Hinter vorgehaltener Hand hörte man es schon länger, jetzt ist es amtlich: Das Schuhhaus Limberg schließt, der Räumungsverkauf hat begonnen.

Wann genau die 65-jährige Ära des Familienunternehmens in der Langen Straße enden wird, ist laut Inhaber Gerd Limberg noch nicht entschieden. Man plane grob mit Ende Februar. Es könnte aber auch früher sein: "Wenn wir keine Schuhe mehr haben, ist Schluss", sagte der 64-jährige Inhaber im Gespräch mit der Lokalredaktion.


Verschiedene Gründe

Die Entscheidung sei ihnen nicht leicht gefallen, betonte Gerd Limberg, dem das Geschäft zusammen mit seiner Frau Helene gehört. Sie hätten sich vor allem altersbedingt zum Aufhören entschlossen. Man wolle künftig mehr Zeit für die Enkel und Hobbys haben.

Auch das tragische Geschehen Ende Juni in der Ladenpassage, bei dem ein Mann ums Leben kam, hat den Beschluss der Inhaber zur Geschäftsaufgabe bestärkt.

Hinzu kommen wirtschaftliche Gründe. Laut Limberg sind trotz größter Anstrengungen keine Umsatzzuwächse mehr zu erzielen. Der Einzelhändler führt das auch auf die Gegebenheiten in der Innenstadt zurück. Die Geschäfte seien für motorisierte Kunden schlecht erreichbar, die Stadt "oft leer", weil die potenzielle Kundschaft sich verstärkt nach Hallstadt orientieren würde.

An Bewerbern für den großflächigen Laden, der von der Langen Straße bis in die Habergasse reicht, mangelt es jedoch nicht. Es soll bereits mehrere Interessenten geben, darunter sind laut Limberg auch Kollegen aus der Schuh-Branche.


Interessenten für Laden da

Sorgen, dass an dieser Stelle ein neuer längerer Leerstand drohen könnte, scheinen daher unangebracht. Die Lange Straße als Ganzes steht nach übereinstimmender Einschätzung von Ruth Vollmar, Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung, und Pius Schiele, Sprecher der Interessengemeinschaft Lange Straße, am Beginn einer Phase des Aufschwungs.


Hoffnung auf soliden Nachfolger

Das Sparkassen-Projekt "Quartier an der Stadtmauer" und die Ankündigung der Mediengruppe Oberfranken, die von ihr gekauften, leer stehenden Gebäude beidseits der Theatergassen-Passage zu sanieren, würden bereits positive Impulse ausstrahlen.

Gleichwohl bedauern Vollmar wie Schiele, dass die Innenstadt mit dem Schuhhaus Limberg erneut um ein von den Inhabern geführtes Haus ärmer wird. Sie hoffen, dass ein ähnlich solides Geschäft nachfolgt. "Wir können alles Mögliche brauchen. Auch wieder Schuhe oder ein Sportgeschäft", meint Schiele, dessen Reisebüro nur zwei Häuser von Limberg entfernt ist.


Anfänge liegen in der Wunderburg

Das Schuhhaus Limberg zog 1963 in die Lange Straße. Entstanden ist es aus einer so genannten Kreppbesohlungsanstalt heraus, die der inzwischen 91-jährige Vater von Gerd Limberg im Jahr 1950 im Stadtteil Wunderburg eröffnet hat - in einer alten Scheune in der Jägerstraße. Sein alter Herr unterstütze die Entscheidung von Sohn und Schwiegertochter, aufzuhören, sagt der 64-Jährige.

Wie es für die teils langjährigen Mitarbeiterinnen weitergeht, ist offen. Man müsse zunächst allen kündigen. Ob sie vielleicht beim Nachfolger neue Arbeit finden, bleibt abzuwarten.