Was ist das? Altenburg und Dom im Blick, Nordic-Walking-Strecke in Reichweite, die Autobahn in wenigen Minuten erreicht. Ganz klar, einer von den 40 Hausbesitzern, der sich im "Mahlrain-Nord" niedergelassen hat. Diesen Hausbesitzer gibt es zwar noch nicht, aber spätestens 2017 sollen sich Träume vom Eigenheim im Norden Oberhaids realisieren lassen.

"20 Interessenten für das neue Baugebiet haben wir schon", stellt Oberhaids Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) fest. Seit Jahren werde in der Gemeinde überlegt, wie man den Bedarf an weiterem Bauland decken könnte. 2003 war "Zellberg I", das bislang letzte Neubaugebiet mit 40 Bauplätzen fertig geworden. Zwischenzeitlich natürlich bebaut. So, dass man im Kernort der 4700 Einwohner zählenden Gemeinde versucht hat, die Eigentümer der rund 80 Baulücken zum Verkauf zu bewegen. Wie Geschäftsleiter Joachim Karl dazu ausführt, habe man immer wieder versucht, Kaufinteressenten und Baugrund-Eigentümer zusammen zu bekommen. Vergebens.
Zugleich habe die Gemeinde viel für die Optimierung der Infrastruktur unternommen, so der Bürgermeister mit Verweis auf Schule, Kindergärten, Ärzte, Apotheke.

Die Nähe Oberhaids zur Welterbestadt Bamberg und die Lage nahe der A 70 sei freilich auch immer ein Kriterium, weshalb hier verstärkt Baugrund nachgefragt werde.

In den letzten vier Jahren sei dann die Überlegung gereift, ein neues Baugebiet zu entwickeln, lässt der Bürgermeister wissen. Dieses soll nun gleich im Anschluss an "Zellberg I" entstehen. "Zellberg I" liegt westlich der Richtung Appendorf führenden Kreisstraße, "Mahlrain-Nord", wird östlich davon entwickelt. Wenn man vom nördlichen Ortstrand aus zum Waldrand blickt, wird es etwa bis Höhe des gelb gestrichenen Wasserhäuschens reichen. Erhalten bleiben wird auch der nördlich gelegene Wirtschaftsweg, so Bauamtsleiter Detlef Hehn beim Ortstermin.

Das neue Baugebiet erstreckt sich auf insgesamt 26 350 Quadratmetern. Den Ausschlag für gerade dieses Areal, so der Bürgermeister, gaben die Besitzverhältnisse: Der Gemeinde gehört nahezu die Hälfte, der Rest entfällt auf sieben weitere Eigentümer. Vorzugsweise junge Familien sollen sich hier niederlassen, auch aus Gründen der Demografie.


Einstimmiges Votum

Der Gemeinderat hat für das Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung - einstimmig - den Weg frei gemacht. Das heißt, es wurde der Aufstellungsbeschluss gefasst. Zudem muss parallel dazu der Flächennutzungsplan so geändert werden, dass Bauen in dem geplanten Bereich möglich wird.

Die 40 Baurechte, die da im Landkreis neu entstehen, sind das derzeit größte Vorhaben dieser Art. Bereits fertig oder am Laufen sind diejenigen in der Nachbargemeinde Bischberg, in Lisberg und in Gundelsheim.

An sich, so ergab die Nachfrage bei Ralph Dorsch, Fachbereichsleitung Bauleitplanung am Landratsamt, gelte nach wie vor der Grundsatz und die gesetzliche Vorgabe von Innenverdichtung vor Neuerschließung; im Interesse lebendiger Ortskerne. Bevor eine Gemeinde heute wirklich neues Bauland ausweisen darf, muss sie nachweisen, dass Nachverdichtung innerorts nicht möglich ist.

"Die Gemeinde muss alle Eigentümer abfragen", so Dorsch. Freilich weiß er auch, dass angesichts niedriger Zinsen kaum jemand bereit ist, Land zu verkaufen. Zugleich steht fest: "Der Baudruck ist hoch."

Um das neue Baugebiet zu entwickeln, muss die Gemeinde ihrerseits erst einmal Geld in die Hand nehmen. Carsten Joneitis rechnet mit etwa einer Million für Erschließung und weiteren Grunderwerb.

Der Planentwurf ist jedenfalls auf den Weg durch das Bauleitverfahren geschickt. Etwa im Sommer 2017 sollen die Häuslebauer loslegen können.


Etwa 130 Euro fällig

Verwaltungschef Joachim Karl schätzt, dass die Häuslebauer etwa 130 Euro für den voll erschlossenen Quadratmeter Bauland im Neubaugebiet "Mahlrain-Nord" in die Hand nehmen müssen, "eher etwas mehr." Zum Vergleich führt er an, dass im benachbarten Dörfleins der Quadratmeter bei 200 Euro beginnen würde, nur stünde dort seines Wissens nach gar keines mehr zum Verkauf .