• Versorgungsengpass bei Biontech-Impfstoff
  • Biontech und Pfizer können zugesagte Menge nicht liefern
  • Auswirkungen auf Corona-Impfungen in Franken

Pfizer kann in den nächsten drei bis vier Wochen die bereits zugesagte Menge an Corona-Impfstoff nicht liefern. Das wurde am Freitag (15.01.2021) bekannt - und hat auch Auswirkungen auf die bereits geplanten Corona-Impfungen in Franken.

Massive Lieferprobleme bei Corona-Impfstoff von Biontech

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin geht davon aus, dass das Pharmaunternehmen die in den kommenden drei bis vier Wochen bereits zugesagte Menge an Corona-Impfstoff nicht liefern kann. Zunächst war unklar, wie viele Impfdosen nun vorerst nicht zur Verfügung stehen.

Am Freitagabend bekräftigten der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer: "Ab der Woche vom 25. Januar werden wir wieder zum ursprünglichen Zeitplan für die Lieferungen in die Europäische Union zurückkehren (100 Prozent) und die Auslieferungen ab der Woche vom 15. Februar erhöhen (über 100 Prozent), so dass wir in der Lage sein werden, die volle zugesagte Menge an Impfstoffdosen im ersten Quartal und deutlich mehr im zweiten Quartal zu liefern." Genaue Zahlen wurden aber auch in dieser Mitteilung nicht genannt. 

Fakt ist: Es fehlt an Impfstoff, der bereits zugesagt war - und das hat auch Auswirkungen auf die Corona-Impfungen in Franken. Wie etwa die Stadt Bamberg am Samstagnachmittag verlauten ließ, habe die "überraschende Ankündigung von Pfizer [...] negative Auswirkungen auf alle oberfränkischen Impfzentren", also auch für die Bamberger Einrichtung. Weil der Impfstoff fehlt, könne im Impfzentrum in Bamberg nicht wie geplant ab kommenden Dienstag mit den Impfungen der Bürgerinnen und Bürger begonnen werden. Dies betrifft laut Stadt Bamberg 600 Personen. Sie müssen nun kontaktiert werden und bekommen Ersatztermine "sobald wir eine verbindliche Zusage für neue Lieferungen des Impfstoffs haben", versprachen OB Andreas Starke und Landrat Johann Kalb

Lieferengpass bei Impfstoff hat Auswirkungen auf Impfzentren in Franken

Sowohl OB als auch der Bamberger Landrat betonten, dass der Impfstoff für all jene in Bamberg gesichert sei, die schon einen Termin für ihre zweite Impfung vereinbart haben. Diese Termine für die zweite Impfung stehen fest und finden definitiv statt. Auch die für den kommenden Montag (18.01.) vereinbarten Impftermine können eingehalten werden. Dies betrifft zwei Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis.  OB und Landrat zeigten sich indes enttäuscht über die unterbrochene Lieferkette: „Wir tun vor Ort unser Bestes und bedauern, dass man uns nicht mit ausreichend Impfstoff versorgt.“ Sie weisen jedoch darauf hin, dass Impfwillige sich weiterhin im Impfzentrum registrieren lassen können. Alle Informationen dazu finden sich hier.

Auch Stadt und Kreis Schweinfurt haben bereits auf den Versorgungsengpass reagiert: Während noch am Freitag die angekündigten Lieferungen eine Öffnung des Impfzentrums Schweinfurt auch für Einzeltermine ermöglichten, musste nun der Impfplan neu überarbeitet werden. Ab Montag können demnach nur noch die erforderlichen Wiederholungsimpfungen verabreicht werden. Erstimpfungen finden zunächst nicht mehr statt.  Stadt und Landratsamt gehen davon aus, dass Bund und Freistaat auf mögliche Lieferengpässe vorbereitet sind und die gebildeten Reserven ausreichen, um jedenfalls die Wiederholungsimpfungen in den nächsten Wochen verabreichen zu können. "Für diese auch für die Stadt und das Landratsamt Schweinfurt überraschende und äußerst bedauerliche Wendung bitten wir um Verständnis", hieß es in einer Mitteilung vom Samstag. 

Auch im Landkreis Kitzingen hat der Lieferengpass beim Impfstoff Auswirkungen: Für Dienstag und Donnerstag seien fast 1000 Impfdosen angekündigt und somit auch eingeplant worden. In der kommenden Woche werden daher nur die Zweitimpfungen durchgeführt. Das seien rund 700 Impfungen im Landkreis Kitzingen bei einer wöchentlichen Kapazität von 3150 Impfungen.  Neue Termine können derzeit nicht vereinbart werden. "Das ist äußerst unerfreulich, vor allem vor dem Hintergrund, dass aktuell die über 80-Jährigen durch ein Schreiben informiert und aufgefordert werden, sich für eine Impfung zu registrieren", meldet das Landratsamt am Sonntag. Bereits am Samstag erreichten erste Schreiben die betroffene Personengruppe und die Telefone in den Impfzentren liefen heiß. Der Unmut bei vielen Bürgern sei verständlich, doch weder Personal in den Impfzentren noch das Landratsamt könne die schleppende Impfstofflieferung beeinflussen. 

ak