Schon Lust auf Lebkuchen? In den Supermärkten findet man das Weihnachtsgebäck ja schon - wie immer kurz nach den Sommerferien. Lebkuchen im September? Das geht doch gar nicht!

Von wegen, würden die Amerikaner sagen. "Der Lebkuchen ist erstaunlicherweise nur in Deutschland und vielleicht noch in Österreich und der Schweiz vorwiegend ein Weihnachtsgebäck", erklärt Jürgen Brandstetter, Geschäftsführer von Lebkuchen Schmidt aus Nürnberg.

Lebkuchen in allen Ländern der Welt

Das Unternehmen liefert ganzjährig nach eigenen Angaben etwas mehr als zehn Prozent seiner Ware in alle Länder dieser Welt. Hauptsächlich in die USA und das benachbarte europäische Ausland. "Es gibt aber kein Land der Erde, in das wir nicht mindestens schon ein Paket geschickt haben - bis auf Nordkorea, das aber liegt nicht an uns", sagt Brandstetter.

Ins Nachbarland Südkorea liefert auch eine andere fränkische Firma ihr fränkisches Produkt. Schamel Meerrettich aus Baiersdorf exportiert zwischen 15 und 20 Prozent ins Ausland. Neben Südkorea liefert das Familienunternehmen hauptsächlich nach Österreich, in die Schweiz, nach Südtirol, Tschechien und Thailand. "Meerrettich wird hauptsächlich dort gegessen, wo er auch wächst", erklärt Matthias Schamel, der in sechster Generation das Unternehmen führt.

Die Franken lieben ihren Kren scharf, im Norden Deutschlands steht häufiger der mildere Sahnemeerrettich auf dem Tisch. "Doch immer kommt der Meerrettich in unserem Glas aus Bayern und zum großen Teil aus Franken", erklärt Schamel. Auch wenn der fränkische Kren hier in Bayern durchaus ein Begriff ist, international zöge das Argument "aus Bayern". "Daher bewerben wir im Ausland unsere Produkte anders als im Inland."

Bierstadt Bamberg

Nicht anders ist es bei Felix Wörner. Es mag dem ein oder anderen Franken zwar einen Stich versetzen, "aber auf internationaler Ebene sorgt der Zusatz ,bayerisches Bier' für mehr Aufmerksamkeit", erklärt der Geschäftsführer der Bamberger Brauerei Kaiserdom. Aber: Die Bierstadt Bamberg sei laut Wörner in der Branche durchaus ein Begriff. "Im internationalen Wettbewerb gilt Bier aus Bayern als sehr gut. Bier aus Bamberg als noch besser." Nur Bier aus München könne das noch toppen.

Wörner muss es wissen, denn Kaiserdom liefert rund zwei Drittel seiner Produkte ins Ausland. "Mein Vater begann 1978 mit dem Export nach Italien, da er im Urlaub feststellte, dass viele der bayerischen Urlauber gerne ihr bayerisches Bier auch im Urlaub trinken wollten."

40 Jahre später ist der Export das Hauptgeschäft der Brauerei, Hauptabnehmer sind nach wie vor Italien, aber auch Dänemark, China und Brasilien. Besonders beliebt sei vor allem das "yellow beer", das gelbe Bier, womit meist Pils gemeint sei. "Wir beliefern 65 Länder auf allen sieben Kontinenten mit unseren Produkten, die alle hier in Bamberg produziert werden", so Wörner. Die Beziehung zur Heimat ist für Wörner, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt, wichtig. Im Werbespruch der Firma, der da lautet "bavarian brewing passion from Bamberg", finden sich daher auch beide Attribute wieder.

Apropos Heimat: Wer Lebkuchen auch unter dem Jahr isst, macht nichts falsch: Denn früher war es auch in Nürnberg Brauch, Lebkuchen stets zu besonderen Anlässen zu backen, ganz unabhängig von der Jahreszeit.