• Pettstadt: Bürgermeister zieht klares Fazit nach Einführung von Tempo 30
  • Geschwindigkeitslimit gilt seit Oktober im gesamten Ort
  • "Mussten sich viele stark umstellen": Fast alle Straßenschilder wurden abgebaut 
  • Auch keine Parkverbote mehr - Rathauschef spricht von "Vertrauen"

Rund sieben Monate nach der Einführung von Tempo 30 in der gesamten Gemeinde Pettstadt (Landkreis Bamberg) äußert sich Bürgermeister Jochen Hack (FWG) zu einer ersten Bilanz des Projekts gegenüber inFranken.de. Das Geschwindigkeitslimit sei dabei nicht der größte Schritt gewesen, sagt er. "Herausforderungen" habe es an anderer Stelle gegeben. 

Einführung von Tempo 30 in Pettstadt - Wegfall der Verkehrsschilder "größerer Schritt"

"Wir haben Geschwindigkeitstafeln aufgestellt und wollen die erhobenen Daten jetzt bis Juli auswerten, um zu sehen, wie sich das Projekt auf das Tempo der Verkehrsteilnehmer ausgewirkt hat", sagt Hack. Gleichzeitig stehe die Gemeinde in Kontakt mit der Verkehrspolizei. "Im Normalfall hat man als Kommune ja wenig konkreten Daten über das Unfallgeschehen vorliegen."

Bereits durch die Zahlen sei aber schon eines klar: "Wir haben in Pettstadt ein sehr niedriges Unfallvorkommen, das war auch schon vor der Tempo-30-Einführung der Fall." Der Schilderabbau sei "für den ein oder anderen schon eine echte Herausforderung", sagt Hack. "Da mussten sich viele stark umstellen, dass jetzt zum Beispiel kein Vorfahrtsschild mehr auf der Hauptstraße steht."

Der Bürgermeister zeigt sich dennoch zufrieden. Denn auch der Wegfall der Schilder habe "augenscheinlich gut geklappt, ohne eine Vielzahl an Unfällen". Dies sei "tatsächlich auch der größere Schritt" gewesen, denn Tempo 30 habe man "schon größtenteils im Ort" gehabt, der Kommunalpolitiker spricht von etwa 90 Prozent.

"Erhöhte Verkehrssicherheit": Pettstadter Bürgermeister mit positiver Bilanz

"Es war nur noch konsequent zu sagen, wir machen das auch an der Hauptstraße und in den paar übrigen Nebenstraßen. Auch die Schilder mit Tempo 30 am Ortseingang haben es für Einheimische und Auswärtige einfacher gemacht", so seine Beobachtung. "Man hat nicht hier Tempo 30 und dort Tempo 50, sondern kann sich gut auf die Situation einstellen. Auch die Schilder mit den Parkverboten sind abgebaut worden", so Hack.

"Wir sehen, dass es dort zu einer natürlichen Verkehrsberuhigung kommt, wenn Autos vernünftig abgestellt werden." Gleichzeitig habe sich gezeigt, "dass wir darauf vertrauen können, dass die Leute in der Fahrschule gelernt haben, wo sie parken können und wo nicht". Auch generell habe man in einer Wohngemeinde wie in Pettstadt "keinen Zeitgewinn, wenn irgendwo Tempo 50 gilt".

Man müsse "ja schließlich auch wieder runterbremsen", gibt Hack zu bedenken. Sein Fazit: "In kleinen Kommunen bietet flächendeckend Tempo 30 eine erhöhte Verkehrssicherheit, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer und die Anwohner werden weniger belastet." Die Entscheidung für das Tempolimit im gesamten Gebiet von Pettstadt sei auch nicht rein in der Verwaltung entstanden. "Die Leute hatten schon länger gefragt, ob es nicht sinnvoll ist, Tempo 30 auch auf der Hauptstraße zu haben. Der Wunsch kam aus der Bevölkerung", so der Bürgermeister.