Ostern steht bei uns ganz im Zeichen von St. Wenzeslaus in Litzendorf. Bereits am Gründonnerstag um 19 Uhr zeigen wir den Live-Stream vom Gottesdienst aus der Pfarrkirche auf der Facebook-Seite "Fränkischer Tag Bamberg" (www.facebook.com/ftbamberg). Am Karfreitag um 15 Uhr folgt dann auf der gleichen Seite die Feier vom Leiden und Sterben Christi. Abschluss und Höhepunkt dieser österlichen Serie wird die heilige Messe in der Osternacht sein.

Um 21 Uhr zelebriert der Litzendorfer Pfarrer Marianus Schramm den Gottesdienst, um die Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu feiern. Am Karsamstag werden lediglich die liturgischen Helfer mitwirken und angesichts der Corona-Pandemie auf den gebotenen Abstand zueinander achten. An der Orgel spielt Norbert Herold, der Gottesdienst wird von Daniel Lodes mit der Kamera eingefangen.

Ein Vorgeschmack

In dem Gottesdienst wird Pfarrer Schramm eine Brücke schlagen von den aktuellen Einschränkungen, welche die Corona-Krise hervorgerufen hat, hin zu der Hoffnung spendenden Oster-Botschaft. Einen kleinen Vorgeschmack auf seine Predigt gibt sein Beitrag in unserer Serie "Lichtblick".

Anlässlich der Feiertage kommen in dieser Rubrik an diesem Wochenende Geistliche verschiedener Konfessionen zu Wort - neben dem katholischen Pfarrer Schramm auch Hans-Martin Lechner, der Dekan des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirkes Bamberg. Dieser erkennt in seinem Beitrag, dass "gerade in schwerster Zeit die Liebe Gottes ganz neu aufblüht und lebt".

Lichtblick von Pfarrer Marianus Schramm (Litzendorf)

Eine alles verändernde Botschaft Plötzlich ist alles anders. Aufgrund der Corona-Pandemie müssen die meisten von uns sogar das Osterfest ganz anders als sonst feiern: Ohne in der Gemeinschaft gefeierte Gottesdienste, ohne Besuche von Familienangehörigen oder auch für viele ohne Urlaubsreisen.

Daneben ist das Osterfest bei vielen von uns mit Ängsten um die eigene Gesundheit und die der Familie überschattet, Sorgen um den Arbeitsplatz und Unsicherheiten, wie es in diesem weltweiten Chaos weitergehen kann. Auch für mich als Priester ist dieses Ostern eine unwirkliche Situation: Ich muss das Fest in meiner fast leeren Kirche - ohne Gemeinde - feiern. Plötzlich ist alles anders - auch für die Jünger und Jüngerinnen Jesu: Ihr Meister stirbt schändlich am Kreuz. Sie sind verzweifelt und am Boden zerstört.

Doch plötzlich wird alles anders: Jesus lebt! Das Undenkbare - allen Naturgesetzen zum Trotz - ist möglich geworden. Der Auferstandene gibt ihnen wieder Hoffnung und eine Lebensperspektive: Leben für alle über den Tod hinaus. Und zugleich hat der Auferstandene ihnen versprochen, immer bei Ihnen zu sein.

Diese österliche Hoffnung und Zuversicht gilt auch uns: Der Auferstandene verheißt uns neues Leben und lässt uns niemals allein. Er ist gerade jetzt in dieser schweren Zeit bei uns. Mögen wir alle diese Frohe Botschaft Christi tief in unseren Herzen verspüren und uns von ihr getragen fühlen. Ich wünsche mir, dass unsere Sorgen und Ängste, die nicht verschwinden werden, dadurch in einem anderen Licht erscheinen und an ihrer Schwere verlieren. Ihnen allen Gesundheit, Gottvertrauen, Zuversicht und ein frohes, gesegnetes Osterfest!

Lichtblick von Dekan Hans-Martin Lechner (Bamberg)

Das Fest einer konstruktiven Hoffnung

Heuer geht an Ostern das Gespenst des Todes durch unser Land - mehr und mehr auch im Nahbereich - und über die ganze Welt. Damit verbunden sind die Erfahrungen von Einsamkeit und notwendigem Abstand zu geliebten Menschen ausgerechnet beim Fest, Angst und Sorge um die eigene Gesundheit und die lieber Angehöriger sowie das Bangen um die wirtschaftliche Existenz über die Krise hinaus.

Doch Ostern lebt von der Hoffnung, dass die Liebe Gottes gerade in schwerster Zeit ganz neu aufblüht und lebt - selbst im Angesicht des Todes. Und das geschieht momentan in großartiger Weise:

- In der Solidarität von Mensch zu Mensch, von Haus zu Haus. Die Infoseite des FT über HelferInnenbörsen und Möglichkeiten der Seelsorge wird täglich voller.

- Im Mut der Heldinnen und Helden des Alltags und des Sonntags, die sich in unterschiedlichen und notwendigen Bereichen für andere einsetzen.

- In der Entschleunigung der Zeit, in der wir ganz neu dem nachspüren, was wirklich zählt im Leben.

- In den vielen Gebeten und Liedern über Häuser und Balkone hinweg, auch in unseren offenen Kirchen. Jeder Klang der Gebetsglocke erinnert uns: Die Liebe lebt - gerade jetzt!

Weil aus der Liebe Gottes geboren, ist Ostern das Fest einer konstruktiven Hoffnung, die voller Vertrauen jetzt tun lässt, was getan werden kann und muss - um dieser Liebe willen. Ja, es zeigt sich: "Der Herr ist auferstanden - er ist wahrhaftig auferstanden!" Das werden am Sonntag alle Glocken mit festlichem Geläute ökumenisch verbunden in Stadt und Land verkünden.

Frohe Ostern und Gesundheit besonders in diesen Tagen!