Die Liste ist lang: Sie reiht 31 Fälle aneinander, in denen der 21-Jährige auf Hauswänden, Brücken und Bänken in Bamberg unschöne Kritzeleien hinterließ. Die Graffiti hatte er von Oktober 2014 bis Februar 2015 mit Edding und Spraydosen, manche über drei Meter breit, im gesamten Stadtgebiet angebracht. Dadurch war ein Sachschaden von gut 6000 Euro entstanden.

So steht es im Strafbefehl, den der Verursacher inzwischen akzeptiert hat. Der junge Täter, ein Sachse, war laut Angaben von Polizeisprecher Holger Dremel, damals zum Studieren in der Domstadt. In der Zeit hinterließ er seine Schriftzüge, sogenannte Tags, mit denen sich Sprayer einen Namen machen: Der 21-Jährige nannte sich "Saet" und "Keck".


2100 Euro Strafe

"Es ist ein Ermittlungserfolg, der auch der Hartnäckigkeit des zuständigen Kollegen zu verdanken ist", erklärt Hauptkommissar
Dremel. Die Polizei selbst habe insgesamt 89 Fälle vom 1. September 2014 bis 6. August 2015 und einen Schaden von 30.000 Euro festgestellt. Nun muss der 21-Jährige eine Strafe von 140 Tagessätzen zu je 15 Euro - in Summe 2100 Euro - bezahlen, heißt es vom Amtsgericht Bamberg.

Laut eines Berichts der Sächsischen Zeitung wird gegen den Sprayer auch in seiner Heimat ermittelt: Dort soll er unter dem Namen "Lauchs" gesprüht haben. Dazu habe die Bamberger Polizei Beweise liefern können. So sollen Fotos auf dem Handy gefunden worden sein.

Kurz nach der Ermittlung von "Saet" konnte die Polizei nun einen zweiten Erfolg verbuchen: Ein 24-Jähriger wurde geschnappt, der mit Edding Hauswände vollgeschrieben hatte. Laut Polizeisprecher Dremel liefen die Ermittlungen an, nachdem ein Türsteher Ende April in der Austraße den jungen Bamberger auf frischer Tat ertappt und festgehalten hatte.

Bei Eintreffen der Beamten war der Täter offenbar so renitent, dass er gefesselt werden musste. Kein Wunder: Der Bamberger war nach Angaben der Polizei mit 2,32 Promille stark alkoholisiert. Seinen schwarzen Edding stellten die Ermittler gleich vor Ort sicher.

Letztendlich konnten die Beamten der Ermittlungsgruppe bei der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt sechs Stellen in der Oberen Sandstraße, der Dominikanerstraße und Austraße ausmachen. In allen Fällen habe der 24-Jährige den Schriftzug "Bino" angebracht. Dieser war laut den Ermittlern an Hauswänden und Türen zu finden. In einer Gaststätten-Toilette soll er auch den Spiegel und die Fliesen beschmiert haben.

Der Sachschaden belaufe sich auf knapp 2000 Euro. Neben einer Strafanzeige wegen Sachbeschädigung muss der Bamberger den Schaden begleichen, der laut Polizei wohl höher als die zu erwartende Strafe ausfallen dürfte.