• Pettstadt: CSU-Politiker Dremel für Sonntagsöffnung von Mini-Rewe 
  • Digitale Kleinstsupermärkte ohne Verkaufspersonal 
  • "Würde Arbeitsplätze kosten": Dremel will Mini-Supermärkte aber begrenzen
  • "Habe ihn gebeten": Videokonferenz mit Innenminister Joachim Herrmann (CSU)

In die hitzige Debatte um das Sonntagsöffnungsverbot für den 24-Stunden-Nahkauf in Pettstadt (Kreis Bamberg) hat sich nun der CSU-Landtagsabgeordnete Holger Dremel aus Scheßlitz eingeschaltet. Das Thema beschäftige "die Leute sehr", erklärt Dremel gegenüber inFranken.de. Gemeinsam mit einem Parteikollegen aus der Oberpfalz, wo ebenfalls ein Mini-Supermarkt ohne Personal an Sonn- und Feiertagen zubleiben muss, habe er sich deshalb an Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gewandt. 

"Öffnung erlauben": CSU-Abgeordneter aus Scheßlitz bittet Herrmann um Videokonferenz

"Der Ausschlag für mich, unseren Innenminister Joachim Herrmann um eine Videokonferenz zu bitten war, dass ich gemerkt habe, da gibt es ein Problem in meinem Stimmkreis", so Dremel. Bei der Konferenz hätten auch die beiden betroffenen Marktleiter und Vertreter von Rewe und Edeka teilgenommen. "Die Leute beschäftigt das Thema der neu eröffneten 24-Stunden-Supermärkte in Pettstadt und in der Oberpfalz sehr", sagt der CSU-Politiker. Sein Ziel sei es, "die Versorgung dort sicherzustellen, wo es Lücken gibt". 

Dies könne auf dem Land sein, aber auch dort in der Stadt, wo es keinen Supermarkt gebe "und die 70 bis 90 Jahre alte Frau ihre schweren Einkäufe weit schleppen oder gar mit dem Bus nach Hause transportieren müsste", sagt Dremel. Deshalb spreche er sich dafür aus, "Kleinstsupermärkten, die kein Personal haben, auch am Sonntagen und an Feiertagen die Öffnung zu erlauben". Doch das gebe weder die "aktuelle Auslegung des bayerischen Ladenschlussrechtes mit dem Kabinettsbeschluss von vergangenem Jahr" noch das Feiertagsgesetz her. "Ich habe Joachim Herrmann gebeten, die Auslegung des Feiertagesgesetzes bei den Kleinstsupermärkten zu überdenken."

Allerdings fordert der CSU-Politiker bei den Automatensupermärkten eine Begrenzung auf solche Räume, in denen es keine ausreichende Versorgung gebe, in denen es sich unter Umständen auch wirtschaftlich nicht lohne, einen Markt mit Personal zu betreiben. "Ich will nicht, dass neben jedem großen Supermarkt so ein kleiner Automat steht", sagt Dremel. Seine Befürchtung: "Das würde irgendwann die Arbeitsplätze kosten und ein ganzes Wirtschaftskreislaufsystem zum Erliegen bringen." Die großen Supermärkte könnten aus Dremels Sicht "unterwandert werden".

Dremel gegen Liberalisierung an Werktagen in Bayern: Ladenschluss soll nicht geändert werden 

"So ein Kassenautomat kann nur eine Ausnahme oder Ergänzung sein, wenn ich was vergessen habe. Es braucht das Personal und die persönliche Bedienung in Supermärkten", sagt der CSU-Politiker. Er sei kein grundsätzlicher Verfechter von Sonn- und Feiertagsöffnungen. "Der Schutz dieser Tage ist mir wichtig." Seine Argumentation: "Zum einen will ich nicht, dass an diesen Tagen Beschäftigte mehr als unbedingt nötig arbeiten müssen." Dremel sagt, als langjähriger Polizist sei ihm bewusst, dass viele Menschen auch am Sonntag arbeiten müssten. "Aber im Bereich des Einzelhandels müssen wir hier nicht auch noch 24/7 aufmachen", findet er. 

"Zum anderen ist es auch Teil meines christlichen Menschenbilds, dass an Sonn- und Feiertagen nicht alles verfügbar sein muss und braucht", erklärt der Scheßlitzer. "Die junge Generation sagt hier ja, es sollte alles 24 Stunden offen haben dürfen, die Generation 40 plus ist sich da schon nicht mehr so einig", so Dremels Sicht. Auch eine Öffnung an Werktagen nach 20 Uhr - wie in fast allen anderen Bundesländern üblich - befürwortet Dremel nicht. 

Er sehe das kritisch, sagt er. "Wir hatten früher zum Beispiel am Samstag erst bis 13 Uhr auf, dann wurde es 16 Uhr, jetzt sind wir bei 20 Uhr. Ich finde, auch jemand, der bis 21 Uhr arbeitet, hat die Möglichkeit, seine Einkäufe vor der Arbeit zu erledigen. Da ist der Zeitraum durchaus ausreichend", so die Perspektive des CSU-Politikers. Die Argumente für die Sonntagsöffnung der digitalen Kleinstsupermärkte wie in Pettstadt hingegen "liegen jetzt auf dem Tisch", sagt Dremel. "Das Ladenschlussgesetz in Bayern werden wir dabei nicht über Bord kippen." 

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