Bund Naturschutz kritisiert "Massenschlachtungen" in Bamberg - und stellt Forderung

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Schlachthof Bamberg hat "nichts mit regionalen Strukturen zu tun" - Bund Naturschutz stellt Forderung
Wie geht es mit dem Schlachthof in Bamberg weiter? Der Bund Naturschutz fordert eine klare Ausrichtung hin zu mehr Regionalität.
Schlachthof Bamberg hat "nichts mit regionalen Strukturen zu tun" - Bund Naturschutz stellt Forderung
Sebastian Schanz (Archiv)

Der Bamberger Schlachthof soll nach vielen Problemen neu aufgestellt werden. Der Bund Naturschutz hat dazu klare Vorstellungen.

Was wird aus dem Schlachthof in Bamberg? Aktuell wartet die Stadtpolitik auf ein Konzept, das Verwaltung und Geschäftsführung im Januar vorlegen wollen. Als Voraussetzung für die aktuelle Diskussion um die Zukunft des hiesigen Schlachthofs nennt Wolf Strecker von der Kreisgruppe Bamberg des Bund Naturschutz (BN) "umfassende Transparenz", wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Dazu zählt er "die Ermittlung des Fleischbedarfs und somit das angestrebte Volumen an Schlachtungen in der Region Bamberg, eine Analyse des baulichen und wirtschaftlichen Ist-Zustands des Bamberger Schlachthofs sowie eine neutrale Ermittlung wirtschaftlich fundierter Perspektiven und Alternativen". Eine "Belastung der städtischen Finanzen" sei "keinesfalls akzeptabel", so der Verband in der aktuellen Stellungnahme.

Bamberger Schlachthof "in seiner jetzigen Form nicht fortführen" - das fordert der Bund 

Der Bund Naturschutz setze sich "entschieden für regionale und nachhaltige Wirtschaftskreisläufe ein". Die "Massenschlachtungen von rund 1000 Schweinen pro Kalendertag" haben - so die Perspektive des Verbands "nichts mit regionalen Strukturen, regionaler Vermarktung und regionalem Konsum zu tun". Die Interessen von Landwirten und Metzgereibetrieben aus der Region Bamberg würden "bislang nicht ausreichend berücksichtigt und durch eine intransparente und ungleiche Preispolitik benachteiligt".

Stattdessen wolle man eine "Stärkung regionaler Betriebe", heißt es - die Ausrichtung auf Großkunden soll gestoppt werden. "Bislang wird der Schlachthof überwiegend von zwei Großkunden genutzt, die die Tiere teilweise aus größerer Entfernung zur Schlachtung transportieren", so der Bund Naturschutz. Dies sei ein Problem, was das Tierwohl angehe. "Daher schließen wir uns der schon von verschiedener Seite erhobenen Forderung an, den Schlachthof in seiner jetzigen Form nicht mehr fortzuführen", wird Strecker zitiert.

Denkbar wären demnach "neben einer vollständigen Auflösung des Bamberger Schlachthofs eine Umwandlung am bestehenden Standort, der Bau an einem neuen Standort oder Kooperationen mit kommunalen Schlachthöfen in der Region". Vorbild könnten laut Bund kleinere Schlachtbetriebe wie in Kronach, Kulmbach oder Fürth sein. "Zusammen mit Landwirten, Metzgereien und regionalen Fleischverarbeitern sollten bessere Lösungen für handwerkliche Schlachtungen gefunden werden, als an dem bisherigen Status quo festzuhalten", heißt es. 

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