In der Leserzuschrift werden gleich mehrere Fragen gestellt, auf die dieser Tage wohl mancher eine Antwort sucht: "Findet das Konzert trotzdem statt? Oder fällt es auch ins Wasser? Fraglich ist, welches Event darf während der Sandkerwastattfinden und welches nicht?"

Die Leserin hatte ein Plakat am entdeckt, auf dem das "feierliche Orgelkonzert zur Sandkirchweih" im Dom beworben wird. Doch die Kerwa wurde bekanntermaßen abgesagt - und damit auch alle Veranstaltungen? Die Antwort lautet: Nein. So heißt es aus der Pressestelle des Erzbistums Bamberg, dass der Domorganist sein Konzert am Samstag um 15 Uhr sehr wohl geben wird.


Gottesdienste finden statt

Der Fall ist ein Paradebeispiel. "So ein Orgelkonzert, bei dem an die Weihe der Kirche St. Elisabeth im Sand erinnert wird, kann natürlich stattfinden", sagt Christine Feldbauer, Leiterin des Bamberger Ordnungsamtes. Denn abgesagt ist dieses Jahr das große Festtreiben, das tagelange Feiern draußen auf der Sandstraße und in den Gassen.

Die eigentliche Kirchweih, sprich, die Erinnerung an die Weihe der Kirche St. Elisabeth im Sand, findet weiterhin statt: Die traditionellen Gottesdienste am Mittwoch und am Sonntag wird es auch dieses Jahr geben.

Aus fällt dagegen der Festbetrieb. "Wir erlauben nicht, dass zusätzliche Freischankflächen auf öffentlichem Grund zur Bewirtung angemeldet werden", stellt Feldbauer klar. Darauf hatte sich die Stadt zusammen mit den Wirten im Sandgebiet und dem Bürgerverein IV. Distrikt - dem Veranstalter der Sandkerwa - geeinigt.

Feldbauer weiß allerdings auch: Wenn das Feiern auf offener Straße nicht möglich ist, verlagern sich die Gäste in die umliegenden Lokalitäten. "Das ist wie an jedem anderen vollen Wochenende in der Stadt."

Die Wirte wollen sich laut Florian Müller, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands, an die Absprache halten, keine Parallel-Kerwa aufzuziehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Clubs zu bleiben. Es findet das übliche Wochenendprogramm statt, oder, wie es Müller formuliert: "nichts, was sonst nicht auch stattfindet", sprich: "Live-Musik oder DJs, alles im Rahmen der Konzession."

Im Internet wirbt der eine Club mit elektronischer Musik, der andere damit, dass man das "Festzeltprogramm" dieses Jahr nach drinnen verlege - samt Frühshoppen und Weiswurstfrühstück. Auch die ein oder andere bekannte Kerwaband wird auf den Kneipen-Bühnen im Sand angekündigt. Darauf angesprochen erläutert Wirte-Vertreter Müller: "Wir haben diese Bands gebucht und ihnen zugesagt. Wenn es Räumlichkeiten gibt, die für solche Auftritte konzipiert sind, dann sollen die Bands auch auftreten können." Diese Veranstaltungen würden lediglich, konzessionell erlaubt, in den Gaststätten stattfinden, "wir haben keine zusätzlichen Flächen beantragt."


Auf die Auflagen achten

Gleichwohl werde jeder der Wirte auf seine Auflagen achten. Da geht es um die zugelassene Gästezahl im Innern der Kneipen, das Einhalten der Sperrzeit oder die Lautstärke von Gästen vor den Lokalen genauso wie das Freihalten von Fluchtwegen. Das Ordnungsamt wird wohl auch an diesem Wochenende ein Auge darauf haben. "Wir werden uns schon mal umschauen", merkt Feldbauer an.

Sie geht davon aus, dass wohl etwas mehr Sicherheitsdienst vor Ort sein wird, "wie es auch an anderen starken Wochenenden üblich ist". Wirte-Sprecher Florian Müller bestätigt zusätzliches Sicherheitspersonal - "wobei mittlerweile eh fast alle Security haben. Denn es gibt immer wieder Gruppen, in denen ein paar über den Durst getrunken haben oder sich daneben benehmen, und die sollen nicht mehr in die Läden".

Auch seien die Sicherheitsleute nötig, um zu verhindern, dass Gäste Getränke hinaus auf die Sandstraße schmuggeln. Das sei "nicht gewünscht". Zudem müssen die Gastronomen ihre Freischankflächen um 24 Uhr geschlossen haben und dafür sorgen, dass dann niemand mehr draußen auf Kneipenstühlen sitzen kann.

Aber was passiert, wenn trotz abgesagter Sandkirchweih mehr Menschen als üblich in die Altstadtgassen strömen? "Viele Leute in der Sandstraße haben wir an anderen vollen Wochenenden auch", sagt Silke Gahn von der Polizeiinspektion Bamberg. Sollte das Ausmaß zunehmen, "werden wir reagieren". Was das konkret heißt? Notfalls "den Zugang beschränken". Die Polizeisprecherin deutet an, dass die Raumkapazitäten allerdings sogar größer sind als bei einer stattfindenden Sandkerwa - schließlich würden die ganzen Stände wegfallen. Trotzdem sei die Polizei "wachsam und gewappnet", verstärkte Kräfte in Zivil und Uniform unterwegs.
Florian Müller vom Hotel- und Gaststättenverband jedenfalls geht "von einer normalen Besucherfrequenz" aus. Und: "Ich glaube, dass hauptsächlich Bamberger unterwegs sein werden." Auch Ordnungsamtsleiterin Christine Feldbauer vermutet: "Wenn die Leute einen Grund zum Feiern suchen, wird es sich, wie an anderen Wochenenden, auf die Kneipen verteilen."