Die einen sind mit dem zufrieden, was die Kfz-Zulassungsstelle gerade vergibt, die anderen wünschen sich für ihr Autokennzeichen eine bestimmte Buchstaben- und Zahlenkombination, die Namensinitialen, Geburtsdaten oder anderes für sie Bedeutsame enthält.

Komplett frei in seiner Wahl ist man dabei nicht. Einige Zusammenstellungen sind nicht erlaubt, weil sie als Abkürzungen für Begriffe aus der Zeit des Nationalsozialismus interpretiert werden können. Manche Zulassungsstellen gehen offensichtlich noch weiter, als es die allgemeine, von der Staatsregierung angeordnete Regelung in Bayern vorsieht. Das zeigt ein auf Seite 2 dieser Ausgabe geschilderter Fall, in dem es um das doppelte "H" geht.

Damit Autofahrer mit rechter Gesinnung sich zu ihrer Einstellung nicht auf dem Nummernschild bekennen können, sind Kennzeichenkürzel mit Nazi-Codes verboten.


Kein Rechtsanspruch

"Grundsätzlich besteht kein Rechtsanspruch auf Zuteilung eines bestimmten Kennzeichens. Dennoch sind wir bemüht den Wünschen der Kunden entgegen zu kommen, deshalb wird auch der Service des Wunschkennzeichens vorgehalten", antwortet Stephanie Schirken-Gerster von der Pressestelle der Stadt Bamberg auf Nachfrage.

"Die Ausgabe bestimmter Buchstabenkombinationen ist den Zulassungsstellen untersagt. Dies sind HJ, KZ, NS, SA, SS. Die Regelungen wurden erst im Laufe der Jahre eingeführt, so dass möglicherweise vereinzelt noch Fahrzeuge mit diesen Kombinationen am Verkehr teilnehmen. Die Kombination AH und HH in Verbindung mit 18, 28 und 88 ist ebenso gesperrt.

Selbstverständlich gibt es auch bei der Zulassungsstelle der Stadt Bamberg Anfragen, die sich auf derartige Kombinationen beziehen. Die Betroffenen, die meist Namensinitialen wünschten, haben bisher nach Information über den Hintergrund der Sperrung diese Vorgaben akzeptiert."


Knapp 600 mal "HH" im Landkreis

In die Situation, "HH" in Verbindung mit den Tabu-Nummern vergeben zu sollen, kommt die Zulassungsstelle am Landratsamt gar nicht. "Für den Kreis sind die Ziffernfolgen 100 bis 9999 vorgesehen", klärt Roland Hümmer, Verwaltungsangestellter in der Zulassungsstelle auf. Er schaut im Computer nach. "HH ist im Moment knapp 600 Mal vergeben. Manche Leute versuchen es mit Zahlen, deren Quersumme das ergibt, was sie letztendlich haben wollen. Aber da sind wir auf der Hut.

NS wurde mal ausgegeben. Doch nach dem Verbot ziehen wir die Nummern nach und nach ein beziehungsweise fordern die Besitzer zur kostenlosen Umkennzeichnung auf. "