" einen "Baustein für unsere Partnerschaft". Dieser Sonntag werde jedes Jahr im September in Erinnerung an die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde durch die Bischöfe von Bamberg und Thiès gefeiert. Jedes Jahr finde diese Feier an einem anderen Ort der Erzdiözese statt - heuer eben in St. Josef (Hain).
Sorgfältig vorbereitet
Der Sachausschuss Mission/Umwelt/Eine Welt des Pfarrgemeinderates und Pastoralreferentin Barbara Göb hatten den Gottesdienst mit Michael Kleiner vom Referat Weltkirche des Erzbischöflichen Ordinariates sorgfältig vorbereitet. Die Eucharistiefeier stand unter dem Thema "Wahrer Reichtum". Schatzkarte für die Suche nach diesem "wahren Reichtum" sollte die Partnerschaft sein: "Sie gibt uns Schatzsucher Anweisungen für den Weg: miteinander gehen, nicht oben oder unten, sondern auf Augenhöhe. Den Anderen schätzen - nicht für das, was er hat, sondern dafür, wer er ist...". Solche und andere vorgetragene Texte setzten spirituelle Impulse, die die Gottesdienstbesucher dankbar annahmen.
Trommler und Sänger Alexis Madokpon und sein Chor wechselten sich in der musikalischen Ausrichtung der Messe mit Organistin Silvia Emmenlauer ab. Auch sie zog alle Register ihres Könnens - passend gewandet in ein Kleid aus dem Senegal.