Das Schlenkerla ist in und um Bamberg für sein Rauchbier bekannt. Touristen aber auch Einheimische pilgern förmlich dorthin, um das Bier zu trinken also zu "schlenkern".

Um die Namensgebung der Brauerei und Gaststätte gibt es bis heute noch verschiedene Erklärungen, warum das Schlenkerla nun eben Schlenkerla heißt. Im Gespräch mit inFranken.de hat Matthias Trum, Geschäftsführer der Brauerei zu den Legenden rund um die Namensentstehung Stellung genommen.

Schlenkerla in Bamberg: Die Geschichte der Brauerei

Den Namen Schlenkerla gibt es, so Matthias Trum, erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Die Hausgeschichte hingegen reiche noch länger zurück. 1405 gab es die erste urkundliche Erwähnung des Hauses, damals noch als "Haus zum blauen Löwen", später dann als "Brauerei zum blauen Löwen", erklärt Trum. Seit spätestens 1538 soll es dort dann auch eine Brauerei gegeben haben.

"Übrigens, der heutige Brauereistandort am Oberen Stephansberg 27 bis 35 war schon 1387 im Besitz eines Brauers und hat also eventuell sogar eine längere Biergeschichte als das Stammhaus in der Dominikanerstraße", erklärt der Geschäftsführer. Bis heute befinden sich die Felsenkeller am Stephansberg, in denen das Rauchbier lagert. "Wir sind die letzte Brauerei in Bamberg und eine der letzten weltweit, die das noch so macht." 

Seit 1767  ist der offizielle Name der Brauerei, so Matthias Trum, "Heller-Bräu" - und das bis heute. Der Name Schlenkerla sei allerdings der wesentlich bekanntere Name, wenn auch - streng genommen - nur ein Spitzname.

Daher hat die Brauerei den Spitznamen Schlenkerla

Wie der Geschäftsführer erläutert, sei die Geschichte zum Namen die folgende: "Der Volksmund nannte einen früheren Brauer des Hauses wegen seines schlenkernden Gangs, der die Folge eines Unfalles war, einfach "das Schlenkerla" und verlieh diesen Namen auch dem seit Jahrhunderten bestehenden Brauhaus. Obwohl mittlerweile die sechste Schlenkerla-Brauer-Generation am Fass steht, ist es dabei bis heute geblieben."  Der frühere Brauer war der Ur-Ur-Großvater Trums, Andreas Graser.

Doch woher genau kam der "schlenkernde" Gang des früheren Brauers? Darüber gibt es bis heute einige Theorien. Die Legenden reichen, so Matthias Trum, von unterschiedlichen Brauereiunfällen - zum Beispiel Holzfässer, die ihm auf  Fuß gefallen sein sollen, die lange Felsenkellertreppe, die er heruntergefallen sein soll oder einer Verletzung durch ein Brauereipferd - bis hin zu der These, dass der Brauer sein eigenes Gebräu zu sehr schätzte und daher ständig betrunken war. Leider wurde der wahre Grund, wie Trum erzählt, von seiner Familie nie überliefert.

Über den weiteren Verlauf zitiert der Geschäftsführer des Schlenkerla gerne den Bamberger Mundartdichter Gehard C. Krischker: "weil er gern mit seina Orm a wengla gschlenkert hot, drum hom's ihn Schlenkerla getauft aus Übermut und Spott." So waren es, wie Trum weiter ausführt, also die Stammgäste, die seinem Ahnen den Spitznamen "Schlenkerla" verpasst haben. "Dieser hat sich dann mit der Zeit auf das Rauchbier und auch die Brauerei übertragen.

Adresse: Dominikanerstraße 6, 96049 Bamberg
Website: https://www.schlenkerla.de/
Telefonnummer: 0951 56050